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Der „German Dream“

Dr. Chatzmarkakis fasst eine Vision ins Auge: Den „German Dream“ oder auch deutschen Traum, vergleichbar mit dem „American Dream“ aus den USA. Nicht die Herkunft zählt, sondern die Einsatzbereitschaft des Einzelnen für das große Ganze. Bei der Nationalmannschaft in der WM 2010 hat es bereits gut geklappt. Aber er ist sich sicher, dass dies auch auf vielen anderen Feldern gelingen kann, soweit die notwendige Weltoffenheit besteht und die Integration ermöglicht wird.

Chatzimarkakis betont vor allem: „Die Erfolgreichen müssen sichtbarer werden. Sie sind Symbole. Wir müssen Ehrgeiz und Gelingen wollen.“

Diese Ansicht teile ich uneingeschränkt und es ist das oberste Ziel von migration-business, die Leistungsträger in unserem Land darzustellen und ihre Geschichte zu erzählen. Vor allem der positive Beitrag vieler Deutscher mit Migrationshintergrund wird oft vernachlässigt, wogegen soziale Brennpunkte und Negativschlagzeilen die Medien dominieren. So lässt sich jedoch Integration nicht verwirklichen, sondern werden Vorurteile nur ausgebaut.

Dabei muss vor allem in naher Zukunft noch eine Debatte stattfinden, die offen, kritisch und innovativ sich mit Begriffen zum Thema der Integration beschäftigt. Begriffe beispielsweise wie Migrationshintergrund und kulturelle Vielfalt müssen reflektiert und neu erfunden werden.

In den USA reißen wahrscheinlich verschiedene Volksgruppen Witze übereinander, z.B. Mexikaner über Chinesen oder Italiener über Inder. Sie bewahren auch ihre kulturelle Identität und versuchen ihre Traditionen zu pflegen, doch zumindest betrachtet sich jeder als „American“. Ist es nun der „Asian-American“, der „Afro-American“ oder andere Gruppen. Jeder gehört dazu und bekommt früh das Gefühl ein Amerikaner zu sein.

Ozan Ceyhun ist diesbezüglich ein gutes Beispiel für Deutschland. Altkanzler Gerhard Schröder empfing den deutschen Politiker mit türkischem Migrationshintergrund. Doch sogar der Altkanzler sagte zu Ceyhun, als sie zum Thema der Wahlen in der Türkei kamen: „Sag mal, Ozan – Warum haben deine Landsleute eigentlich diesen Erdogan gewählt?“ Ceyhun, nach allem was er in Deutschland geleistet hat und wie sehr er sich auch integriert hat. Er wird niemals ein Deutscher sein! Er bleibt Türke. Wenn aber die Deutschen ihn nicht als Deutschen anerkennen und akzeptieren, wird Integration niemals gelingen.

Wir brauchen in der Tat einen Mentalitätwandel. Wir brauchen einen neuen Traum an den alle glauben können. Ob Ost oder West, Deutsche oder Migranten. „Wir sind ein Volk“, wie der Bundespräsident Christian Wulff in seiner brillanten Rede betonte. Viele haben einst an die Deutsche Einheit geglaubt, obwohl sie in weiter Ferne lag.

Oscar Wilde sagte einst: „Fortschritt ist die Verwirklichung von Utopien.“

 

Text: Dario Mohtachem

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