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Einwanderer: 150.000 neue Arbeitsplätze geschaffen

Immer mehr Deutsche mit Migrationshintergrund zieht es in die Selbstständigkeit und schaffen damit neue Arbeits- und Ausbildungsplätze und neue Steuereinnahmen. Sie leisten nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) einen bedeutenden Beitrag zum Wirtschaftsklima, Konjunktur und Gründungsgeschehen in Deutschland. Internationale Wirtschaftsbrücken werden ebenfalls aufgebaut, weil Migranten meist für ihre Geschäfte Kontakte zu den jeweiligen Herkunftsländern pflegen. Dennoch liegt Deutschland im Ranking weit hinter den klassischen Einwanderungsländern wie beispielsweise USA, Kanada oder Großbritannien. In diesen Ländern wird das Wirtschaftspotential von Migranten für den Arbeitsmarkt besser genutzt als hierzulande.

150.000 neue Arbeitsplätze geschaffen

Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zum Gründungsgeschehen in Deutschland ließen sich im Vorjahr fast 11.000 potenzielle Unternehmer mit Migrationshintergrund bei den regionalen IHK ihre Geschäftskonzepte beraten. Zwei Jahre zuvor waren es erst rund 8.300, wie die „Berliner Zeitung“ berichtete. Insgesamt hatten demnach 18 Prozent aller Gründungswilligen, die bei den Kammern vorsprachen, einen Migrationshintergrund. Im Jahr 2007 betrug der Anteil noch 14 Prozent. 2010 wurden durch Unternehmensgründungen rund 150.000 Arbeitsplätze durch Einwanderer geschaffen.

DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann sagte, die Erfahrungen der Kammern zeigten, dass „Gründungsinteressierte mit Migrationshintergrund einen bedeutenden Beitrag zum Gründungsgeschehen in Deutschland leisten“ würden. „Wir brauchen künftig noch stärker diese Wachstumsimpulse, um die demografische Herausforderung zu bewältigen.“ Allein wegen der demografischen Entwicklung werde es 2050 in Deutschland 700.000 Selbstständige weniger geben.

Gründer speziell in Handel und Gastronomie

Laut DIHK sind Migranten mit Gründungsvorhaben in allen Branchen präsent. Schwerpunkte seien Handel und Gastronomie. Dort hätten im Vorjahr 24 Prozent der Gründer angekündigt, sich selbstständig machen zu wollen. Unter deutschen Existenzgründern liegt der Anteil bei 21 Prozent. Deutsche potenzielle Gründer bevorzugen Dienstleistungen wie Gebäudebetreuung und IT-Services, der Anteil liege bei 41 Prozent. In der Industrie sei der Anteil von Gründern mit und ohne Migrationshintergrund mit vier beziehungsweise fünf Prozent etwa gleich hoch.

Von Joel Cruz, cruz(at)migration-business.de

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