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Die Iranische Gemeinde in Deutschland organisiert sich

Der Grundstein einer Iranischen Gemeinde, welche sich die Förderung der Interessen der in Deutschland lebenden Iranerinnen und Iraner zum Ziel gesetzt hat, wurde am 27. November im Rathaus Schöneberg in Berlin gelegt.

Schätzungen gehen von über 150.000 iranischstämmigen Menschen aus, die hier in Deutschland verwurzelt sind. Studium, Handel und politische Verfolgung, unter anderem, veranlassen viele Iraner seit den 1950er Jahren sich in der Bundesrepublik Deutschland niederzulassen. Die iranische Minderheit in Deutschland zeichnet sich vor allem durch den hohen Anteil an hochqualifizierten Menschen, sowie ihre schnelle und gelungene Integration in die hiesige Gesellschaft aus. Hochrangige Wissenschaftler und international renommierte Chirurgen gehören ebenso zu dieser Minderheit, wie erfolgreiche Unternehmer, bekannte Kulturschaffende und einflussreiche Politiker.

Allein im deutschen Bundestag sitzen fünf Abgeordnete mit einem iranischen Hintergrund. „Die in Deutschland lebenden Iraner werden, trotz ihrer zahlreichen Erfolge und ihrer großen gesellschaftlichen Wirkung, kaum als Gemeinde in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Es gibt eben keine Organisation, welche unabhängig von der politischen, religiösen oder beruflichen Zugehörigkeit ihre Forderungen artikuliert“, sagt Ehsan Djafari, der Vorstandsvorsitzende der „Iranischen Gemeinde in Deutschland e.V. i. Gr.“. „Mit einer hohen Zahl von Gründungsmitgliedern und durch engagierte Diskussionen im John-F.-Kennedy-Saal im Rathaus Schöneberg in Berlin ist uns ein hervorragender Start gelungen“, meint Dr. Sadegh Sadeghipour, ebenso ein Vorstandsmitglied des sich in Gründung befindlichen Vereins. „Nun gilt es, die Ärmel hochzukrempeln und zu arbeiten“, fährt Sadeghipour fort.

Der Vorstand plant, durch die Bildung verschiedener Fachgruppen, die freiwilligen Potentiale der Mitglieder optimal zu nutzen. In den nächsten zwei Jahren soll die Gemeinde vor allem durch eine gut geplante und professionelle Öffentlichkeitsarbeit Präsenz zeigen, neue Mitglieder werben und mögliche Finanzquellen erschließen. „Denn nur mit freiwilliger Arbeit kommen wir mittel- und langfristig nicht voran. Die Gemeinde muss durch Einrichtung von Arbeitsplätzen ihre Aktivitäten planmäßig und nachhaltig durchführen können“, so Sadeghipour, „und dies setzt solide Finanzen voraus.“

Der frisch gewählte Vorstandsvorsitzende, Ehsan Djafari, blickt mit Zuversicht in die Zukunft: „Mit ihrer Arbeit wird die Iranische Gemeinde in Deutschland eine Plattform anbieten, wo die in Deutschland lebenden Iranerinnen und Iraner alle zusammen an einem Strang ziehen, sich den ihnen und anderen Emigranten zustehenden Platz in der Gesellschaft erkämpfen und ihre Integration in die Deutsche Gesellschaft fördern. Dabei werden die jungen Menschen mit Emigrationshintergrund und ihre Teilhabe an beruflichen Chancen im Fokus der Gemeindearbeit stehen.“ Wegen ihres Beitrags zur Integration der Minderheiten und ihrer interkulturellen Kompetenz wird nicht zuletzt Deutschland von dieser neu gebündelten multifunktionalen Kreativkraft profitieren.

Pressemitteilung (1. Dezember 2010) / Iranische Gemeinde e.V. i. Gr.

1 Kommentar

  1. Brita

    Super Beitrag! Ich werde da noch mal nachhaken!

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