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Lorenz erzählt aus Afrika: Der Beginn einer Geschichte

Dreimal so groß wie Deutschland, zwischen dem roten Meer und den südlichen Teilen des Riftvalley gelegen, ragt der älteste noch bestehende Staat der Welt auf 3000 Metern Höhe empor – Äthiopien. Am Fuße des Entoto-Berges liegt Addis Abeba, politisches und soziales Zentrum des Landes und Heimat von mehr als 3 Millionen Menschen. Lorenz Weber (25), ehemaliger Maschinenbaustudent, ist seit kurzem einer von ihnen. Fernab seines routinierten Kiez-Alltages begibt sich der Berliner ein Jahr lang auf die Suche nach interessanten Menschen, spannenden Geschichten, exotischen Speisen und fremden Gerüchen. migration-business wird ihn exklusiv bei seinen Abenteuern begleiten.

Bevor Lorenz seine Arbeit bei dem privaten Unternehmen African Bamboo beginnen kann, erwartet ihn eine lange Reise, denn ein Flug von Berlin nach Addis Abeba dauert rund 11 Stunden, wenn man Pech hat auch mal 15. Bei der Ankunft am späten Abend dann erste Verwunderung: In Zeiten der Globalisierung findet man sogar in 6000 Kilometern Entfernung einen funktionierenden Flughafenbetrieb und asphaltierte Straßen. Das gefürchtete Chaos bleibt zunächst aus und die neue Heimat begrüßt den müden Weltenbummler mit angenehmer Ruhe und Sauberkeit. Erst am nächsten Morgen erinnert der schrille Weckruf des Imam Lorenz daran, dass sein Abenteuer nach langer Vorbereitung und viel Aufregung nun endlich begonnen hat.

Auch wenn ein mit Stacheldraht eingezäuntes und bewachtes Grundstück den Berliner zunächst von der Realität der Wellblechhütten trennt –  bei der ersten Tour durch die belebten Straßen von Addis Abeba gewinnt Lorenz  einen  Eindruck des „echten“ Lebens vor Ort.  Das sympathische Wirrwar der afrikanischen Großstadt erfordert seine vollste Konzentration: Ohne Verkehrsmarkierungen fahren hier Geländewagen und allerhand Taxis der Marke Lada ganz dicht nebeneinander, und das nach einer vollkommen persönlich festgelegten Straßenverkehrsordnung. Die Innenausstattung der Taxis oder Flohtransporter, wie Lorenz sie liebevoll nennt, besteht häufig aus plüschigen Fellen, die hier ganz große Mode sind.

Auch der Büroalltag unterscheidet sich bedeutend von dem, was Lorenz aus Deutschland gewohnt ist: Mit übervollen Arbeitszimmerchen und Internetverbindungen im Schneckentempo braucht man für alles viel mehr Geduld –  Hektik ist hier Ressourcenvergeudung, ganz klar. Allerdings befindet sich Lorenz neues Büro direkt vor der staatlichen Destillerie und Bierbrauerei, wodurch die Gestaltung des Arbeitsalltages hin und wieder auch kreativ angepasst werden kann!

 

Nach der Arbeit zurück in den Stacheldrahtpark? Fehlanzeige! Als echter Berliner kann Lorenz natürlich auch das Nachtleben nicht auslassen – und da hat Addis Abeba erstaunlich viel zu bieten. Gemütliche Jazz Clubs und laute Diskotheken verleiten auch Äthiopier zum ausgelassenen Feiern.

Bevor es jedoch auf die Tanzfläche geht, schreit Lorenz Magen nach Aufmerksamkeit. Wer sich unter äthiopischer Küche noch nichts vorstellen kann, der sollte in den nächsten Wochen aufmerksam mitlesen, denn unser Weltenbummler lässt garantiert keine kulinarische Herausforderung aus. Der erste echt-äthipiosche Happen mit dem Lorenz seinen (Abenteuer-)Hunger stillt, ist eine typische gemischte Platte, bestehend aus einem schwammartigen Fladen, dessen Name „Injera“ eher eine orientalische Prinzessin als eine Teigware vermuten lässt, sowie verschiedenen vegetarischen Ragouts und Saucen und – über allem thronend – einer Portion Ziegenfleisch… Ob Lorenz Magen ihm seine Neugier verzeiht?

Fortsetzung folgt in Teil 2

 

Text: Maximiliane Schwerdt

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