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Wie international ist die Berliner Startup Szene?

Internethaupstadt, Silicon Valley Europas – Berlin ist spätestens im letzten Jahr zur Gründermetropole aufgestiegen, wenn es um Internet-Geschäftsmodelle geht. Aber wie international ist die ganze Szene eigentlich? Wir starten eine Reihe, in der wir „Internationale“ in Berliner Startups und Online-Unternehmen vorstellen.

Wer eine Geschäftsidee im Online Bereich hat, ist bestens beraten, sie in Berlin umzusetzen. Es gibt inzwischen jede Menge Investoren und Inkubatoren in der Stadt, Coworking Spaces ohne Ende und ein exzellentes Netzwerk aus Professionals, Gründern und Experten. Zudem lassen sich die anfallenden Kosten relativ niedrig halten, weil Lebenshaltungskosten und Mieten in Berlin im Vergleich mit anderen deutschen Großstädten noch immer relativ niedrig sind.

Wer in Berlin gründet, hat auch potentielle Mitstreiter schon vor Ort: In keiner anderen deutschen Stadt leben so viele Kreative und junge Talente wie in Berlin, die aus allen Ecken der Welt stammen. Aber wirkt sich das auch tatsächlich auf die Unternehmen und Gründungen im Online Bereich aus? Wie international sind Berliner Startups und Internetunternehmen eigentlich?

Je größer, desto internationaler 

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass sehr junge Gründungen selten sehr international ausgerichtet sind, was schlicht und ergreifend an der Unternehmensphase liegt. Im ersten Stadium einer Gründung geht es bestenfalls darum, den nationalen Markt zu erobern. Wirklich „nötig“ scheinen internationale Mitarbeiter in der Startphase also nicht – und werden demnach selten gesucht und eingestellt.

Nun ist es nicht so, dass Startups spielend leicht an Mitarbeiter kommen würden. Internationalisierung hin oder her – für viele Startups wäre einiges gewonnen, wenn sie sich auch für ihre „normalen“ Stellen – also die in der Entwicklung, im Marketing oder Controlling – ein wenig internationaler umsehen würden. Dass das kaum passiert, liegt vor allem an den immer noch umständlichen deutschen Formalitäten, die für junge Unternehmen oft genug unüberwindbar erscheinen.

In späteren Unternehmensphasen, in denen z.B. gerade E-Commerce Unternehmen auf internationale Märkte expandieren, sieht es dann schon ganz anders aus. In Unternehmen wie Sponsorpay, Zalando, Wooga und Ebay werden eine Menge Muttersprachler gebraucht, die als Country Manager, im Online Marketing oder im Content Bereich arbeiten.

Der Vorteil von Berlin ist für diese Unternehmen, dass sie die Muttersprachler, die sie brauchen, tatsächlich hier vor Ort finden. Egal ob Arabisch, Türkisch, Französisch oder Spanisch – in kaum einer anderen deutschen Stadt dürften so viele Muttersprachler leben, die sich für den einen oder anderen Job gewinnen lassen. Riesige Unternehmen wie Zalando steuern ihre internationalen Aktivitäten von Berlin aus – weil sie können. Angesichts der Internationalität der Stadt lässt sich eine Belegschaft zusammenstellen, die es nicht unbedingt nötig macht, Standorte in den einzelnen Ländern zu eröffnen.

Wie kann „internationale“ Karriere im Startup aussehen? 

Weil Standortbedingungen und die Theorie immer ein bisschen grau sind, stellen wir in unserer Interviewreihe Berliner Internationale vor, die in Startups und Internetunternehmen arbeiten. Manche sind wegen ihres Jobs nach Berlin gekommen, andere leben schon lange hier und die Startup-Karriere hat sich eher „zufällig“ ergeben.

 

 

Text: Janka Schmeißer

Janka Schmeißer ist Head of Marketing&Publishing bei i-potentials,  einer Agentur, die Einsteiger, Young Professionals und Spezialisten an Internetunternehmen vermittelt und sie in Sachen Karriere berät. Janka verantwortet den Blog www.startupcareer.de, der sich rund um die Karriere im digitalen Zeitalter dreht. Ihre Lieblingsthemen sind: Die Zukunft der Arbeit und (Unternehmens)kommunikation und Social Media.

 

2 Kommentare

  1. Laurence Baker

    Also ich kann dem nicht ganz zustimmen, immerhin werden Türken inzwischen auch von großen Zeitungen in einzelnen Beiträgen mit ihren Erfolgen präsentiert. Leider aber klingt es in den Zeitungen noch sehr stark nach Einzelfällen und es kommt das Gefühl rüber „als hätte der Türke es sogar geschafft“. Das stört einen türkischstämmigen Freund von mir auch. Und gerade hier in diesem Medium migration-business finden wir doch unzählige Erfolgsgeschichten, wobei hier das ganze besser gestaltet ist als in den meisten Zeitungen. Daher würde ich nicht sagen dass nur negativ berichtet wird.
    Ich bin mal gespannt auf die Reihe von Frau Schmeißer, also auf die Startups und ihre Berichte…

  2. Max

    Da fragt man sich natürlich auch, wie man „Internationalität“ definiert.
    Es gibt doch große Unterschiede in der öffentlichen Wahrnehmung zwischen den auf englisch oder französisch in ihr iPhone redenden, in Markenklamotten gehüllten Westlern, und den Türken oder Osteuropäern, über die in den Medien leider oft nur negativ berichtet wird…

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