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Merkel: „Die Morde sind eine Schande für unser Land“

Bundeskanzlerin Merkel hat die Angehörigen der von Neonazis ermordeten Menschen um Entschuldigung gebeten. Besonders beklemmend sei, dass Verwandte der Opfer zu Unrecht von Ermittlungsbehörden verdächtigt worden seien: „Dafür bitte ich Sie um Verzeihung.“ In ihrer bewegenden Rede versprach Merkel den Angehörigen eine umfassende Aufklärung der beispiellosen Verbrechen und ein entschlossenes Eintreten des Staates gegen Rechtsextremismus und Gewalt.

Die über mehr als zehn Jahre von den Behörden unentdeckten Verbrechen seien „beispiellos für unser Land“, sagte Merkel sichtlich betroffen. Zu Beginn ihrer Rede verlas die Bundeskanzlerin die Namen der Getöteten und bat um schweigendes Gedenken. „Mit diesem Schweigen ehren wir die Opfer der Mordserie.“ Mehr als 1200 Menschen waren zu der Gedenkveranstaltung in Berlin gekommen.

Die Bundesbürger rief Merkel eindringlich zu mehr Wachsamkeit gegenüber Rechtsextremismus auf: Intoleranz und Rassismus äußerten sich keinesfalls erst in Gewalt. „Aus Worten können Taten werden“, mahnte sie. „Gefährlich sind auch diejenigen, die Vorurteile verbreiten und ein Klima der Verachtung schüren.“ Demokratie lebe davon, dass jeder an seinem Platz Verantwortung übernehme. Der Kampf gegen Vorurteile, Verachtung und Ausgrenzung müsse täglich geführt werden.

Dazu gehöre ein entschlossenes Eintreten des Staates gegen Rechtsextremismus und Gewalt. Merkel: „Wir tun alles, um die Morde aufzuklären und alle Täter ihrer gerechten Strafe zuzuführen», sagte sie an die Angehörigen gerichtet. Es gelte, alles zu tun, „damit sich so etwas nie wieder wiederholen kann“. Erste Weichen für eine bessere Zusammenarbeit der Behörden würden bereits gestellt.

Überall, wo an den Grundfesten der Menschlichkeit gerüttelt werde, sei Toleranz fehl am Platz. „Die Morde der Thüringer Terrorzelle waren auch ein Anschlag auf unser Land. Sie sind eine Schande für unser Land“, so Merkel.

 

 

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