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IHK-Studie – Internationale Wirtschaft in Berlin

Die Berliner Wirtschaft wird immer internationaler. Zu diesem Ergebnis kommt eine
Studie der IHK Berlin, die sich mit der internationalen Ausrichtung der Wirtschaft der
Hauptstadt befasst. Grundlage der Untersuchung sind Erhebungen zu den in Berlin ansässigen ausländischen Gewerben sowie Auswertungen zum Berliner Außenhandel. Demnach wird fast jedes achte Unternehmen in Berlin von einem Mitglied einer ausländischen Community in Berlin oder durch Mehrheitseigner im Ausland geführt. „Wir freuen uns, dass es in Berlin 32.373 nichtdeutsche Unternehmen gibt. Davon profitiert ganz Berlin. Auch behaupten sich immer mehr Berliner Unternehmen auf dem Weltmarkt. Diese beiden Aspekte stärken Berlin als internationalen Wirtschaftsstandort“, so der stellvertretende IHKHauptgeschäftsführer, Christian Wiesenhütter.
Beide Bereiche zeigen den gleichen Trend einer zunehmenden Internationalisierung auf. Die Aus und Einfuhren Berlins wuchsen zwischen 1991 und 2007, dem Jahr vor der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, um knapp 60%. Auch der Einbruch im Außenhandel in den letzten zwei Jahren liegt im Vergleich mit den Außenwirtschaftszahlen der gesamten Bundesrepublik unter dem
Durchschnitt. Ende 2010 könnte das Berliner Handelsvolumen jedoch schon wieder das Vorkrisenniveau erreichen.
Obwohl die Studie das erste Mal in dieser Form erhoben wurde und somit keine Vergleichszahlen zu früheren Zeiträumen vorliegen, wird insgesamt deutlich, dass sich auch die Zahl der ausländischen Gewerbe in Berlin seit Ende der 1990er Jahre deutlich erhöht hat. Denn 90% der untersuchten Unternehmen wurden in den letzten zehn Jahren gegründet. Bei deutschen Gewerbetreibenden liegt der
Anteil bei 40%. An den in Berlin gemeldeten Gewerben machen ausländische Unternehmen mittlerweile 12,4% aus.
Unter den wichtigsten Außenhandelspartnern und den größten ausländischen Business Communities gibt es darüber hinaus einige Überschneidungen. So liegt Polen auf Platz drei der bedeutendsten Außenhandelspartner Berlins, und die polnischen Unternehmen bilden die größte ausländische Unternehmensgruppe noch vor der türkischen. Die große Zahl deutscher Unternehmer mit türkischer
Herkunft ist dabei nicht berücksichtigt.

Auch Italien, dem fünftwichtigsten Handelspartner der Bundeshauptstadt, steht eine große Gruppe italienischer Unternehmen in Berlin gegenüber. Einige Herkunftsländer großer ausländischer Business Communities, wie zum Beispiel Vietnam oder Bulgarien, spielen dagegen im Außenhandel für Berlin eine eher untergeordnete Rolle.
„Alle Unternehmen gehören zur Berliner Wirtschaft. Es ist dabei unerheblich, ob die Firmen einen deutschen oder ausländischen Background haben. Unsere Business Community lebt Integration, denn Wirtschaft und Arbeit sind wichtige Bausteine, wenn das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft gelingen soll“, sagte Wiesenhütter.
Die meisten ausländischen Gewerbe sind mit 5.590 im Bezirk Mitte angesiedelt. Auf Platz 2 ist Charlottenburg-Wilmersdorf mit 3.879. Hier ist der Anteil der im Handelsregister (HR) eingetragenen ausländischen Firmen am höchsten (22,1%). Der Bezirk mit der dritthöchsten Anzahl ist Neukölln mit 4.296. Hier sind vor allem Kleingewerbetreibende angesiedelt und so ist der HR-Anteil mit etwa 1% am niedrigsten.

Die Studie „Internationale Wirtschaft in Berlin“ enthält neben einem Überblick über die wichtigsten Berliner Außenhandelspartner und die Entwicklung des Berliner Außenhandels seit 1991 auch eine
Darstellung der ausländischen Unternehmenslandschaft in Berlin. Nähere Untersuchungen zu den zehn größten ausländischen Business Communities vervollständigen die nun vorgelegten Erhebungen.

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