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Innovation aus Japan: Zuwendungsroboter in Robbenform

Die deutsche Gesellschaft wird älter. Jedoch verbergen sich hinter dieser demographischen Krise auch innovative Chancen. Die japanische Firma AIST Intelligent System Co. Ltd. präsentiert zum ersten Mal auf der IFA Messe in Berlin die Zuwendungsrobbe mit dem Namen  „Paro“.

Zuwendungsroboter zur psychologischen Bereicherung

AIST und Intelligent System Co. Ltd., haben Zuwendungsroboter entwickelt, die durch physische Interaktion einen günstigen psychologischen, physiologischen und sozialen Einfluss auf Menschen ausüben. Diese Roboter sehen wie echte Tiere aus, also beispielsweise wie Katzen oder Robben. Der Robben-Roboter „PARO“, wurde speziell zu therapeutischen Zwecken entwickelt. „PARO“  erhielt sogar vom Gynisbuch der Rekorde die Auszeichnung „Bestes therapeutisches Equipment“, sagt Herr Yoshiaki Maeshima, Manager bei Tsukuba Center, Inc. Japan (TCI) (Foto rechts).

Viel Technologie in der Robbe

PARO ist einem Sattelrobbenbaby nachempfunden und ist mit einem weichen Kunstfell umhüllt, das Menschen ein angenehmes Tastgefühl, wie bei der Berührung richtiger Tiere, beschert. „Wir sind in der Anfangsphase. Bereits heute haben wir über 1.000 Robben-Roboter in Japan verkauft und die Nachfrage steigt. Nun, möchten wir die Europäer begeistern und haben uns deshalb in Dänemark mit unserer Hauptzentrale in Europa niedergelassen“, sagt Herr Maeshima.

Ein Sattelrobbenbaby verbirgt den größten Teil des Tages schlafend. PARO hat jedoch einen echten Tagesrhythmus und zeigt morgens, tagesüber und nachts unterschiedliche Verhaltensweisen. PARO ist tagesüber aktiv, wird aber am Abend schläfrig. Er hat fünf verschiedene Sensoren, einen Berührungssensor, einen Lichtsensor, einen akustischen Sensor, einen Temperatursensor und einen Sensor für seine Haltung, mit denen er Menschen und deren Umgebung wahrnehmen kann.

Über den Lichtsensor kann PARO Dunkelheit und Licht erkennen. Sein Berührungssensor unterscheidet, ob gestreichelt oder geschlagen wird. Über akustische Sensoren erkennt erkennt PARO die Richtung einer Stimme sowie einzelne Wörter, wie z.B. seinen Namen, eine Begrüßung oder Lob. Der Robben-Roboter ist auch lernfähig. Es kann lernen, sich so zu verhalten, dass er seinem Benutzer Freude bereitet oder auf einen neuen Namen zu reagieren. Wenn sie ihn jedes Mal streicheln, wenn es etwas Bestimmtes tut, erinnert sich PARO an seine letzte Aktion und versucht, die Aktion zu wiederholen, um wieder gestreichelt zu werden.

Bei der Interaktion mit Menschen reagiert PARO so, als ob es lebendig wäre, bewegt Kopf und Gliedermaßen, gibt Geräusche von sich und zeigt die bevorzugten Verhaltensweisen. PARO imitiert außerdem die Stimme eines echten Sattelrobbenbabys.

PARO ist ein autonomer Roboter, kann also seine Gefühle, wie beispielsweise Überraschung oder Freude durch Zwinkern mit den Augen oder das Bewegen von Kopf und Gliedermaßen ausdrücken, ohne speziell dazu aufgefordert zu werden. Dieses Verhalten kann so interpretiert werden, als ob der Robben-Roboter echte Gefühle hätte.

Text: Joel Cruz
Foto: Marlene Kunst

 

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