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Hong Kong als neues Finanzzentrum?

Professor Chan und der tschechische Finanzminister Miroslav Kalousek bei der Unterzeichnungszeremonie des Abkommens zur Vermeidung von Doppelbesteuerung am 6. Juni 2011.

Hongkonger Minister für Finanzdienstleistungen und das Schatzamt unterzeichneten Steuerabkommen mit der Tschechischen Republik. Der Minister für Finanzdienstleistungen und das Schatzamt, Professor K C Chan, pflegte auf seiner am 6. Juni beginnenden einwöchigen Europareise Beziehungen und wirbt für Hongkong als Chinas globales Finanzzentrum.

Professor Chan traf hochrangige Vertreter der Regierung aus dem Finanzressort, aus den Finanzregulierungsbehörden, dem Bankensektor und Handelskammern und informierte sie über das enorme Potential, das Hongkong in den Bereichen Vermögensverwaltung und Internationalisierung des Renminbi bietet.

Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung und der Prävention von Einkommenssteuerhinterziehung

Der erste Teil seiner Reise führte ihn nach Prag, wo Professor Chan im Namen der Regierung der Sonderverwaltungsregion Hongkong eine Vereinbarung zur Vermeidung von Doppelbesteuerung und  der Prävention von Einkommenssteuerhinterziehung mit der Tschechischen Republik am 6. Juni unterzeichnete. Für die tschechische Seite unterzeichnete Finanzminister Miroslav Kalousek.

Nach Belgien, Thailand, Festlandchina, Luxemburg, Vietnam, Brunei, den Niederlanden, Indonesien, Ungarn, Kuwait, Österreich, dem Vereinigten Königreich, Irland, Liechtenstein, Frankreich, Japan, Neuseeland, der Schweiz, Portugal und Spanien ist es das 21. umfangreiche Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung (CDTA), das Hongkong mit einem seiner Handelspartner beschließt.

Da das Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung die Zuständigkeiten und Steuervergünstigungen bei verschiedenen Arten passiver Einkommen zwischen beiden Seiten klar abgrenzt, können Investoren ihre Steuerverbindlichkeiten bei grenzüberschreitenden Wirtschaftsaktivitäten zukünftig besser abschätzen. Das Abkommen wird die beiderseitigen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen vertiefen und zusätzliche Anreize für Unternehmen aus der Tschechischen Republik und Hongkong schaffen, in dem jeweils anderen Land zu investieren.

Ohne das Abkommen unterliegt Einkommen, das von Tschechen in Hongkong erwirtschaftet wird, sowohl in Hongkong als auch in der Tschechischen Republik der Besteuerung. Von Hongkonger Niederlassungen tschechischer Unternehmen erwirtschaftete Gewinne unterliegen an beiden Orten der vollen Steuerpflicht. Mit dem Abkommen werden in Hongkong zu zahlende Steuern mit denen in der Tschechischen Republik verrechnet.

Ohne das Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung unterliegen Dividenden, die nicht permanent in der Tschechischen Republik ansässige Hongkonger Bürger aus der Tschechischen Republik erhalten, einer Quellensteuer von 15 Prozent. Mit dem Abkommen wird die Quellensteuer auf fünf Prozent reduziert. Die von tschechischer Seite auf Zinsen erhobene Quellensteuer von gegenwärtig 15 Prozent wird gänzlich aufgehoben und die Quellensteuer auf Lizenzgebühren von derzeit 15 Prozent auf 10 Prozent reduziert.

Mit dem Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung unterliegen Hongkonger Fluglinien, die Flüge in die Tschechische Republik durchführen, nicht der tschechischen Unternehmenssteuer sondern der im Vergleich niedrigeren Hongkonger Unternehmenssteuer. Von Hongkonger Bürgern in der Tschechischen Republik erzielte Gewinne im Bereich des internationalen Transports werden zurzeit noch in der Tschechischen Republik versteuert. Mit dem Abkommen entfällt dies.

Das Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung zwischen Hongkong und der Tschechischen Republik entspricht dem neuesten OECD-Standard zum Informationsaustausch.

Das Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung zwischen Hongkong und der Tschechischen Republik tritt nach der beidseitigen Ratifizierung in Kraft. In Hongkongs Fall bedarf es einer Anordnung durch den Regierungschef im Rat im Rahmen der Finanzamtsverordnung, di vom Legislativrat abgelehnt werden kann.

Hongkong baut sein Netzwerk von Doppelbesteuerungsabkommen mit wichtigen Handels- und Investitionspartnern aktiv aus. In Fällen bei denen Verhandlungen im Augenblick nicht beginnen können, strebt Hongkong zumindest eingeschränkte Übereinkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung für Einkünfte aus Fluglinien und dem Transportwesen mit bedeutenden Partnern an. Bislang wurden 27 Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung für Gewinne von Fluglinien, sechs Abkommen für Gewinne im Transportwesen und zwei Abkommen, die für beide Sektoren gelten, erzielt.

Einzelheiten des Abkommens zur Vermeidung von Doppelbesteuerung zwischen Hongkong und der Tschechischen Republik finden Sie hier.

In Prag traf Professor Chan sich auch mit dem Gouverneur der tschechischen Nationalbank, Miroslav Singer und Daniel Heler, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden und Vorstandsmitglied der Česká spořitelna, einer führenden Bank in der Tschechischen Republik.

Am zweiten Tag seiner Reise (7. Juni) wird Professor Chan die Prager Börse besuchen und den stellvertretenden Ehrenvorsitzenden des Aufsichtsrates der tschechischen Handelskammer, Josef Cílek, treffen. Er wird ebenfalls eine Rede bei einem Mittagessen mit Führungskräften halten, das vom in Berlin ansässigen Wirtschafts- und Handelsbüro Hongkong veranstaltet wird, bevor er nach Belgien weiterreist.

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