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Ist Deutschland angekommen in der Weltgesellschaft?

Zurzeit findet in Berlin die Stiftungswoche 2011 statt. Eine besonders interessante Veranstaltung wird präsentiert von der Allianz Kulturstiftung. Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Reden über Europa“ diskutieren prominente Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Kultur über Deutschlands Mangel an Einwanderern, Defizite in der Integrationspolitik und mögliche gesamteuropäische Lösungsansätze. Diese Veranstaltung findet am 24. Juni 2011 um 18 Uhr im Berliner Allianz Forum statt und ist zugleich eine Abschlussveranstaltung der diesjährigen Berliner Stiftungswoche. Kooperationspartner der Allianz Kulturstiftung sind Der Tagesspiegel, rbb Kulturradio und die Initiative DeutschPlus.

Zahlen und Fakten über Deutschland

Es steht schlecht um Deutschlands demografische Entwicklung. Dem ehemaligen Einwanderungsland gehen die Einwanderer aus, so das Fazit der Studie „Migrationsland 2011“ des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration.

Innerhalb von 15 Jahren wanderten über 500.000 Menschen mehr aus, als im selben Zeitraum nach Deutschland einwanderten. Gepaart mit der niedrigen Geburtenrate zeichnen sich schwerwiegende Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft ab. Der Fachkräftemangel bremst den ökonomischen Aufschwung, die überalterte Gesellschaft belastet den Sozialstaat. Die deutsche Bildungselite sucht zunehmend ihr Glück im Ausland. Dieser „Braindrain“ gilt allerdings auch für ausländische Absolventen an deutschen Hochschulen. Zwar hat sich die Zahl dieser „Idealzuwanderer“ in den letzten zehn Jahren auf über 27.000 Personen verdoppelt, aber Deutschland ist oft nur Zwischenstation auf dem Weg ins Berufsleben.

Doch warum wollen sich immer weniger Menschen eine Zukunft in dem Land aufbauen, das lange Zeit mit seiner Rolle und dem Begriff „Einwanderungsland“ gerungen hat?

Ulrich Beck zufolge gibt es keine Rückkehr zur nationalstaatlichen Idylle. Reaktionäre Vorstellungen versuchen jedoch noch immer eine gewisse Ordnung herbeizuführen, die es in Wirklichkeit nicht mehr gibt. Sie glauben, dass Kultur einen exklusiven Standort hat. Sie haben noch nicht verstanden, was Globalisierung bedeutet, weil sie zu sehr in nationalem Denken verhaftet sind. Sie halten Kulturen für hermetisch abgeschlossene Gebilde, obwohl sie in Wirklichkeit im Laufe der Weltgeschichte schon immer verflochten waren und sich gegenseitig beeinflusst haben.

Deutschland und Europa müssen sich öffnen und sich klar zu seiner kosmopolitischen Gesellschaft bekennen. Bisher aber hat die Politik es versäumt, die nötigen Impulse zu setzen.

Die moderne globalisierte Welt bietet uns Chancen, die unsere Vorfahren nie hatten: Wir können teilhaben an der Kultur anderer Menschen und sie können unsere Lebensweise und Kultur kennenlernen, denn wie Ulrich Beck sagt „ist das Entfernte verdammt nahe gerückt. Zum ersten Mal in der Geschichte haben alle Menschen, alle ethnischen und religiösen Gruppen, alle Bevölkerungen, eine gemeinsame Gegenwart. Jedes Volk ist der unmittelbare Nachbar des anderen.“

Podiumsdiskussion

Über dieses Thema diskutieren am 24. Juni folgende Podiumsgäste: Sigmar Gabriel, der Parteivorsitzende der SPD, Daniel Cohn-Bendit, Mitglied des Europäischen Parlament für Die Grünen, sowie der Soziologe Ulrich Beck und die Theaterproduzentin Shermin Langhoff. Der Abend wird moderiert von Stephan-Andreas Casdorff, dem Chefredakteur vom Tagesspiegel.

Die eintrittsfreie Veranstaltung findet im Allianz Forum statt (Pariser Platz 6, 10117 Berlin).
Die Allianz Kulturstiftung lädt herzlich zur Teilnahme ein. Bei Interesse eine Anmeldung unter:

Tel: 030/ 321 80 81

Fax: 030/ 322 64 42

E-Mail: allianz2406@event-consult-berlin.de

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