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Immobilienmarkt entdeckt Kaufkraft von Migranten?

Staatsministerin Maria Böhmer hat gefordert, die Anstrengungen für eine Chancengleichheit von Menschen aus Zuwandererfamilien auf dem Wohnungsmarkt zu verstärken.

„Für das Gelingen von Integration ist es entscheidend, dass Migranten auch die Möglichkeit haben, attraktive Wohnungen anzumieten und Wohneigentum zu bilden. Sich in seinem Wohnumfeld wohl zu fühlen und gute nachbarschaftliche Kontakte zu pflegen erleichtert es Migranten, Ja zu unserem Land zu sagen. Das stärkt den Zusammenhalt unserer Gesellschaft“, betonte Böhmer heute in ihrer Rede auf einem Kongress des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen in Berlin.

„Noch unterscheidet sich die Wohnsituation von Zuwanderern und Einheimischen deutlich: Migranten stehen geringere Wohnflächen pro Kopf zur Verfügung, sie zahlen im Durchschnitt höhere Mieten und sind seltener Eigentümer. Bei der Eigentümerquote gibt es jedoch einen positiven Trend: Laut Indikatorenbericht, den ich 2009 veröffentlicht habe, steigt der Anteil der Migranten, die eine Wohnung oder ein Haus besitzen. Das zeigt: Die Zuwanderer sind angekommen, sie identifizieren sich mit unserem Land“, so Böhmer.

„Die positive Entwicklung sollte Ansporn sein, die Anstrengungen für eine verbesserte Wohnsituation der Migranten zu intensivieren. Der Wohnungswirtschaft kommt eine bedeutende Rolle in der Integrationspolitik zu: als Vermieter von Wohnungen, als Verkäufer von Eigentumswohnungen und als lokaler Akteur“, erklärte Böhmer. „Für die Wohnungsunternehmen wird die steigende Zahl der mittlerweile 16 Millionen Migranten in Deutschland als Zielgruppe immer wichtiger. Um ihre soziale Verantwortung wahrnehmen zu können, müssen sich die Wohnungsunternehmen interkulturell aufstellen. Dazu gehört, Zuwanderer gezielt anzusprechen. Und für besondere Wünsche der Migranten offen zu sein, wie beispielsweise, in räumlicher Nähe mit der Familie zu wohnen. Die Wohnungsunternehmen sind auch gefordert, wenn Migranten Erfahrung mit Diskriminierung gemacht haben oder Angst davor haben, benachteiligt zu werden. Hierfür ist es notwendig, Mitarbeiter kulturell zu sensibilisieren und zu schulen. Zudem sollte in der Wohnungswirtschaft der Anteil der Beschäftigten mit eigenem Migrationshintergrund erhöht werden“, betonte die Staatsministerin.

„Viele Wohnungsunternehmen engagieren sich bereits seit langem für ein gutes Miteinander in unserem Land. Ich bin zuversichtlich, dass die Wohnungswirtschaft auch in Zukunft ihrer Verantwortung für die Integration gerecht wird“, so Böhmer.

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