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BILD Dir Deine Meinung … über Türken!

„Bild dir deine Meinung“ – so lautet ein bekannter Werbespruch der BILD-Zeitung, der Zeitung mit den meisten Lesern in Deutschland. Aber welche Meinung sollen wir uns bilden – beispielsweise über ethnische Minderheiten? migration-business untersuchte die Verbindung zwischen Kriminalität und Türken im Onlinemedium der BILD-Zeitung.

Von offizieller Seite gibt es viele Aufrufe zur Integration. Darüber hinaus bekennt man sich inzwischen dazu, ein Einwanderungsland zu sein und hat demnach die Absicht, die ethnischen Minderheiten in die deutsche Mehrheitsgesellschaft zu „integrieren“.

Die Politik ist auf einem guten Weg, den Versäumnissen der Integration in Deutschland entgegenzuwirken. Die Medien in Deutschland haben jedoch einen großen Einfluss auf die Politik. Einige unter ihnen führen sogar eher zur Ausgrenzung von bestimmten Gruppen, vor allem durch ihre Berichterstattung.

Insbesondere die BILD-Zeitung hat eine große Verantwortung in Deutschland, da sie über eine große Leserschaft verfügt. Die Zeitung ist bekannt als Sensationspresse und setzt daher auf Themen, die möglichst skandalös und angsteinflößend sind, also eine Verbindung haben zu Gewalt, Kriminalität, Naturkatastrophen, Sport oder anderen großen Ereignissen. Sie ist auf das Erzeugen von starken Emotionen angewiesen, um die Leser täglich zum Kauf der Zeitung zu bewegen.

Wissenschaftliche Studie zu „Türken“ im Onlinemedium der BILD-Zeitung

migration-business führte eine Studie mit Hilfe der „Kritischen Diskursanalyse“ nach Siegfried Jäger durch und untersuchte die Suchergebnisse in der BILD-Zeitung auf die Begriffe „Türke“ und „Türken“ im Zeitraum vom 1.1.2007 bis 22. März 2011. Ziel war es vor allem zuerst einmal festzustellen, welche Tendenzen es in der Berichterstattung gibt. Wir erhielten dabei 748 Treffer bei „Türke“ und 1316 Treffer bei „Türken“. Die meisten Suchergebnissen standen in Verbindung mit Sport, insbesondere Fußball, da die BILD-Zeitung in Deutschland auch besonders als Sportmagazin bekannt ist, doch die Berichte über Kriminalität sind besonders schockierend beschrieben.

Zur „Kriminalität“ zählen Berichte über von Ausländern (hier: Türken) begangene Straftaten und alle Aussagen zum Thema Kriminalität. Kriminalität wird codiert, wenn Migranten in Verbindung mit Straftaten oder Strafprozessen stehen.

Unabhängig vom Wahrheitsgehalt vieler Berichte, ist die Sprache der BILD-Zeitung eine wahrhaftige „Bilder-Sprache“. Es wird in den einzelnen Berichten genau beschrieben, welche bestialische Taten „Türken“ vollbringen. Oftmals wird mit den Verbrechen der religiöse Hintergrund in Verbindung gebracht, welcher typischerweise zu Ehrenmorden und vergleichbaren Verbrechen führt. Dabei werden detailliert die Tatwaffe, die Tat und der Mörder beschrieben. Beispielsweise tötet ein „Türke“ mit 68 Messerstichen seine eigene Tochter. Die Grausamkeit wird den Lesern vor Augen geführt, weckt starke Emotionen und damit auch Vorurteile.

Keineswegs sollte Strafmilderung für die Täter gefordert werden. Das Problem besteht aber in der Verknüpfung einer brutalen Tat mit „Türken“. Dies erfolgt meist bereits in der Überschrift und erscheint dann groß auf der Startseite. Die Motive sind meistens Rache, Eifersucht und eine Verletzung der Ehre, beispielsweise durch einen Trennungsakt.

Auch Fälle, in denen Türken als Opfer einer Gewalttat dargestellt wurden, hat migration-business unter die Lupe genommen. Hierbei fällt auf, dass die Opfer oftmals als „Deutsch-Türken“ bezeichnet werden. Dies war jedoch bei keinem einzigen Bericht der Fall, in dem Türken als Täter dargestellt wurden. Bezüglich der Straftaten gegen Türken waren dieMotive auf Seiten der Täter häufig rassistisch bedingt, die Herkunft der Täter wurde dabeinicht erwähnt.

Die meisten kriminellen Gewalttaten, die in Verbindung mit Türken gebracht wurden fanden sich in dem Ressort „Regionales“. Unter den „News“ waren die meisten Gewalttaten, die in Verbindung mit einem Mordfall standen.

Diese Studie sollte vor allem darauf hinweisen, dass in der deutschen Berichterstattung noch häufig die Herkunft einer Person mit der Tat in Verbindung gebracht wird. Die BILD hatte bereits Jahre zuvor gegen den Pressekodex verstoßen:

Nach der Ermordung des Münchner Schickeria-Mitglieds Rudolph Moshammer titelte Bild im Januar 2005: „Der perverse Mosi-Mörder: Er ist Asylant – sie guckten Pornofilme – Er verlangte 2000 Euro für Sex“. Die Zeitung stellte damit indirekt die Herkunft des Täters in einen Zusammenhang mit spezifischen Zuschreibungen (Mörder, Callboy, Perverser). Das Auge des Lesers fiel unmittelbar auf das Bild des Mörders, das mit der Bildunterschrift versehen war: „Er ist Asylant aus dem Irak.“ Einmal mehr wurde der Eindruck erzeugt, die Tat hätte etwas mit der Herkunft des Täters zu tun gehabt.

Interessant bleibt es daher in künftigen Studien zu beobachten, wie „Türken“ im Vergleich zu anderen Nationalitäten in den Medien kommuniziert werden. Jedoch muss langsam ein Umdenken in der Öffentlichkeit stattfinden.

Türken folgen nicht unserem Grundgesetz?

„Türken“ und „Kriminalität“ werden auf dramatische Art und Weise miteinander verknüpft, so dass die Angst bei der Mehrheitsbevölkerung zunimmt. Nur „Türken“ scheinen zu solchen Taten fähig zu sein. Oftmals aufgrund ihrer Religion oder ihrem Wertesystem, was dann als unvereinbar mit unserem Grundgesetz dargestellt wird. Jedoch lebt die Mehrheit der Türken friedlich in der Bundesrepublik gemäß dem deutschen Grundgesetz und fordert bloß die freie Ausübung ihrer Religion, als Bestandteil ihrer eigenen Persönlichkeit. Nur eine kleine Minderheit von vielleicht 1 % propagiert Hass und Gewalt.

Begriff der „Ausländerkriminalität“

Auch in anderen Zeitungen lesen wir Begriffe wie „Ausländerkriminalität“, als gäbe es eine wirkliche Verbindung zwischen diesen Begriffen. Die Menschen verstehen dabei noch immer nicht, dass Kriminalität vor allem auf soziale Ursachen zurückzuführen ist und nicht auf kulturelle. Die meisten Kriminellen sind junge Männer, ohne Ausbildung oder Schulabschluss, die in großen Städten leben. In dieser Gruppe finden sich auch in der Mehrheitsbevölkerung die meisten Kriminellen. Wir sollten daher die Ursachen der sozialen Missstände analysieren, statt Menschen in Gruppen einzuordnen und Gewalttaten zu ethnisieren.

Wir brauchen keine Statistiken, die beweisen, dass eine bestimmte ethnische Gruppe zu mehr Gewalttaten neigt. Was wollen wir mit solchen Zahlen bewirken? Aufzeigen, dass bestimmte Ethnien schlechter sind als andere? Welche Absicht verfolgen wir damit? Welche Probleme lösen wir?

Die deutschen Medien müssen sich endlich ihrer Verantwortung bewusst werden und nicht verschiedene Gruppen gegeneinander ausspielen! Nur ein Zusammenspiel von Medien und Politik kann den Integrationsprozess wirksam fördern.

 

Text: Dario Mohtachem.

17 Kommentare

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  1. Laurence Baker

    Interessanter Forschungsansatz, interessante Gedankengänge und vor allem eine sehr lobenswerte Website! Habe ich gleich als Lesezeichen gespeichert und weiterempfohlen! 😉

  2. Sylvia Krause

    @falk: ein bißchen off topic, aber interessant!
    da die pressefreiheit verfassungsmäßig verankert ist, kann man dem machtmissbrauch von bild auch nicht auf dieser ebene begegnen, der leser selbst ist gefordert, das medium kritisch zu sehen, wie du ganz richtig schreibst.

    deshalb ist interessant, zu sehen, was den leser eigentlich zu einer differenzierten, kritischen haltung befähigt und da haben wir: die bildung und ein gesundes staatsbürgerliches selbstbewußtsein, beides wächst nicht auf bäumen, sondern wird entweder familiär oder in den öffentlichen bildungseinrichtungen vermittelt.

    um die bildungseinrichtungen ist es hierzulande oft traurig bestellt und werden dann sogar im eiltempo durchlaufen (z.b. g8 oder bachelor-studium).

    wenn man nun das verhältnis zwischen merkel und bild oder gutti und bild betrachtet, sticht ins auge, dass die regierung von bild durchaus profitiert… und statt bild kann man jetzt auch springer, bertelsmann oder kirch sagen.

    ungebildete, komplexbeladene, differenzierungsunfähige bürger könnten durchaus „politisch“ gewollt sein. denn die gefährden nicht das staatliche meinungsmonopol.

  3. Alan Smithee

    Es muss noch nicht mal ein Vergleich der Darstellung anderer Nationen in der BILD-Berichterstattung sein. Reichen würde es bereits, sich die Kriminalberichterstattung in BILD allgemein anzuschauen. So könnte man feststellen, ob Stilmittel wie die genaue Beschreibung des Mörders und der Tatwaffe nicht auch verwendet werden, wenn nicht über türkische Straftäter berichtet wird (ich vermute das stark).
    Darüber hinaus wäre es interessant, welchen Umfang die Kriminalberichtersttatung in der BILD, unabhängig von der Nationalitätenfrage, einnimmt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Kriminalität nach dem Sport das Thema ist, über das ohnehin am meisten berichtet wird. Dann wäre es nur natürlich, dass dies auch der Themenbereich ist, in dem Türken (nach dem Sport) am Häufigsten Gegenstand der Berichterstattung werden.
    Die überwiegende Bezeichnung der Täter als „Türken“ und der Opfer als „Deutsch-Türken“ ist in der Tat problematisch. Hier müsste allerdings eigentlich noch genauer recherchiert werden, ob hier nicht tatsächlich die Realität abgebildet wird – also ob Opfer nicht tatsächlich häufiger Deutsche mit türkischem Migrationshintergrund sind. Wobei sich das Verhältnis, was hier geschildert wird schon nach einer leichten Realitätsverzerrung anhört.
    Leider finden sich für viele Behauptungen, die in der Zusammenfassung der Studie aufgeführt werden keine Belege, z.B. für die Verknüpfung des spezifischen Wertesystems mit Kriminalität, die unzulässige Generalisierung, Türken folgten nicht dem Grundgesetz oder dafür, dass die Angst vor Türken bei der Mehrheitsbevölkerung zunehme.
    Dass keine aufwändige Methode angewendet wurde, ist zudem eine Schutzbehauptung. Wenn die Methode nicht „aufwändig“ genug ist, um sagen zu können, dass die Ergebnisse valide sind, dann muss man entweder noch ein bisschen weiterforschen oder die Ergebnisse schlicht unveröffentlicht lassen. Alles andere ist unseriös.
    Kurzum: Interessanter Forschungsansatz, aber leider noch nicht publikationsfähig. Es gibt übrgens einen Sammelband „Politik auf dem Boulevard“ (Lünenborg 2009), der sich sehr differenziert auch mit der Darstellung von Migrantinnen in der Boulevardpresse auseinandersetzt. Vielleicht ist das ja was…

  4. Anna

    „Wir brauchen keine Statistiken, die beweisen, dass eine bestimmte ethnische Gruppe zu mehr Gewalttaten neigt. Was wollen wir mit solchen Zahlen bewirken?“

    Doch – WENN dem so wäre (ich habe da keine Zahlen), dann wäre das schon ein Ergebnis an sich. DANN könnte man nämlich tiefer einsteigen und nach den Gründen für z.B. eine bestimmte Häufung/Auffälligkeit fragen. Wurde ja auch m.W. schon ab und an mal angedacht – auch der Autor selbst verweist hier korrekterweise u.a. auf den sozio-ökonomischen Hintergrund (anstatt auf den pauschalen Begriff „Herkunft“).

    Solche Häufungen zu benennen ist auch durchaus Aufgabe der Medien, wenn wir sie als vierte Macht ernstnehmen. Auch ich möchte diese Aufgabe zugegeben nur ungern an die BILD geben, deren tendenziöse und häufig an Rassismus zumindest heftig kratzende Berichterstattung selbigen Namen eigentlich nicht verdient. Trotzdem hat die Berichterstattung AN SICH ihre Berechtigung – hier geht es schlicht um die Art und Weise, WIE formuliert wird.

    In einer „richtigen“ wissenschaftlichen Arbeit wäre das durchaus die Mühe wert, da genauer einzusteigen. Fallen Türken in der BILD signifikant aus der Masse der Straftaten heraus? Müsste man noch nicht einmal 1:1 mit den Kriminalitätsstatistiken abgleichen, sondern da eher linguistisch rangehen – im Vergleich zu anderen von BILD ausgemachten „Sündenböcken“: Hartz IV Empfängern, alleinerziehenden und Vollzeit arbeitenden Müttern…. mir graut vor den Zahlen. :/

  5. Lanto Veredas

    Also ich verstehe diese vielen Kritiken in den ersten Kommentaren nicht, die den Artikel verurteilen. Natürlich ist ein journalistischer Artikel anders gestaltet als eine wissenschaftliche Studie. Und auch wenn einige Informationen aus dem Artikel keine Weltneuheiten sind, so können die Fragen am Ende durchaus hilfreich sein, um zum Nachdenken anzuregen und alte Denkmuster zu verwerfen. Außerdem muss nicht gleich eine Studie sämtliche Ergebnisse bereitstellen und Vergleiche zu anderen ethnischen Gruppen herstellen. Vielmehr kann es ein Anreiz sein für künftige interessante Studien und wissenschaftliche Fragestellungen oder dazu aufrufen, sich mehr mit dem Thema zu befassen, da man die Wirkung der Medien nicht unterschätzen darf.

  6. Falk

    Nun, ich arbeite in einem Kiosk und habe vorher nie wahr haben wollen, das die BILD die meist verkaufte Zeitung Deutschlands ist. Jetzt im nachhinein kann ich nur noch sagen das dieser Vielverkauf absolut gerechtfertig ist.
    So würde die BILD zwar meiner Meinung nach eher in die in ein hochglanz Boulevard Magazin passen als in eine Ernst zunehmende Zeitung allerdings ist sie ein Blatt mit grandioser Werbequalität. Alleine die Aufmacher sind absolute hingucker auch die angetäuschte größe fördert den Verkauf und auch die, in ihrem Text besagten, Artikel sin provokant und fordern den Leser auf mehr zu erfahren.

    Allerdings:
    Das Problem an der Sache ist das die Bevölkerung des Landes in den letzen Jahrzenten sich nach und nach immer mehr daran gewöhnt hat, sich auf die Medien zu verlassen und ihnen zu trauen. Und eben Das ist die größte Werbeaktion in der deutschen Nachkriegsgeschichte, wenn auch eine Unbeabsichtigte.

    Das Problem ist also, zumidest ist das meine Meinung, nicht die aktuelle Berichterstattung, sondern die Machtposition der Medien.
    Ich muss immer an diesen alten Spruch denken: „Wenn du einem Affen eine Waffe gibst und dieser erschießt jemanden, kannst du dem Affen nicht die Schuld geben.“
    Was sich ändern muss ist die Mentalität der Leser. Man muss die Menschen eben daran erinnern, dass Werbung Werbung ist und Realität Realität. Da wir in einem Land leben in dem die Pressefreiheit Grundgesetzt ist, kann man der freien Marktwirtschaft in einer sterbenden Industrie keinen Vorwurf machen, wetbewerbsfähig bleiben zu wollen.

    Auch wenn ich diese Zeitung zutiefst verachtet, dafür das sie ihre Machtposition ausnutzt um das Volk zu manipulieren und aller wahrscheinlichkeit nach sogar Gelder für als Artikel getarnte Werbung, man denke nur an die Guttenberg Homagen, einzustecken, ist es die Bevölkerung die Verstehen muss das sie den Markt kontrolliert.

    Ein wenig am Thema vorbei dafür bitte ich um Verzeihung, auch für alle Rechtsschreib- und Grammatikfehler, aber es ist spät und ich bin müde.

  7. herr erkan

    Soll doch die BILD schreiben was sie will, erreicht ja nur die Leute, bei denen Hopfen und Malz verloren sind (wahrscheinlich in flüssiger Form in größeren Mengen im Magen gelandet)
    Das größere Problem sind eher die scheinbar seriösen Medien, die diesen Unsinn zitieren, miteinsteigen in die Thematik oder wie im Fernsehen Diskussionsrunden starten, um durch die verstärkte Emotionalität Quote zu erhaschen (wie z.B. hart aber fair, Lanz usw.)
    Ansonsten erreicht man den Bildleser mit dem Satz: „Glaubst du den Scheiß?“
    Der Bildleser ist meistens selber Opfer von Angriffen (BILD ist so ziemlich das einzige deutsche Medium, welches von Türken gelesen wird; heute klatscht der eine zum Thema Ausländerkriminalität Beifall, tagsdrauf wird er als Parasit (Hartz 4) von der BILD geklatscht..

    Rassismus ist halt ne Begleiterscheinung der Menschheit. Hat was mit Gruppenbildung, -verhalten und -dynamik zu tun, sage ich als Laiensoziologe. Den ach so zivilisierten Menschen gibt es in dem fernen Lande Utopia.

  8. m.hoberg

    Tja, ich lese die BLÖD nicht – aber nachdem ich hier in Berlin zum achten Mal von „Mitbürgern südländischer Abstammung“ überfallen, ausgeraubt uns zusammengeschlagen wurden, würde ic hsagen, dass da doch was dran sein muss.

  9. peter

    „Jedoch lebt die Mehrheit der Türken friedlich in der Bundesrepublik gemäß dem deutschen Grundgesetz und fordert bloß die freie Ausübung ihrer Religion, als Bestandteil ihrer eigenen Persönlichkeit. Nur eine kleine Minderheit von vielleicht 1 % propagiert Hass und Gewalt.“
    Was ist das bitte für ein Quatsch?
    -> Es ist Unsinn wenn jemand „nach dem Grundgesetz lebt“, man könnte höchstens nach den darin propagierten Werten leben, da das Grundgesetz für den Staat gilt und nur in wenigen Ausnahmen Drittwirkung entfaltet (z.B. Art 14), mir ist definitiv nicht klar wie man „gemäß dem Grundgesetz“ leben kann
    -> Ganz offensichtlich werden hier Türken mit Muslimen gleichgesetzt
    -> Woher kommen diese 1%? Geraten?
    „Jedoch muss langsam ein Umdenken in der Öffentlichkeit stattfinden.“
    ->Was ist an solchen Aussagen bitte wissenschaftlich?
    „Die meisten Kriminellen sind junge Männer, ohne Ausbildung oder Schulabschluss, die in großen Städten leben. In dieser Gruppe finden sich auch in der Mehrheitsbevölkerung die meisten Kriminellen.“
    ->Tautologie, vermute das zweite sollte Ausländer heißen
    „Nur ein Zusammenspiel von Medien und Politik kann den Integrationsprozess wirksam fördern.“
    -> Äh, ja. Oder so ähnlich. Was ein Quark.
    Fazit: Vielleicht mag die Studie wissenschaftlich sein. Dieser Artikel erfüllt jedoch nicht die geringsten mindestanforderungen im Bezug auf Wissenschaftlichkeit, da keinerlei Neutralität vorhanden ist.

  10. Logiker

    Aua, ich werd schwach, wenn ich so einen Dünnsinn lese….

    „Man kann natürlich versuchen Probleme wegzuanalysieren, wie Sie es vorschlagen.“ Nö, hier wird nichts „weganalysiert“, hier wrd analysiert. Aber das passt wohlnicht.

    Weiter: „Eine effizientere Lösung wäre wahrscheinlich das Unterbinden von Einwanderung aus bildungsfernen Schichten“

    Klar, alles ausrotten, was nicht ARISCH ist……. ich kotz ab…..

    Verstanden hat der Typ nichts, aber auch nichts…..

  11. Johnny

    Hallo,
    ich bin ebenfalls über BildBlog auf Eure Seite gekommen. Der Artikel enthält mE keine neuen Erkenntnisse über die Methodik der BILD. Ich hätte mir aber gewünscht, dass die Untersuchungsmethodik hier eine ausführlichere und genauere darstellt.
    Damit meine ich, dass wenn Sie schon die BILD analysieren und dies auch begründet tun wollen, dann sollte man, wie mein Vorredner schon schrieb, zum Beispiel untersuchen, wie es mit der Berichterstattung im gleichen Zeitraum über andere Minderheiten aussieht. Ich kann mir, wie wahrscheinlich alle, denken was dabei herauskommt: es wird über Araber, Türken, Neuerdings auch über Griechen, Iren und Portugiesen eine unsägliche Hetztkampagne geführt die das einizige Ziel hat, die „anständigen, sparsamen Deutschen“ hervorzuheben. BILD will halt die Volksseele (gibts die auch bald zu kaufen…?) streicheln. Fazit des ganzen: Wie in Ihrem Artikel richtig beschrieben, eine unsägliche Präkariatsdebatte die nur die Auflage stärkt.

    Genau aus diesem Grund wären jetzt aber quantitative Analysen und wissenschaftliche Analyse des ganzen hilfreich, damit dies auch mal im Kontext der gesamten BILD (bzw. bild.de) steht.

    Freundliche Grüße

  12. Ex-Migrant

    Man kann natürlich versuchen Probleme wegzuanalysieren, wie Sie es vorschlagen. Eine effizientere Lösung wäre wahrscheinlich das Unterbinden von Einwanderung aus bildungsfernen Schichten (wenn es stimmt, dass Kriminalität soziale Ursachen hat).

    Gruß,
    Ex-Migrant

  13. Jan

    Moin,
    erst mal vorweg, ich find ne Diskursanalyse in der Bild zu diesem Thema ne ziehmlich gute Idee für ne studie.
    Allerdings teil ich gewisse Kritikpunkte u.a. das das ergebniss relativ nichtssagend ist weil keine vergleichszahlen angeführt werden ( werden beispielweise amerikanische täter_innen im verhältnis zu ihrer zahl in der gesamtbefölkerung als genauso brutal beschrieben?). Das gleiche gilt für das fazit; n fazit das sagt. dass sozio-ökonomische faktoren für kriminalität verantwortlich sind und kulturelle nur sekundär oder tertiär kann, meiner meinung nach, nur schwerlich aus ner diskursa. abgeleitet werden und auch hier stellt sich die frage wie das für andere gruppen aussieht ( wird z.b. bei deutschen tätern die soziale herkunft als tatursache stärker betont?).

    Kurzum: ist die Gesamtstudie inklusieve dem Datensatz irgendwo einzusehen ?

    Gruß Jan

  14. Johannes

    >untersuchte die Suchergebnisse in der BILD-Zeitung auf die Begriffe „Türke“ und „Türken“

    Ist das nicht methodisch etwas schwach? Klar kommt dabei raus, dass die Bild sehr farbenfroh über Verbrechen berichtet und Täter ziemlich gern als brutale Bestien darstellt. Aber ohne Vergleich mit anderen Nationalitäten bringt diese Darstellung doch gar nichts.

  15. GOndolok

    Nein, ich bin kein Freund der Bild-Zeitung (ich bin über den Link bei Bildblog auf diese Seite gekommen). Aber biedere Analysen mag ich auch nicht.

    So schreibt Herr Mohtachem über „Suchergebnisse in der BILD-Zeitung auf die Begriffe ‚Türke‘ und ‚Türken'“. Nach der Art der Beschreibung hat er aber nicht die Bild-Zeitung durchsucht (im übrigen: welche Ausgabe/n? für welchen Zeitraum?), sondern die Website bild.de. Das ist aber nicht die Bild-Zeitung.

    Ein weiterer Kritikpunkt: Der Gebrauch des Wortes „wir“ — beim Überfliegen sehe ich mindestens drei verschiedene Kreise, die damit gemeint sein können.

    Und die Schlussfolgerungen mitsamt dem Fazit sind so unsäglich bieder, nichtssagend und banal; nichts neues unter der Sonne. Schade.

    1. Dario Mohtachem

      Untersucht wurde, wie Du richtig anführst hauptsächlich das Online-Medium der Bild-Zeitung. Jedoch hat die Onlineplattform eine zunehmend wichtige Bedeutung, weil viele inzwischen auf das Internet umsteigen. Und der Artikel ist selbstverständlich eine Kurzfassung der Gesamtstudie. Jedoch ist es auch interessant einmal zu beobachten, welche Suchergebnisse zu finden sind, wenn man direkt nach den Begriffen selbst sucht, da die meisten Studien bestimmte Bereiche oder Ressorts untersuchen. Ich denke darüber hinaus nicht, dass das fazit nichtssagend ist bzw. nicht Neues, da wir häufig in Zeitungen lesen können über Statistiken, die belegen, dass Kriminalität unter den Ausländern verbreiteter ist. Jedoch wird nie wirklich nachgefragt, welche Absicht wir damit verfolgen.

      1. Klaus

        „Jedoch lebt die Mehrheit der Türken friedlich in der Bundesrepublik gemäß dem deutschen Grundgesetz und fordert bloß die freie Ausübung ihrer Religion, als Bestandteil ihrer eigenen Persönlichkeit.“
        Diese Aussage halte ich allerdings für tendenziös. Die freie Ausübung einer Religion kann auch für die nur passiv beteiligten problematisch sein. Die Integrität meiner Mitmenschen kann ich doch leicht durch die Ausübung meiner Religion schädigen. Es kommt dabei eben auf mein Verständnis von Religion an.

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