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À la croate – EU-Kommission empfiehlt Kroatiens Beitritt zur EU

Dei EU-Kommission hat am 10.Juni angekündigt, dass Kroatiens zum 01.Juli 2013 der EU beitreten könnte. Damit wäre das aus dem ehemaligen Yugoslawien hervorgegangene Land an der Adria das 28. Mitglied. Bereits seit 2005 liefen die Verhandlungen zwischen Kommission und Kroatien. Jetzt bedarf es nur doch der Zustimmung (und zwar der einstimmigen) der Regierungen der jeweiligen Mitgliedsstaaten. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die Regierungen der Empfehlung von Barroso und seiner Kommission folgen.

Volklich

Volk kommt ja bekanntlich von folgen. Und ob die Einwohner Kroatiens selbst dem Kommissionscredo folgen und sich geehrt fühlen, vom  Beitrittskandidaten  zum Beitrittsland aufgestiegen zu sein, mag jedoch bezweifelt werden.  Zumindest ist die Zustimmung innerhalb der Bevölkerung in Kroatien in den letzten Jahren merklich gesunken. Als zu hart empfanden viele die Forderungen der Kommission. Andere nahmen der EU übel, dass deren Druck maßgeblich zur Auslieferung an das UN-Kriegsverbrechertribunal und zur Verurteilung der Generäle Ante Gotovina zu 24 und  GMladen Markac zu 15 Jahren Haft beitrug. So befürworteten nur knapp 50% der in Kroatien lebenden Kroaten den Beitritt ihres Landes zur EU. Ob dazu auch die jüngste Euro-Krise und die Diskussion um die Umschuldung Greichenlands eine Rolle gespielt haben, ist schwer zu sagen. Leichter nehmen es die in Deutschland ansässigen Kroaten.  80% sehen den Anschluss an die Europäische Union als positiv an. Dies kann der Tatsache geschuldet sein, dass sie in einem der EU-Kernländer leben, arbeiten und vor Ort sehen können, dass die EU „funktionieren“ kann, wenn man es denn zulässt.

Zwischen Alpen und Athen

Kroatiens Beitritt zur EU wurde kürzlich auch von höchster (himmlischer) Stelle auf Erden begrüßt. Papst Benedikt XVI.  So hatte der Pontifex bei seinem ersten Besuch in Kroatien Anfang Juni betont, dass das Land für ihn von Anfang an zu Europa gehört habe.  Für das katholische land eine Art Heiligsprechung. Und Balsam für das malträttierte Selbstwertgefühl bezüglich der wirtschaftlichen und politischen Zugehörigkeit zu „alten“ Kontinent. Die Verschleppung der Kommissionsempfehlung führen  Experten u.a. auch darauf zurück, dass die EU momentan oder mittlerweile beitrittsmüde sei, geschwächt vom Ringen um den Euro, Griechenland, düpiert von den finnischen Nationalkonservativen und Ländern wie Polen und Tschechien, die keine Eile hinsichtlich einer Euro-Einführung sehen. Auf der (auch geografisch) anderen Seite ist Kroatien umgeben vom Musterländle Slowenien, mit dem es einen seit Jahren schwellenden Grenzstreit hegt und pflegt. Dieser stets latente Konflikt erwies sich zu einem großen Teil als Bremsklotz, was Kroatiens Beitritt zur EU angeht. Wenigstens sieht der EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle keine Bedenken mehr hinsichtlich der Rechtsstaatlichkeit, der Kriminalitätsbekämpfung und der Verfolgung von Kriegsverbrechen – und dies, obgleich die letzten Politskandale und allen voran der momentan in Österreich in  Auslieferungshaft und unter Korruptionsverdacht stehende frühere Premier Ivo Sanader, wie auch zahlreiche Politiker der konservativen Regierungspartei HDZ, zu einem großen Vertrauensverlust der Politik/er innerhalb der kroatischen Bevölkerung zur Folge hatte.

Subventionen locken  –  Bulgarien und Rumänien stocken

Manch Kritiker bemängelt, dass EU-Beitrittskandidaten mit zweierlei Maß gemessen würden. So seien die beiden  jüngsten EU-Mitglieder Bulgarien und Rumänien  2007 in die EU aufgenommen worden, obwohl sie die strengen Beitrittskriterien vor allem hinsichtlich einer EU-konformen Justizreform und der Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität nicht erfüllten und sich auch heute noch damit schwer tun.  Schließlich seit der Bürgerkriege im ehemaligen Yugoslawien bzw. in Kroatien erst seit 16 Jahren beendet. Zu wenig Zeit, um die infrastrukturellen, wirtschaftlichen und politischen Folgen des Krieges im Sinne der EU zu konsolidieren. Auch aus diesem Grund wird laut Bericht kroatischer Medien die EU in den ersten beiden Jahren nach Beitritt Koratiens insgesamt 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Der Bereitstellung der Finanzspritzen, die u.a. der Grenzsicherung, Minenräumung, der Landwirtschaft und Fischerei zugute kommen wird, müssen jedoch die Regierungen sowohl Kroatiens wie auch der anderen EU-Beitritssländer noch zustimmen.

Nackte Zahlen und der Chic

Dass das deutsche Wort Krawatte dem französischen á la croate entspringt, wissen wohl die wenigsten. Dabei war es Mitte des 17. Jahrhunderts ein modisches Muss, das bunte Tuch im kroatischen Stil um den Hals zu tragen, so wie es auch die vom französischen König Ludwig XIII. angeworbenen, 6000 kroatischen Soldaten taten. Gerade Franzosen hinsichtlich Modetrends zu beeindrucken und zu beeinflussen mag in dieser Hinsicht nicht unbedingt als EU-Feuertaufe gelten. Und doch: Die Rückbesinnung auf traditionelle Werte und Wirtschaftszweige wie eben die Textil- und Modeindustrie zeigt sich strak in der neuerlichen Verbreitung dieser feinen Tücher in Boutiquen in allen größeren Städten Kroatiens. Was die Zahlen angeht, so muss einem nicht gleich die Luft wegbleiben, wenn man liest, dass das kroatische Statistikamt ein Ansteigen der Inflation im Mai um 2,5% im Jahresvergleich veröffentlichte. Im Vormonat lag die Steigung der Teuerung noch bei 2,4 %.  Im Nachbarland Slowenien hingegen freut man sich über einen Rückgang der Arbeitslosenquote. Die sank Tauf 11, 9 % im April von 12,2 % im Vormonat.

 

Von Marcello Buzzanca, buzzanca(at)migration-business.de

1 Kommentar

  1. Stefan Wehmeier

    Träume sind Schäume

    Vor der Falle warnt die Schrift
    Die heilig war und fast noch ist
    Priester, die nicht mehr verstehn
    Riefen zwei, die nicht mehr wollten gehn
    Der eine lässt die größten Schleicher
    Nur auf Kosten andrer sich bereichern
    Und vom zweiten glaubt die Priesterschaft
    Er habe Großes gar geschafft
    Einen Garten will er bereiten
    Denen, die nicht sein Verbot bestreiten
    Doch als dann mit einemmal
    Zu sparsam war das Finanzkapital
    Wollte in diesem Jammertal
    Die Frucht auch genießen das Sachkapital
    Es ging dahin der Ackerbau
    Denn er war nicht ganz so schlau
    Er gab dem Investor, seinem Gott
    Und die Viehzucht war bankrott
    Schon ergossen sich die Fluten
    Auf alle, die nicht wollten bluten
    Doch wenn die lieben Priesterlein
    Entzaubert sind vom heiligen Schein
    Dürfen aus seligen Träumen erwachen
    Alle, die dann herzlich lachen
    Denn es steht doch in der Schrift
    Was des Geldes Sinn betrifft
    Und der heilige Geist nicht schwindet
    Wenn es im Umlauf sich befindet
    So kommt die Welt erneut in Schwung
    Durch die Geldumlaufsicherung

    http://www.deweles.de/willkommen/himmel-und-hoelle.html

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