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Konjunktur in Deutschland steigt. Ethnische Unternehmer planen Investitionen

Die Signale für ein weiteres dynamisches Aufschwungsjahr stehen auf grün. Nachdem sich das vergangene Jahr mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um preisbereinigt 3,6% als außergewöhnlich wachstumsstark präsentierte, ist im laufenden Jahr mit einer anhaltenden, wenn auch etwas weniger starken Expansion der gesamtwirtschaftlichen Leistung zu rechnen. Erfreulich ist vor allem, dass sich die treibenden Kräfte des Wachstums von den nach wie vor stützenden außenwirtschaftlichen Impulsen verstärkt auf die Binnenwirtschaft verlagert haben. Der Aufschwung steht inzwischen fest auf zwei Beinen.

Gut zwei Drittel des Wachstums kamen im Jahr 2010 von der Binnennachfrage, die von der lebhaften Investitionsentwicklung, aber auch von der Zunahme der privaten Konsumausgaben gestützt wurde. Umfragen zufolge planen die Unternehmen auch im laufenden Jahr eine deutliche Ausweitung ihrer Investitionstätigkeit. Angesichts der inzwischen wieder normal ausgelasteten Kapazitäten gewinnen bei den Investitionen zunehmend Erweiterungsmotive an Bedeutung. Gleichzeitig planen die Unternehmen die Aufstockung ihres Personalbestands. Dies wird sich weiter auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen, der trotz des frühen und strengen Kälteeinbruchs gut durch den Winter gekommen ist. Der anhaltende Beschäftigungsaufbau verbessert die Einkommensperspektiven der privaten Haushalte und ist einer der maßgeblichen Faktoren für den bis zuletzt gestiegenen Optimismus der Verbraucher. Dies sind gute Voraussetzungen für eine verstärkte Zunahme der privaten Konsumausgaben.

Mit der weiteren Stärkung der Binnenkräfte im laufenden Jahr wird das gesamtwirtschaftliche Wachstum in Deutschland insgesamt noch ausgewogener. Dies ist vor allem angesichts der Normalisierung der weltwirtschaftlichen Dynamik von Bedeutung. Zwar wird aufgrund der hohen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft der Außenhandel ein wichtiger Faktor für das Wachstum bleiben, die außenwirtschaftlichen Impulse werden sich von daher allerdings abschwächen. Von den katastrophalen Ereignissen in Japan dürften angesichts des nur vergleichsweise geringen Gewichts der japanischen Wirtschaft für den deutschen Außenhandel nur begrenzte direkte Einflüsse ausgehen.

Das Produzierende Gewerbe startete gut ins laufende Jahr. Die Erzeugung nahm im Januar saisonbereinigt [2] um 1,8% zu und bleibt damit auf Expansionskurs. Im Bauhauptgewerbe konnte der witterungsbedingte Einbruch vom Dezember mit einer Produktionszunahme um 36,3% bereits wieder aufgeholt werden. Der industrielle Ausstoß erhöhte sich weiter leicht um 0,2%. Die Vorjahresniveaus der Erzeugung werden arbeitstäglich bereinigt sowohl im Bau als auch in der Industrie deutlich überschritten. Die Perspektiven bleiben für den Bau, insbesondere aber für die Industrie recht günstig.

Im Bauhauptgewerbe setzte sich mit dem Auslaufen des Auftragsschubs aus den Konjunkturprogrammen zwar die schwächere Grundtendenz der Nachfrage vorerst fort. Stützend könnte sich angesichts der inzwischen überdurchschnittlichen Kapazitätsauslastung in der Industrie aber die gewerbliche Baunachfrage auswirken. So hellt sich die Stimmung der Bauunternehmen seit Monaten deutlich auf. In der Industrie stehen die Weichen klar auf Wachstumskurs. Aufbauend auf einem hohen Auftragsbestand kam es im Januar zu einer weiteren deutlichen Belebung der Nachfrage (+2,9%), die den Aufwärtstrend verstärkte. Dies erklärt auch den bei den Unternehmen derzeit herrschenden Optimismus. Das ifo-Geschäftsklima stieg im Februar auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung und auch der Markit-Einkaufsmanagerindex erreichte eine neue Rekordmarke.

Die positiven Entwicklungstendenzen des privaten Konsums aus dem vergangenen Jahr dürften sich den Indikatoren zufolge fortsetzen. Die Umsätze des Einzelhandels im engeren Sinne (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen), insbesondere aber der Handel mit Kraftfahrzeugen legten Januar zu. In der Tendenz zeigen sich dabei aktuell vor allem die Umsätze im Handel mit Kraftfahrzeugen klar aufwärts gerichtet. Die zuletzt im Februar deutlich gestiegenen Zulassungszahlen sprechen dabei für eine Stützung der Umsatzentwicklung durch private PKW-Käufe. Zuversichtlich stimmt auch die weitere Aufhellung der Verbraucherstimmung, die im März den höchsten Stand seit drei Jahren erreichte. Angesichts der anhaltend positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt erscheint auch die deutliche Anhebung der Einkommenserwartungen der Verbraucher fundiert. Dämpfend auf die Entwicklung des privaten Verbrauchs könnte sich allerdings der mit der Verteuerung von Öl und Nahrungsmitteln einhergehende Kaufkraftentzug bemerkbar machen.

Die Entwicklung der deutschen Ausfuhren zeigt in der Tendenz auch im beginnenden Jahr 2011 nach oben. Trotz eines zuletzt leichten Rückgangs nahmen die Ausfuhren im Dreimonatsvergleich [3] saisonbereinigt weiter um 0,6% zu. Dabei hat sich die zeitlich mit der Normalisierung des Weltwirtschaftswachstums einhergehende schwächere Ausfuhrdynamik fortgesetzt. Die in den Einzelmonaten teilweise durch ein kräftiges Auf und Ab gekennzeichnete Entwicklung der Wareneinfuhren bleibt in nominaler Rechnung tendenziell recht dynamisch und legte im Dreimonatsvergleich saisonbereinigt um 2,7% zu. Angesichts der im Zuge der Verteuerung von Rohstoffen und Energie deutlich gestiegenen Importpreise ist das Einfuhrvolumen allerdings tendenziell rückläufig. Die Perspektiven für die Außenwirtschaft bleiben gut. Die Auslandsnachfrage nach industriellen Erzeugnissen ist weiter lebhaft und die Industrieunternehmen hoben vor diesem Hintergrund zuletzt im Februar ihre Exporterwartungen noch einmal spürbar an.

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich trotz des frühen und strengen Wintereinbruchs außergewöhnlich positiv. Der anhaltende Aufschwung und eine etwas vorgezogene Frühjahrsbelebung sorgte auch im Januar für einen merklichen Beschäftigungszuwachs um saisonbereinigt 23.000 Personen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm im Dezember kräftig um 52.000 Personen zu. Dabei zeigt sich die Nachfrage nach Arbeitskräften weiter lebhaft. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit setzt sich fort und beschleunigte sich im Februar auf saisonbereinigt -52.000 Personen. Die positiven Entwicklungstendenzen dürften den Arbeitsmarkt auch in den kommenden Monaten prägen.

Der Preisauftrieb hat sich in den letzten Monaten verstärkt. Die Verbraucherpreise notierten binnen Jahresfrist im Februar mit +2,1% erstmals seit fast zweieinhalb Jahren über der 2%-Marke. Ausschlaggebend waren insbesondere Preisanhebungen für leichtes Heizöl, Kraftstoffe und Verteuerungen von Nahrungsmitteln. Hintergrund sind hier vor allem Preisüberwälzungen von der Einfuhr- und der Erzeugerstufe. Die Kerninflationsrate, d.h. der Anstieg der Verbraucherpreise ohne Energie und saisonabhängige Nahrungsmittel, verblieb zuletzt bei 1,0%.

(Quelle: BMWI)

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