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Berlin Bubble Boom

Wo sonst soll dieses zuckersüße, kunterbunte und gaumenirritierende Getränk, namens Bubble Tea herkommen, als aus Asien? Der Kontinent begeistert nicht nur durch seine farbenfrohe Popkultur und sein Traditionsreichtum, sondern auch durch seinen in den letzten Jahren verstärkten wirtschaftlichen Aufschwung. All dies hat sich in den vergangenen Monaten vor allem in der Hauptstadt, durch die Allgegenwärtigkeit von „Bubble Tea Bars“ manifestiert. Im U-Bahnhof, auf Einkaufsstraßen, oder in Einkaufszentren – überall begegnet man diesem neuen kulinarischen Highlight und fragt sich – weshalb der Boom?

Anders als beim Döner, welcher sich erst durch die europäische Nachfrage etablierte, gilt Bubble Tea in seinem Ursprungsland Taiwan als Traditionsgetränk. In den 80er Jahren versuchte man Kindern das Teetrinken näher zubringen, indem man den klassischen Tee mit Tapiokaperlen süßte, Gummibärchen ähnlichen Kugeln, die aus dem Mehl der Maniokwurzel und Ahornsirup hergestellt werden. Durch die Verbreitung in ganz Asien und dann in den USA, unterlief Bubble Tea kleinen Modifikationen. So entstanden die „Popping Bobas“, mit Fruchtsaft gefüllte Kügelchen, die heute charakteristisch für das Getränk sind, erst in den USA.

Mittlerweile sind in Asien, neben den ursprünglichen Straßenverkäufern, die Bubble Tea, ähnlich dem Prinzip der Hot Dog – Bauchläden, vertreiben, auch Filialen entstanden, die sich von den hiesigen kaum unterscheiden. Kugelrunde Lampen und mit Kreisen bemalte Wände sollen an die Besonderheit des Tees erinnern und auch eine vielfältige Getränkekarte ist obligatorisch, denn die Bubble Tea Läden werben damit, für jeden Geschmack das passende Getränk im Sortiment zu haben. Sollte man jedoch weder gesüßten, noch mit Milch versetzen Tee mögen, so bieten einige Shops inzwischen neben Bubble Tea auch mit Tapiokakugeln gefüllte Crêpes, wie zum Beispiel „Bubble Chay“ in der Warschauerstraße an, oder aber man hat die Möglichkeit sich mit dem Bubble Coffee ein Koffeinvergnügen der anderen Art zu gönnen. Somit ist das Bild, das durch die aus Lautsprechern schallender jugendlicher Popmusik und der bunten Innenausstattung der Läden suggeriert wird, das Perlengetränk sei vor allem für jüngere Altersgruppen, mittlerweile überholt.

„Mister Babble“ im Prenzlauer Berg ist Mitglied des Unsa e.V.‘s und plädiert für eine Völker – und Kulturverständigung jenseits jeglicher Altersgruppen. Die Nischen, die es seit dem Bubble Tea Boom zu finden galt, um als Unternehmen aus der seifenblasenfrohen Teelandschaft hervorzustechen, sind seit den letzten Monaten gefüllt. Offen bleibt, ob die zahlreichen Unternehmensphilosophien überleben, oder Bubble Tea sich als nur eine Trenderscheinung von vielen herausstellt. Bubble-Frozen-Joghurt, anyone?

Text: Natalie Cwierz.

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