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Was macht Mehrzad Marashi heute?

Bild: Mehrzad Marashi, Fotograph: Nikolaj Georgiew

Mehrzad Marashi – das ist der Sieger von „Deutschland sucht den Superstar 2010“. In einem großen Finale setzte er sich gegen seinen Konkurrenten Menowin Fröhlich durch. Auch heute ist er nicht vergessen. Mehrzad, der in Hamburg eine eigene Tanzschule eröffnete und sich neben der Musik für krebskranke Kinder engagiert,  ist zurzeit unterwegs auf Promotour durch Deutschland für seine neue Single „Beautiful World“. migration-business sprach mit Mehrzad Marashi über seine Erfahrungen bei DSDS, seinen sprunghaften Aufstieg und über seine Pläne für die Zukunft.

Mehrzad, Du bist der Gewinner der „Deutschland sucht den Superstar“-Staffel 2010. Wie fühlt man sich, wenn man sich gegen 36.000 Konkurrenten durchgesetzt hat?

Das ist natürlich ein tolles Gefühl. Man freut sich sehr, dass man einen solchen Zuspruch von Deutschland bekommt. Ich habe aber von Anfang an gewusst, dass es schwierig wird und ich noch viel vor mir habe. Den Sieg bei DSDS habe ich als Karriere-Sprungbrett genutzt, um endlich ins Musikgeschäft einzusteigen.

Man sieht die vielen tausenden Bewerber bei DSDS, erfährt aber nicht, warum sie sich dort anmelden. Was hat Dich motiviert bei DSDS teilzunehmen?

Ich mache schon seit über 17 Jahren Musik. Irgendwann kam ich dann zu dem Punkt, an dem ich mir sagte: Du muss langsam anfangen, Dein eigenes Geld zu verdienen. Zudem war meine Frau schwanger. Ich musste mich also entscheiden: Mache ich nun weiter mit der Musik und verwirkliche  meinen Traum oder entscheide ich mich dafür, die Musik zu einem meiner Hobbys zu machen?  Daher habe ich es sehr ernst genommen und entsprechend dafür gekämpft.

Zu Beginn der DSDS-Staffel, als Du gefragt wurdest, wovon Du lebst, sagtest Du: „Von Luft und Liebe“. Heute bist Du für viele ein Star und Deine erste Single „Dont Believe“ verkaufte sich online mehr als jedes Lied zuvor. Wie erlebst Du diesen sprunghaften Aufstieg innerhalb der letzten zwei Jahre? Wie fühlst Du dich dabei?

Das Schönste daran ist, endlich mal Respekt von den Menschen zu bekommen.  Keiner sagt mehr etwas über Dich, obwohl er vorher an dir gezweifelt und dich nicht ernst genommen hat. Aber noch viel wichtiger ist, dass ich nun meinen Traum leben kann. Wie viele können das von sich behaupten?

DSDS 2010 war eine der größten Staffeln von DSDS überhaupt, über 6 Millionen Zuschauer haben zugesehen…

Das war eine tolle Staffel, aber Deutschland wurde bei DSDS im Gegensatz zu vorigen Staffeln in zwei Lager getrennt: Die eine Seite war für Menowin Fröhlich, die andere Seite für mich. Nach der Show gab es Streit, Ärger und Beschimpfungen. Ich sagte zu den Leuten: „Entspannt Euch doch, das war alles nur eine Show!“ Aber durch diese Lagerspaltung hat sich natürlich die Anzahl derer, die die CDs von mir kaufen, um die Hälfte verringert. Aber auch das ist nicht schlimm, denn ich werde daran arbeiten, auch die Herzen dieser Menschen zu gewinnen.

Hattest Du als Deutscher mit sogenanntem „Migrationshintergrund“  Erfahrungen mit Vorurteilen und Ausgrenzung?

Das habe ich immer noch, auch wenn es seit DSDS deutlich weniger geworden ist. Aber ich glaube so etwas wird nie komplett verschwinden: Wir Menschen haben immer Vorurteile. Jeder von uns. Das ist in gewisser Weise eine Art Schutz vor Fremdem und Unbekanntem. Deswegen habe ich versucht, so etwas nicht mehr an mich ranzulassen. Die Menschen wissen nicht was für ein Mensch Du bist und wollen sich nur schützen.

Glaubst Du, dass sich durch den Status als Prominenter etwas geändert hat, da man dich besser kennt?

Es hat sich definitiv gewandelt. Aber vereinzelt trifft man immer wieder auf Menschen, die vorurteilsbehaftet mit einem umgehen. Das hat viel mit der Erziehung zu tun: Wenn du aus einer guten Familie kommst, lernst Du, keine Vorurteile gegenüber anderen Menschen zu haben. Einige haben halt dieses Glück von zu Hause nicht mit auf den Weg bekommen. Ich bilde mir erst meine Meinung über einen Menschen, wenn ich diesen kennengelernt habe.

Auf Deiner offiziellen Website steht, dass Du Dich neben deiner Musikkarriere gesellschaftlich engagierst. Was genau tust Du und was hat Dich dazu bewegt?

Das ist richtig. Ich engagiere mich beispielsweise bei der persisch-deutschen Krebsliga und bei der Phönix-Stiftung, die sich ebenfalls um krebskranke Kinder kümmert. Bei Traumwolke habe ich auch teilgenommen: Die „Initiative Traumwolke“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, schwerkranken Kindern und Jugendlichen eine persönliche Begegnung mit ihrem Lieblingsstar zu ermöglichen. Mit solchen Treffen sollen ihnen ihr Lachen und ihr Lebensmut zurückgegeben werden. Das sind Momente, in denen Du alles vergisst: Wenn du zusammen bist mit schwerkranken Kindern oder Kindern, die in Armut leben, dann weißt Du Dein Leben erst richtig zu schätzen. Ich tue das unheimlich gerne und würde noch mehr Zeit dafür investieren, wenn es nur möglich wäre.

Hast Du Dir deine Karriere nach DSDS so vorgestellt oder gibt es Dinge, die Du noch ändern möchtest?

Der Titel „Superstar“ kann leicht verwirren, denn man wird nicht von heute auf morgen zum Superstar. Das muss man sich hart erarbeiten. Superstars wie Michael Jackson haben jahrzehntelang die Menschen mit ihrer Musik begeistert. Ziele wie diese setze ich mir natürlich auch, aber ich bin mir auch bewusst, dass es kein leichter Weg wird und viele Jahre dauern kann. Man hat bei vielen Superstars von DSDS gesehen, dass sie nach dem großen Medienhype wieder verschwunden waren. Mir war daher klar, dass ich weiterkämpfe und den Kopf nicht hängen lasse. Ich habe mir auch mehr Zeit für mein Album genommen. Viele fragten mich schon, warum ich nicht schon früher etwas rausgebracht habe. Doch ich wollte nicht Hals über Kopf etwas zusammenstellen, sondern mir intensiv Gedanken darüber machen, was ich will und was mir und den Menschen gefällt. Wenn zehn Leute mein neues Album hören, wird für jeden von ihnen etwas dabei sein, da bin ich mir sicher.

Du bist ja gerade unterwegs auf Promo-Tour für den Song „Beautiful World“. Wie ist das Feedback der Menschen?

 

 

 

Erst kürzlich war ich bei Sonnenklar TV und die Zuschauer konnten ihre Meinungen direkt ins Studio mailen. Viele sagten, dass es bisher der beste Song von mir war und gaben mir sehr gutes Feedback.

Was planst Du für Deine Zukunft? Hast Du konkrete Vorhaben?

Ich habe vor, mich vorerst auf mein aktuelles Album zu konzentrieren. Ich bin stets fleißig am arbeiten und denke mir immer wieder: „Man darf nie still stehen!“

Das Interview führte Dario Mohtachem.

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