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Izakaya – Japanische Tapas in Berlin

Von Deutschland über Kanada in die USA und wieder zurück. Der Geschäftsführer Ruo Xu bringt das japanische Izakaya von Los Angeles nach Berlin. Mit seinem Restaurant „Hashi Izakaya & Japanese Kitchen“ in der Rosenthaler Straße beeindruckt der Gastronom nicht nur mit einer stilvollen und ausgefallenen Innenarchitektur, sondern lädt Essensliebhaber ein, authentische japanische Tapas zu probieren. Der gebürtige Chinese erzählte migration business mehr über sein Konzept, die Hürden und seine Wünsche für die Zukunft.

War es schon immer ein Wunsch von Ihnen, ein eigenes Restaurant zu eröffnen?

Ich habe immer mit dem Gedanken gespielt, weil wir eine für mich typische Migrationsfamilie sind. Meine Eltern sind in den 80er Jahren nach Deutschland gekommen und haben ihr eigenes Restaurant eröffnet. Deswegen bin ich mit dem Restaurantgeschäft auch schon vertraut. Aber war es mein Ziel, ein Restaurant zu eröffnen? So richtig nicht. Ich habe Betriebswirtschaftslehre studiert und wollte eigentlich im Marketing tätig sein. Jedoch habe ich im Bereich Controlling gearbeitet und festgestellt, dass es mir nicht so richtigen Spaß macht, den ganzen Tag im Büro zu sitzen. Meine Überlegungen, was ich stattdessen machen könnte, brachten mich auf eine Idee: Ich habe lange in Kanada gelebt und dieses „Izakaya-Konzept“ schon gekannt. Es ist vergleichbar mit einer japanischer Tapasbar. Ich bin also auf die Idee gekommen, dass es gar nicht schlecht wäre, ein Restaurant auch in Berlin zu eröffnen.

Warum haben Sie sich gerade für den Standort Berlin entschieden?

Weil ich gesehen habe, dass es in Berlin nicht so viele gute japanische Restaurants gibt. Man findet hier oft eine Kombination aus Sushi-Bars, thailändischem und vietnamesischem Essen. Ich dachte mir, dass es sicherlich noch eine Lücke für etwas authentisch Japanisches gibt. Und Berlin ist eine sehr dynamische Stadt mit einem Klientel, das solche Innovationen hoffentlich zu schätzen weiß.

Auf was haben Sie bei dem Erstellen des Restaurantkonzeptes besonderen Wert gelegt?

Auf alles Besondere! (lacht) Ich lege Wert darauf, dass die meisten meiner Angestellten Japaner sind und wir das Essen authentisch halten. Bei der Inneneinrichtung habe ich darauf geachtet, dass alles zusammen passt. Diese Stäbchen-Installation hat viel Arbeit gekostet. Ich wollte etwas haben, was den Leuten auffällt, wenn sie am Restaurant vorbeigehen. Ich wollte weg von diesem Einheits-Look in Berlin. Etwas Besonderes musste her. Und zum Glück sehen unsere Gäste das auch so! Es gibt viele, die mit Kameras herumlaufen und nur die Installation fotografieren!

Woher haben Sie die Inspiration für diese Stäbchen-Installation genommen?

Die Architekten gaben mir drei Ideen, diese war eine davon. Ich wollte eine Einrichtung, die die Menschen gleich von außen anzieht und dazu ermutigt, in mein Restaurant zu kommen. Die Stäbchen-Installation war die verrückteste Idee.

Wie sind sie auf den Namen „Hashi“ gekommen? Hat er eine tiefere Bedeutung?

„Hashi“ hat viele Bedeutungen. Auf Japanisch bedeutet es „Stäbchen“, aber auch „Brücke“. Im Chinesischen gibt es auch ein Zeichen für „Hashi“, was so viel wie „schöne Ecke“ bedeutet. Wir haben eine gute Ecklage, an der viele Leute vorbeigehen. Außerdem hieß mein Lehrer in Los Angeles „Hashi“, und zwar genau so geschrieben. Von ihm habe ich gelernt, Sushi zu machen. Es gibt den japanischen Nachnamen „Hashimoto“ und wir haben ihn „Hashi“ genannt. Das hat alles zusammen gepasst und so wurde der Name „Hashi“ geboren.

Was war die größte Hürde auf dem Weg zu Hashi Izakaya & Japanese Kitchen?

Die größte Hürde sind eigentlich die vielen kleinen Hürden. Für mich waren es die Handwerker. Ich lege Wert auf Pünktlichkeit und präzises Arbeiten. Ich habe dadurch gelernt und rate jedem, der sich selbstständig machen möchte, dass er qualifiziertes Personal findet.

Wie lange hat es am Ende gedauert, das Restaurant zu eröffnen?

Das ist schwer zu sagen, weil wir immer noch bauen. Rundum haben wir wahrscheinlich einen Monat für die Planung gebraucht und zweieinhalb Monate für den Bau. Einige sagen „Das hat ja lange gedauert!“, andere sagen „Wow! Das ging ja sehr schnell!“.

Wie setzt sich Ihre Speisekarte zusammen? Gibt es besondere Gerichte, die sich von anderen japanischen Restaurants unterscheiden?

Ja, ich denke unsere Karte unterscheidet sich von vielen anderen, weil unser ganzes Restaurant ein neues Konzept hat. Wir servieren kleine, tapas-ähnliche Speisen. Das ist das, was Izakaya (Anmerkung der Redaktion: „Izakaya“ kommt aus dem Japanischen und bedeutet „Kneipe“) ausmacht. Izakaya ist kein Ort, an dem man sich satt isst, sondern wo man viel Sake trinkt und kleine Gerichte zu sich nimmt. Das ist für Nicht-Asiaten nicht so geläufig. In Asien gehen Leute in Restaurants, bestellen drei vier Gerichte und teilen sich das dann. In Deutschland ist es noch nicht so gang und gäbe, dass man sich das Essen teilt. Aber zurück zu der Frage: Wir bieten neben tapas-ähnlichen Gerichten auch Sushi an. Ich glaube, in keinem anderen Restaurant würde man eine Speisekarte finden, wie wir sie haben. Wir haben nordamerikanisch inspirierte japanische Gerichte, die kein orthodox-japanisches Izakaya sind, sondern eher eine Mischung darstellen.

An welche Kundschaft richtet sich Ihr Restaurant in erster Linie?

Natürlich an Leute, die experimentierfreudig sind, die auch wirklich Essen mögen, an solche, die die japanische Küche schätzen und an Leute, die sich auskennen, die vielleicht auch in Japan gelebt haben, gereist sind oder japanische Freunde haben. Ich bin selbst sehr überrascht, wie viele asiatische Gäste wir bekommen. Wir haben sehr viele Japaner und auch Koreaner, die zu uns kommen und unser Essen mögen. Das finde ich sehr gut. Ich denke, wenn Asiaten einen schätzen, dann ist das ein Beweis dafür, dass wir gutes Essen anbieten!

Haben Sie vor, in Zukunft weitere Projekte im Bereich der Gastronomie zu verfolgen?

Natürlich hat man einige Business-Gedankenspiele. Ich habe noch ein anderes Konzept, das ich gerne verwirklichen möchte. Das wäre ein asiatisches Imbiss-Konzept. Aber erst einmal muss  „Hashi“ laufen.

Was wünschen Sie sich persönlich für Ihre Zukunft?

Ich wünsche mir, dass ich hoffentlich alle Pläne, die ich im Bezug auf Geschäfte habe, verwirklichen kann. Ich möchte gerne, dass ich bald weiter expandieren kann und dass ich die finanziellen Mittel dafür habe.

 

Das Interview führte Maggie Yeh.

 

 

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