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Phönix-Preis – Wirtschaftspreis für Migrantenunternehmen verliehen

(Foto: F. Schießl) Die Preisträger 2011 mit Bürgermeisterin Christine Strobl (rechts) und dem Wirtschaftsreferenten Dieter Reiter (links)

Bürgermeisterin Christine Strobl und der Referent für Arbeit und Wirtschaft Dieter Reiter haben im Rahmen einer Feierstunde Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund mit dem Wirtschaftspreis der Landeshauptstadt ausgezeichnet. Die Gewinner erhielten eine Trophäe, die der Münchner Künstler Andreas Ohrenschall entworfen hat, sowie ein Preisgeld in Höhe von insgesamt 3.000 Euro.

Der Phönix-Preis würdigt herausragende wirtschaftliche Leistungen sowie das gesellschaftliche und soziale Engagement von Migrantenunternehmen. „Dieser Preis schärft den Blick für die unternehmerischen Potenziale der Migranten“, sagt der Referent für Arbeit und Wirtschaft Dieter Reiter. „Diese Potenziale gilt es zu fördern, denn Migrantenunternehmen sind ein wichtiger Faktor für die Münchner Wirtschaft.“ Reiter kündigte an, den Phönix-Preis weiterhin auszuschreiben.

Bürgermeisterin Christine Strobl: „Migrantenunternehmen müssen mehr Anerkennung finden. Sie spielen eine wichtige Rolle beim interkulturellen Brückenbau. Die von uns ausgezeichneten Unternehmen nehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung besonders wahr. Sie sind ein wichtiges Vorbild für Akzeptanz, Vielfalt und Integration.“

Die Resonanz auf die Ausschreibung des Phönix-Preises war erfreulich hoch. 30 Bewerberinnen und Bewerber aus 18 verschiedenen ethnischen Gruppen nahmen in diesem Jahr daran teil.

„Die vielen hochwertigen Bewerbungen spiegeln die Aufbruchstimmung in der Migrantenökonomie wider“, sagt Wirtschaftsreferent Reiter. Die Jury stand vor der anspruchsvollen Aufgabe, daraus drei Unternehmen auszuwählen. Die meisten Bewerber kommen aus dem Dienstleistungssektor, gefolgt von Gastronomie, Handwerk, Gesundheitswesen und Tourismus.

Die Phönix-Preisträger 2011 sind:

R&M Personalmanagement & -consulting
Das R&M Personalmanagement und -consulting wurde im Jahr 2008 von Besma und Ikram Cherif gegründet. Nach ihrem Studium der Betriebswirtschaft haben sich die in München geborenen Schwestern mit tunesischem Migrationshintergrund selbstständig gemacht. Ihr Unternehmen arbeitet mit lokalen und regionalen Arbeitgebern aus unterschiedlichen Branchen zusammen. Anliegen von R&M ist es, Arbeitssuchende in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis in Firmen zu vermitteln. Durch das Kennenlernen der Arbeitssuchenden im Bewerbergespräch und dem persönlichen Kontakt zu den Arbeitgebern versucht das R&M-Team, den Anforderungen beider Seiten zu entsprechen. Bei einer Vermittlung ist es den beiden Schwestern

besonders wichtig, nicht nur berufliche Fähigkeiten sondern auch Sozialkompetenzen zu berücksichtigen. Die Cherifs verstehen ihre Tätigkeit nicht als Konkurrenz zur staatlichen Arbeitsvermittlung, sondern als ergänzendes Dienstleistungsangebot. R&M vermittelt auch Arbeitssuchende mit Anspruch auf Arbeitslosengeld I und II. Zu Ihren Kunden gehören unter anderem Bewerberinnen und Bewerber mit Migrationshintergrund, welche der deutschen Sprache nicht mächtig sind.

BBC Treuhand- und Steuerberatungsgesellschaft AG
Beata Baroth kam im Alter von elf Jahren nach Deutschland. Nach einer Ausbildung zur Steuerfachwirtin machte sie sich im Alter von 19 Jahren selbstständig. Mit 24 Jahren beschäftigte die Münchnerin mit ungarischem Hintergrund bereits 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Heute führt sie ihre Steuerkanzlei in Form einer AG in der Münchner Innenstadt. BBC bietet ganzheitliche Beratung in allen steuerlichen, rechtlichen, wirtschaftlichen, organisatorischen und finanziellen Fragestellungen der unternehmerischen Tätigkeit an. Zu den Leistungen gehören gestaltende und laufende Steuerberatung, Treuhandtätigkeiten, Existenzgründungsberatung, Erstellen von Steuererklärungen und Jahresabschlüssen sowie Finanz- und Lohnbuchhaltung. Zum Kundenkreis der BBC gehören viele Münchner Unternehmen, die von Migrantinnen und Migranten geführt werden. Die Kunden haben die Möglichkeit, sich auf Deutsch und in sieben anderen europäischen Sprachen beraten zu lassen. Bei BBC denkt man global und arbeitet weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Das Unternehmen betreibt Zweigstellen in Rumänien, Ungarn und auf Zypern.

Alakara Air Travel
Vor zwölf Jahren machte sich der in der Türkei geborene Ilhan Alakara erst im Home-Office selbstständig. Seit mehr als zehn Jahren hat Ilhan Alakara sein Reisebüro in der Hans-Sachs-Straße. Alakara setzt auf eine breite Angebotspalette. Mit Lila- und Rosa-Reisen bietet er spezielle Reisen für Schwule und Lesben. Mit seinem Unternehmen Alakara Air Travel bedient er den allgemeinen Markt für Urlauber und Geschäftskunden. Sein neuestes Projekt heißt EMS – Effizientes Fitnesstraining und Bodystyling. Alakara erzielt die Hälfte seines Umsatzes mit Reisen für Schwule und Lesben.

Der Name Phönix
Das Referat für Arbeit und Wirtschaft wählte den Namen „Phönix“ für den neuen Wirtschaftspreis, weil der gleichnamige mythische Vogel für Mut, Risikobereitschaft und den Willen steht, immer wieder etwas Neues zu wagen. An diese Eigenschaften knüpft der Preis für Migrantenunternehmen an.

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