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Hass ist die neue Liebe

P-Zak ist ein aufstrebender deutscher Rapper polnischer Abstammung, der sich in der Hip Hop Szene versucht einen Namen zu machen. In den letzten Jahren musste er schwere Verluste in seiner Familie verkraften, die ihn noch heute belasten. Doch P-Zak schöpft all seine Kraft aus seinem Rap. Hip Hop ist für ihn zum Lebenselixier geworden, das ihn rund um die Uhr begleitet. P-Zak, der bereits einige Hip Hop Contests gewonnen hat, teilte seine Gedanken, Gefühle und Geschichte mit migration-business.

Angefangen Hip Hop zu hören hat P-Zak bereits im Kindesalter, vor allem durch die Einflüsse seines älteren Bruders. Seine ersten Texte schrieb er 2003 im Alter von 17 Jahren. 2007 fing er dann an, kontinuierlich seine ersten Tracks aufzunehmen, unter anderem „Rettet Tempelhof“, durch den er ins Fernsehen kam, sowie in diversen deutschen Zeitungen auftauchte. Er gewann den von Hiphop.de und Dada präsentierten Rapcontest und erhielt sehr positives Feedback für seine Tracks, wie zum Beispiel für „Tick Tack“. Ein ständiger Begleiter und wichtiger Freund an seiner Seite ist „KML“, der für ihn überwiegend Tracks aufnimmt und passende Beats gestaltet, unter anderem „Dada“ und „Niemals Aufgeben“ oder Producer Dribz, mit dem P-Zak auch musikalische Projekte verwirklicht.

P-Zak gerät durch seine Familienkrise in ein tiefes Loch

P-Zak musste schwere Schicksalsschläge durchmachen. 2005, kurz vor seinem Abitur, verstarb sein Vater. Daraufhin geriet er in einen Schreibwahn, fand Rap als Ventil und hat all seine Emotionen in Rap-Texten niedergeschrieben. Er hat ganze Schuhkartons mit Texten gefüllt.

Viel zu früh verstarb sein Vater und die Familie hat Jahre gebraucht, um diesen Schicksalsschlag zu verarbeiten. Auf dem Weg der Besserung überschattete eine erneute Tragödie die Familie. P-Zaks älterer Brüder verstarb überraschenderweise ein Tag vor der WM letzten Jahres. P-Zak wurde in ein tiefes Loch gerissen und fühlt sich selbst so, als würde der Tod seines Bruders erst zwei Wochen zurückliegen. Doch Zigaretten, Drogen und Alkohol sind für P-Zak keine Option gewesen, um über seine Probleme hinwegzukommen. Rappen ist für ihn eine Dauerbeschäftigung und wie eine Droge: Er denkt im Bett über Raps nach, träumt davon und freestylt unterwegs. Das tut ihm gut und baut Aggressionen, sowie Frust ab.

Rap am Mittwoch – ein erster Lichtblick am Ende des Tunnels

Eines Tages traf er unterwegs den deutschen Rapper „Tierstar“. Dieser fragte ihn, ob er nicht Interesse hätte, bei „Rap am Mittwoch“, einem Rap-Battle-Contest, vorbeizuschauen. Dort versammeln sich Rapper, Sänger, Beatboxer oder Instrumentalisten, um ihre Fähigkeiten gegeneinander unter Beweis zu stellen. Im August 2010, kurz nach dem Tod seines Bruders, besuchte P-Zak das erste Mal „Rap am Mittwoch“. Anfangs traute er sich nicht mitzumachen. Sein Ego war noch zu sehr angekratzt. Und ein weiterer Schlag durchkreuzte seine Vorhaben vorerst am Turnier teilzunehmen. Seine Mutter musste ins Krankenhaus. Eine Not-OP stand an! Nach all dem Hoffen und Bangen, sowie einer gut verlaufenen Operation fasste P-Zak seinen Entschluss. Getrieben  durch Verluste, Rückschläge und aufgestauter Wut nahm er schließlich am 17. November 2010 am Turnier teil. Im Finale erlebte er eine Niederlage, aber was er an diesem Abend auch verlor war seine Angst! Wie von einem Blitz getroffen erkannte P-Zak was im Leben wahrhaft zählt: „Nicht das Gewinnen oder Verlieren ist entscheidend, sondern einzig und allein, dass man nicht den Kopf hängen lässt“.

„Auf der Bühne fühle ich mich immer wie elektrisiert. Sobald die Beats im Hintergrund anlaufen, verschwinden alle Sorgen und Probleme aus meinem Kopf.“, beschreibt er. Das Feedback aus dem Publikum ist dabei überwiegend positiv. Es gibt selbstverständlich Menschen, die ihn nicht mögen oder kritisieren, aber P-Zak stellt fest: „Hass ist die neue Liebe! Auch meine besten Freunde haben mich am Anfang gehasst. Aber du musst den Menschen manchmal deine Kanten und Ecken zeigen, dann werden Sie dich langfristig respektieren und mögen. Wenn du versuchst es jedem Recht zu machen, wird keiner Respekt vor Dir haben!“ RESPEKT, darum geht es bei „Rap am Mittwoch“, dem Event, das von Ben Salomo & DJ Pete moderiert wird.

Bild: Tierstar (links), P-Zak (mitte), Ben Salomo (rechts)

Auch, wenn „Rap am Mittwoch“ nur eine Station auf dem Weg zum erfolgreichen Rapper ist, so war es P-Zak zufolge bisher der wichtigste Schritt seit Beginn des Rappens. All seine Wut und all seine Emotionen kann er dort auf sportliche Art und Weise raus lassen und neue Freunde finden. Auch der hochgeschätzte Moderator „Ben Salomo“ ist inzwischen zu einem wichtigen Freund von P-Zak geworden, der ihn auf seinem Weg unterstützt.

Sein musikalischer Höhepunkt bisher?

Der 15. Dezember 2010, kurz vor Weihnachten, war ein großer Tag in P-Zaks Leben. Es war der letzte Tag, um sich für ein Studium einzuschreiben. P-Zak musste an dem Tag zur Arbeit. Seine Freundin fragte ihn, ob er wirklich zu „Rap am Mittwoch“ wolle. Auch seine Mutter, die er des Öfteren im Krankenhaus besuchte, machte sich Sorgen um ihn. Doch er war fest entschlossen heute einen Sieg davon zu tragen.

Bei seiner Arbeit haben ihn seine Kollegen noch gepusht, aber auch vor Augen geführt, dass auf Musik kein Verlass sei und ein Studium ein wichtiges Fundament im Leben ist.  P-Zak aber glaubt an sein Können, er glaubt an seinen Traum und machte sich auf den Weg zum Turnier.

Er kämpfte sich an dem Abend bis ins Finale, wo er dann schließlich gegen den Rapper „Greeny“ antrat. P-Zak erinnerte sich zurück an das allerletzte Gespräch mit seinem Bruder: „Kleiner Scheißer, du weißt, du hast es drauf, du wirst es mit Deiner Musik zu etwas bringen, ich glaube an Dich!“ Getrieben von diesen Gedanken und seiner festen Entschlossenheit zu gewinnen, war er nicht zu bremsen. Nach dem Battle schrie die Menge: „P-Zak, P-Zak, P-Zak“. Aus einem „no-name“ war der Champion des Abends geworden.

Was braucht man, um erfolgreicher Rapper zu werden?

„Meiner Meinung nach Eloquenz, Kreativität und viel Übung. Wie beim Malen eines Bildes musst du Deiner Kreativität freien Lauf lassen. Du musst Metaphern benutzen, Vergleiche anführen, Flow haben und eins mit dem Beat werden.“, erklärt P-Zak.

Inspiriert wurde er dabei vor allem durch seine Vorbilder Kool Savas und Eminem. P-Zaks Leitspruch lautet: „Wenn Du der Beste werden willst, musst Du die Besten studieren!“ Er druckte viele Texte von diversen Rappern aus und analysierte, wie sie ihre Texte gestalten, wie sie ihre Wörter setzten und wie viel Silben sie in einer Zeile verwenden. Solch ein Prozess hilft jedem Künstler, seinen eigenen Style zu finden und weiterzuentwickeln.

Bild: P-Zak (links), KML (mitte), Iris (rechts)

Bei „Rap am Mittwoch“ geht es um eine Kombination aus Freestyle, sowie fertigen Punches und Lines, die man im richtigen Moment einsetzt.  Auch aktuelle politische Themen wie das Gutenberg-Plagiat greift er in seinem Rap auf. Dann entstehen Lines wie: „Deine Texte sind alle geklaut wie Gutenbergs Plagiate.“, so P-Zak im Lachen.

Vor den Battles wird vereinbart, welche politischen und persönlichen Themen man nicht ansprechen darf. P-Zaks Kodex lautet: „Nichts über Mütter!“

P-Zaks inneres Loch, entstanden durch seine familiären Verluste, ist noch lange nicht geschlossen, doch in der Musik sieht er die Chance mit seiner Leidenschaft erfolgreich zu werden. Erst kürzlich am 4. Juni 2011 hatte P-Zak seinen ersten eigenen Auftritt. Ein weiterer wichtiger Schritt auf seinem Weg zum erfolgreichen Rapper. Aufgeben ist für ihn nicht drin, was er in seinem neuen Track „Niemals Aufgeben“ klarstellt!

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Von Dario Mohtachem, mohtachem(at)migration-business.de

2 Kommentare

  1. Ma We

    P_Zak 4 Life

  2. ArvinG

    P-Zak du schaffst das schon!! egal was kommt du wirst dich durchkämpfen und dir im hip hop einen namen machen!! ich glaube an dich und deinen rap!! einfach weiter machen und alles kommt schon noch mit der zeit!!

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