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Schadet Zuwanderung Deutschland?

Wir alle kennen Floskeln wie: „Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg!“ oder „Ausländer liegen uns nur auf der Tasche!“ Aber wie sieht die Realität aus? Bedroht uns Deutsche eine Zuwanderung von außen? Und leben die Menschen ausländischer Herkunft in Deutschland vom Geld der Sozialkassen?

Schadet Zuwanderung Deutschland?

Im Gegenteil: Auf längere Sicht ist eine gesteuerte Zuwanderung für die einheimischen Arbeitskräfte von Vorteil, das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Gesamtwirtschaftlich betrachtet profitiere Deutschland. Die Bilanz falle umso günstiger aus, je höher die Qualifikation der Zuwanderer sei und je besser die Zuwanderer in den Arbeitsmarkt integriert seien. Brücker und Jahn empfehlen daher die verbesserte Anerkennung von ausländischen Abschlüssen, den Abbau von Diskriminierungen am Arbeitsmarkt und die verstärkte Förderung der Sprachkompetenz von Migranten.

Wie sieht es mit den Migranten in Deutschland aus?

In den letzten dreieinhalb Jahren haben rund sieben Prozent der Migranten in Deutschland ihr eigenes Unternehmen gegründet oder waren gerade dabei, es zu tun. Unter den Personen ohne Migrationshintergrund waren es weniger als fünf Prozent. Dies ist das Ergebnis einer veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom 12. April 2011 und des Instituts für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz Universität Hannover. Häufig spielt das höhere Arbeitslosigkeitsrisiko von Ausländern eine Rolle: Ihre Arbeitslosenquote ist doppelt so hoch wie die deutscher Staatsbürger.

Aber viele Migranten machen aus der Not eine Tugend und entscheiden sich für die Selbstständigkeit anstelle von Arbeitslosigkeit, erklären die Arbeitsmarktforscher. Daneben spielen aber auch Vorbilder eine wichtige Rolle: Migranten haben häufiger Bekannte, die sich kürzlich selbstständig gemacht haben. Rollenvorbilder seien sehr wichtig, um die Idee einer eigenen Unternehmensgründung zu entwickeln, betonen die Autoren der Studie.

Wir von migration-business sehen das genauso. Vorbilder aus den verschiedensten Branchen und Kulturen können junge Menschen heute anspornen, es diesen gleichzutun. Ob in der Politik, in der Wirtschaft, in den Medien oder in der Kunst. Die jungen Menschen sehen, dass es auch andere geschafft haben, die zugewandert sind oder eine Zuwanderungsgeschichte haben.

Auffallend ist der Studie zufolge, dass die von Migranten gegründeten Unternehmen im Durchschnitt größer sind als die von anderen Selbstständigen. Mehr als 70 Prozent beschäftigen bereits bei der Gründung Mitarbeiter oder beabsichtigen, Mitarbeiter einzustellen. Bei den einheimischen Gründern ist dies bei rund 50 Prozent der Betriebe der Fall.

Zudem sind die Unternehmen von Migranten häufiger international aktiv. Einwanderer sind häufig noch lange eng mit ihrem Heimatland verbunden, so die Forscher. Dadurch seien ihnen die kulturellen Besonderheiten und die Märkte dieser Länder vertraut. Dies ist wiederum von Vorteil, wenn man bedenkt, dass Deutschland einer der größten Exportnationen der Welt ist.

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