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DIHK besorgt: Ohne Zuwanderung kein Wachstum

DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann

DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann spricht sich für eine höhere Erwerbsbeteilung von Migranten aus.

Auch Widersprüche leben durch die Dynamik der beiden sich gegenseitig konditionierenden Bewegungen. So verursacht das anhaltend hohe Wirtschaftswachstum in Deutschland eine ebenso schnell  zunehmende Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften, die dafür sorgen sollen, dass die Ausschläge der Konjunktur auch weiter nach oben gehen. Stillstand herrscht aber indes in der Zuwanderungsfrage, wie DIHK-Präsident Driftmann heute feststellte. So sieht er die  Bundesregierung in der Pflicht ihre zögerliche Haltung aufzugeben und die Notwendigkeit die Zuwanderung stärker zu steuern. Dazu gehört seiner Meinung auch die Senkung der Einkommensschwelle von derzeit 66.000 auf 40.000 Euro. Eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages zufolge sieht fast jeder dritte befragte Betrieb ein Risiko was die eigene Geschäftsentwicklung und den Mangel an qualifiziertem Personal angeht. Betroffen sind dabei in erster Linie Unternehmen der Gesundheitswirtschaft, IT- Dienstleister, wie auch das  Bau- und das Maschinenbaugewerbe.

So fehlt dem deutschen Wirtschaftsaufschwung also vermutlich bald der Bauträger hinsichtlich einer Aktualisierung der Einwanderungspolitik und ihrer Koppelung mit der Wirtschaftspolitik. Mitunter erinnert der aktuelle Zustand an eine Partnerschaukel. Hier sitzen sich zwei Personen (aka Interessensgruppen) gegenüber. Als gekoppeltes System überträgt diese Doppelschaukel die Schaukelbewegung des einen auf den anderen. Die Folge: Gegenseitige Abhängigkeit, um in Bewegung zu bleiben und Stillstand zu vermeiden, wobei der eine immer dann zum Stehen kommt, sobald sich seine Bewegung auf den anderen übertragen hat. Zeit zu verschnaufen und sich einige Zahlen anzusehen:

Der IfoGeschäftsklimaindex ist auch im Mai auf hohem Stand (114,2 Punkte) und widerspricht dem geflügelten Wort, dass der Wonnemonat alles neu mache. Auf bewährten Pessimismus hingegen trifft man in Frankreich. Dort fiel das Vertrauen der Unternehmer auf 107 Zähler und damit unter den April-Wert von 109. Graue Wolken am Produktions- und Konsumentenhimmel sehen trotz bester Wetterlage auch die Verbraucher und Unternehmer in den Niederlanden bzw. in Tschechien und Frankreich und auch die europäische Statistikbehörde Eurostat hat wenig erbauliches zu berichten: So gingen in der Euro-Zone im April die Industrieaufträge um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat zurück.

Drum suche, wer was Erfreuliches lesen möchte und gehe nach Finn(d)land: Hier sank die Erwerbslosenquote im April auf 8,2 von 9,3 Prozent im Vergleich zum April 2010.

 

Von Marcello Buzzanca, buzzanca(at)migration-business.de

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