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Axel Springer – Ein Sprung in Richtung Zukunft

Zwischen dem Checkpoint Charlie und der Bundesdruckerei, inmitten von Touristengeschehen und Berliner Alltag, ragt ein gläserner Quader in den Himmel empor: Das marktführende und international operierende Verlagshaus der Axel Springer AG.

Es ist früher Vormittag. Wir befinden uns im weitläufigen Foyer des Gebäudes. Gerade zu der jetzigen Tageszeit herrscht reges Geschehen. Neben Einkaufsläden sitzen die Mitarbeiter an den hohen Bartischen der offenen Kantinen. Sie löffeln Suppe, trinken Kaffee und werfen flüchtige Blicke auf überdimensionale Leinwände, auf denen die Twitter-Webseite Axel Springers gestreamt wird und sie mit sich ständig aktualisierenden Kurznachrichten versorgt. Im grauen Marmorboden spiegeln sich eilende Schlipsträger und bunte Nike Sneaker. Smalltalks und das Klackern von Absatzschuhen verhallen in der Weitläufigkeit, dennoch reicht diese Szenerie, um einen Eindruck der Belegschaft zu erhaschen, der allen Erwartungen gerecht wird. Dynamisch, kreativ und jung – das ist das Bild des heutigen Journalisten, welches sich in dieser Räumlichkeit zu bestätigen scheint.

Doch reichen diese Attribute alleine aus, um in der Medienlandschaft Fuß fassen zu können? Die Branche ist breit gefächert und heiß begehrt. Immer mehr Absolventen und Schüler haben vor „irgendwas mit Medien“ zu machen, doch was genau erfordert es seinen Berufsweg in diese Richtung einzuleiten? Wie sind die Berufsmöglichkeiten bei Axel Springer?

Diese und andere Fragen beantworten uns im Rahmen einer Exkursion Johannes Burr und Anne Schortz, Mitarbeiter bei Axel Springer, die uns tiefgreifende theoretische Einblicke in das Unternehmen geben und uns ausführlich über Berufsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven in dem in 35 Ländern aktiven Medienunternehmen informieren.

 

Kaum in den Aufzug eingestiegen, befinden wir uns im Konferenzraum des 6. Stocks. Wir sitzen an hufeisenförmig angeordneten Tischen, gegenüber steht Herr Burr – Hemd, Jeans und Macbook. Herr Burr, ein smarter Typ, der so wirkt, als hätte er schon sein ganzes Leben lang mit Medien zu tun. In seinen einleitenden Worten, in denen er sich kurz vorstellt, beweist er uns jedoch schnell das Gegenteil. Er absolvierte sein Jurastudium und stellte nach einiger Zeit Berufspraxis fest, dass dieser Job ihm doch nicht gefällt. Kurze Zeit später landete er bei Axel Springer und ist heute im Personalmarketing tätig.

Im Personalmarketing bekommt Herr Burr von dem regen Journalistenalltag nicht allzu viel mit. Natürlich heißt es nicht automatisch Redakteur zu sein, wenn man bei Axel Springer arbeitet. Es gibt auch ein breites Arbeitsfeld hinter den Kulissen, welches zum Beispiel den Marketingbereich oder die Personalabteilung abgedeckt.

„Viele Berufswege verlaufen nicht geradlinig. Erst durch die Arbeitspraxis erfährt man, ob man sich in der gewählten Branche gut aufgehoben fühlt.“

Genauso vielfältig wie die Jobangebote, ist das Axel Springer Unternehmen mit seiner Bandbreite an Publikationen an sich. Die bekannteste und meistgelesene Zeitung, welche zu der Verlagsgruppe gehört, ist das Boulevard-Blatt „Bild“, welches am Tag 12 Millionen Leser deutschlandweit in Printform erreicht. Obwohl die Bild einen großen Teil des Gesamtumsatzes von Axel Springer erzielt, ist der Verlag weitaus mehr als die Bildzeitung. Zu ihrem Hause gehören 240 Zeitungen und Zeitschriften weltweit, wie etwa Die Welt und Berliner Morgenpost als Zeitungen und diverse Zeitschriften, wie Rolling Stone und AutoBild, um nur einige zu nennen. Damit ist es der größte Zeitungs- und drittgrößte Zeitschriftenverlag deutschlandweit. Aber nicht nur Printmedien zählen zu der Axel Springer Familie. Im Zuge der immer größeren Nachfrage des Internets, wurde der Fokus verstärkt auf den digitalen Sektor gelegt. Den wenigsten ist bekannt, dass insgesamt 140 Webseiten, wie stepstone.de und idealo.de ebenfalls dazuzählen. Aus diesem Grund kann in Verbindung mit Axel Springer nicht mehr allein von einem Verlag, sondern vielmehr von einer Mediengruppe gesprochen werden.

Im Zeitalter vom Social Networking wird die Onlinelektüre immer gängiger. Herr Burr stellt die Prognose auf, dass die Zahl der momentan knapp 25 % des Gesamtumsatzes ausmachenden digitalen Medien sich in Zukunft verdoppeln wird. Dieser Sektor ist also noch ausbaufähig, weshalb der Bedarf an internet- und technologieaffinen Bewerbern momentan sehr groß ist.

Bei der hohen Bewerberquote reicht dies allein jedoch nicht aus. Neueinsteiger sollten vor allem mit der Unternehmensphilosophie vertraut sein. Gesucht werden Mitarbeiter, die mit den Schlagworten Kreativität, Integrität und Unternehmertum etwas anfangen können. Kreativ zum einen im Beruf des Redakteurs, zum anderen im Managementbereich, wenn es zum Beispiel darum geht die Marktführerschaft in den Printmedien, durch innovative Ideen zu halten und noch weiter auszubauen. Internationalität und Digitalisierung, beides globalisierungsgelenkte Merkmale, sind hier die entscheidenden Stichworte.

„Wir suchen kreative, innovative Leute, die unsere Unternehmensstrategien beherzigen und diese mit uns zusammen auszubauen.“

Wege für eine berufliche Zukunft bei Axel Springer gibt es einige. Schüler und Studenten, die sich für das Schreiben begeistern, erlangen zum Beispiel im Rahmen eines Redaktionspraktikums wertvolle Praxiserfahrung rundum die Recherche für Artikel und das Konzipieren von Zeitungsseiten. Diejenigen, die hinter die Kulissen Axel Springers schauen möchten, können in Form eines Praktikums, die technischen und kaufmännischen Bereiche kennenlernen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit nach Beendigung des Studiums an dem mehrmonatiges Trainee-Programm teilzunehmen, bei dem man diverse Abteilungen des Unternehmens durchläuft und somit einen sehr weiten Blick in die unterschiedlichen Arbeitsfelder erlangt. Bewerbern, die ihre Arbeitsambitionen auf den „Crossmedia-Journalismus“ beschränken möchten, bietet die Axel-Springer-Akademie eine Ausbildung zum Redakteur an. Durch abwechslungsreiches Arbeiten in den Bereichen Zeitung, Online, Audio und Video sammelt man hier praktische und theoretische Fähigkeiten, die spezifisch für das Arbeiten bei Axel Springer vonnöten sind, aber auch für andere Berufe in diesem Sektor wertvoll sind. Aus diesem Grund ist eine Übernahmequote von 100 % fast gegeben.

Generell gilt es für alle Bewerbungen, aufgrund der hohen Bewerberzahl, genügend Vorlaufzeit einzuplanen. Je nach Ausbildungsangebot, liegt diese zwischen drei bis sechs Monaten, für einige Ausschreibungen kann man sich jedoch auch jederzeit bewerben. Des weiteren ist für das Bewerbungsverfahren wichtig, dass man sich seinen Stärken bewusst ist und diese zielsicher zum Ausdruck bringt.

Zu diesem Selbstbewusstsein rät auch Anne Schortz. Sie empfiehlt es hartnäckig zu sein und sich von Jobbezeichnungen nicht abschrecken zu lassen. Auch sie gelangte mit Umwegen in den Verlag, nachdem sie erst Erziehungswissenschaften studierte. Außerdem schlägt sie vor Messeauftritte zu nutzen, um direkten Kontakt zu Mitarbeitern von Axel Springer herzustellen und im Bewerbungsgespräch die eigene Persönlichkeit hervorzuheben. Natürlich seien die Jobbeschreibungen Pfeiler, an denen man sich orientieren solle, schließlich bringt ein abgeschlossenes Studium, welches in das Tätigkeitsfeld passt, viele Vorteile mit sich, es sei allerdings nicht ausgeschlossen, dass auch Absolventen einer komplett anderen Richtung Chancen hätten bei Axel Springer tätig zu werden.

„Zeigt Pionieergeist, denkt international, seid mutig und habt vor allem Spass an dem was ihr macht!“

Mit diesen Worten klappen die Referenten das Macbook zu und werden von den Zuhörern mit großherzigen Applaus verabschiedet.

 

Text: Natalie Cwierz.

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