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Umweltprobleme enden nicht an nationalen Grenzen

Anlässlich des heutigen 4. Nationalen Forums zur biologischen Vielfalt ist es dringend notwendig, den Schutz der Biodiversität effektiv zu gestalten. Die Republik Ecuador begrüßt das Nationale Forum zur biologischen Vielfalt in Berlin als hervorragende Gelegenheit, um über die Zukunft der biologischen Vielfalt in Deutschland sowie über die nationalen Maßnahmen ökologischer Politik zu sprechen. Lokaler Naturschutz muss durch den globalen Schutz der Biodiversität ergänzt werden, denn ökologische Probleme enden nicht an den nationalen Grenzen, sondern sind von weltweiter Relevanz. Anlässlich des heute stattfindenden 4. Nationalen Forums zur biologischen Vielfalt gilt es, auf neuen, wissenschaftlich fundierten Wegen die Artenvielfalt des Planeten zu bewahren. Dies ist durch die neuartige Umweltinitiative Yasuní-ITT erstmals möglich. Der Nationalpark Yasuní im Osten Ecuadors ist das Gebiet mit der weltweit höchsten Biodiversität; dies ist durch mehrere Studien wissenschaftlich erwiesen. Dort leben auf einem Hektar mehr Arten von Pflanzen als in ganz Nordamerika zusammen.

Die Initiative sieht vor, dass 900 Millionen Barrel Öl – dies entspricht 21% der ecuadorianischen Erdölreserven – in diesem einzigartigen Regenwaldgebiet nicht gefördert werden, sodass dieses Erdöl auch nicht als Kraftstoff verbrannt werden kann. Das ist in ökologischer Hinsicht ein sehr starkes Signal Ecuadors an die Weltgemeinschaft. Der Yasuní-ITT-Treuhandfonds soll nun dazu dienen, die Beiträge verschiedener Länder, Organisationen, Institutionen und sogar von Privatleuten zu sammeln, um dies zu ermöglichen. Denn Ecuador verlöre ungefähr 7 Milliarden Dollar und will die Hälfte dieser entgangenen Einnahmen selbst tragen, also 3,5 Milliarden. Die übrigen 3,5 Milliarden sollen in den von der UNO verwalteten Treuhandfonds einfließen. Dies ist keine Entwicklungshilfe, sondern eine Kooperation im Interesse aller Völker der Erde.

Bei der 9. Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über die biologische Vielfalt (CBD) 2008 in Bonn sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel 500 Millionen Euro – bis 2012 – für den Erhalt bedrohter Ökosysteme, insbesondere Wälder, zu. Es wäre ein Widerspruch, wenn Deutschland – eines der im Umweltschutz aktivsten Länder – diese Summen freigeben würde, ohne das gegenwärtig einzige Projekt zum Schutz der Biodiversität, das schon heute zur Implementierung bereit ist, zu berücksichtigen. Die Ablehnung könnte zudem der Initiative ein Ende bereiten.

Bei den alternativen Umweltprojekten (REDD+) zur Reduktion der Emissionen aus Entwaldung und Waldschädigung, die derzeit nicht startbereit sind, wird hingegen weder der Erhalt der Biodiversität, noch die ecuadorianische Energiewende, noch der Schutz der indigenen Völker, die in freiwilliger Isolation leben, gewährleistet. Die Unterstützung dieses Pilotprojekts war im Juni 2008 fraktionsübergreifend und einvernehmlich vom Bundestag in einem formellen Prüfauftrag gefordert worden.

Botschaft von Ecuador in Deutschland – 8.11.2011

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