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Interview: Air Namibia setzt auf professionelle Markt-Expertise

Deutsch-Südwestafrika war von 1884 bis 1915 eine deutsche Kolonie auf dem Gebiet des heutigen Staates Namibia. migration business sprach mit Andreas Maiberger, Sales Manager von Air Namibia Germany, über die eigene Airline von Namibia.

Herr Andreas Maiberger, warum sollte man einmal im Leben in Namibia gewesen sein, insbesondere als Deutscher?

Aus dem Bauch und aus eigener Erfahrung heraus – weil es kaum ein anderes Land auf der Erde gibt, das facetten- und kontrastreicher ist. Das ist natürlich eine ganz subjektive Wahrnehmung, aber ich habe bisher kein Land bereist, das mehr unter die Haut geht.

Wir Europäer haben ein wenig das Gefühl für langsames und bewusstes Reisen verloren. In Namibia erfährt man aber genau das – man kann den Alltagsstress schnell hinter sich lassen und einfach und schnell zur Ruhe kommen. Ich persönlich reise gern in dieses Land, um meine Energien wieder aufzuladen und weil ich dort die Stille wirklich hören kann.

Wie viele Destinations hat Air Namibia?

Air Namibia arbeitet kontinuierlich am Ausbau des regionalen und lokalen Streckennetzes. Das ist ein Teil des Investitionsplanes, der auch von Regierungsseite mitgetragen wird. Im Zuge dessen konnten wir bereits im Herbst vergangenen Jahres neue Routen und mehr Frequenzen zu Zielen innerhalb Namibias und ins Südliche Afrika anbieten. Aktuell fliegen wir 14 Destinationen an: Windhoek, Kapstadt, Johannesburg, Maun, Victoria Falls, Walvis Bay. Innerhalb Namibias bedienen wir touristische Ziele wie Lüderitz, Katima Mulilo und Rundu aber auch Ziele für Geschäftsreisende wie Ondangwa, Oranjemund, Lusaka, Luanda und Accra.

Auf der wichtigen internationalen Verbindung von Frankfurt nach Windhoek konnten wir unsere guten Vorjahresergebnisse halten. Wie schon 2010 flogen auch letztes Jahr wieder weit mehr als 60.000 Passagiere mit Air Namibia, wobei die meisten Gäste nach Windhoek kamen, gefolgt von Kapstadt (Südafrika) und Walvis Bay, dem wichtigsten Handelshafen an der namibischen Atlantikküste. Unser Expansionskurs geht natürlich auch 2012 weiter. Ab Mitte Mai kommen gleich zwei neue regionale Ziele hinzu und haben künftig auch Harare und Gaborone im Flugangebot. Womit unser Streckennetz dann auf insgesamt 16 Destinationen anwächst.

Was hat Air Namibia was andere Fluggesellschaften nicht haben?

Ab 2013: eine der jüngsten und modernsten Flotten in Afrika. Air Namibia hat bereits im vergangenen Jahr damit begonnen, ihre Flotte zu modernisieren und ältere Fluggeräte gegen moderne Maschinen auszutauschen. Aktuell werden auf den nationalen und regionalen Routen ins Südliche Afrika drei  Embraer ERJ135, 2 Boeing 737-200 sowie 2 im letzten Herbst ausgelieferte A319-100 eingesetzt, die diesen Herbst mit 2 weiteren neuen A319 ergänzt werden.Eine vierte Embraer ERJ-135 stößt im April 2012 zur Flotte. Die Langstrecke von Frankfurt nach Windhoek wird mit 2 modernen Airbus A340-300 bedient, die im Jahr 2013 gegen 2 neue A330 ausgetauscht werden sollen.

Nach Abschluss aller Modernisierungsmaßnahmen wird Air Namibia ausschließlich mit Fluggeräten der Hersteller Airbus und Embraer fliegen. Aktuell besteht unsere Flotte aus neun Flugzeugen: 2 Airbus A340-300, 2 Airbus A319-100, 2 Boeing B737-500 sowie 3 Embraer ERJ-135. Als Destination Carrier erleben unsere Gäste die einzigartige Gastfreundschaft Namibias bereits von Anfang an – durch landestypisches Catering und unsere namibische Besatzung.

Was können Fluggäste der Business-Class von Air Namibia erwarten?

32 Plätze mit bequemem Sitzkomfort und Reisende, die nach einem entspannten Nachtflug frisch und ausgeruht in Namibia ankommen. Natürlich bieten wir auch weitere exklusive Vorteile wie den Zugang zur Lounge, erhöhte Freigepäckgrenzen und zusätzliche Meilen innerhalb unseres Reward$-Bonusprogramms.

Wie ist das Essen bei Air Namibia?

Neben dem klassischen interkontinentalen Catering bieten wir unseren Gästen vor allem landestypische Spezialitäten wie Fisch, Antilope oder Biltong (Trockenfleisch). Darüber hinaus servieren wir südafrikanische Weine oder den beliebten Amarula-Likör aus der gleichnamigen Frucht, die unter anderem auch in Namibia zu finden ist.

Im Juni 2012 wird in Berlin der internationale Flughafen in Schönefeld eröffnet. Ist Berlin ein Place to be für Air Namibia und haben Sie eine Dependance in der Hauptstadt?

Strukturpolitisch ist das sicher eine nicht ganz unumstrittene Entwicklung, aber für Deutschland als Exportland eine wichtige strategische Entscheidung. Air Namibia hat sich 1990 bewusst für den Standort in Frankfurt entschieden – als zentralen Anlaufpunkt in der Mitte Deutschlands. Nach anfangs nur zwei Flügen pro Woche haben wir das Angebot nun auf tägliche Verbindungen ausgebaut und in den vergangenen Jahren wichtige Kontakte aufgebaut, etwa zum Catering oder Cargo. Darüber hinaus ist Frankfurt als internationale Drehschreibe ein unverzichtbarer Baustein für uns. Etwa ein Drittel unserer Passagiere kommen aus anderen europäischen Ländern und auch den Vereinigten Staaten. Diese Zubringerdienste sind in diesem Maße in Berlin so noch nicht möglich.

Wie viele Arbeitsplätze hat Air Namibia in Deutschland geschaffen?

Air Namibia setzt in den Märkten außerhalb Namibias auf professionelle Markt-Expertise und arbeitet eng mit lokalen Verkaufsrepräsentanzen zusammen. In Deutschland (und weiteren 20 anderen Märkten) ist das der globale GSA AVIAREPS. Man kann also schon sagen, das Air Namibia dadurch sicher auch Arbeitsplätze geschaffen hat.

Ist das Personal von Air Namibia interkulturell aufgestellt und achten Sie auf Diversity Management?

Namibia ist als Land geprägt von einer Vielzahl unterschiedlicher Kulturen, allein 13 verschiedene Volksstämme leben friedlich zusammen. Somit ist Diversity ein wichtiger Bestandteil, den wir auch bei Air Namibia leben – um die Vielfalt unseres Landes zu zeigen, aber auch, um unseren unterschiedlichen Zielgruppen gerecht zu werden. Kulturelle Vielfalt ist eine Praxis, die unseren Gästen schon an Board begegnet – in Form der Besatzung und Flugcrew zum Beispiel, aber auch am Boden beim Check-in. Vielfalt ist Ausdruck der namibischen Kultur.

War die Internationale Tourismus Börse (ITB) 2012 für Sie ein Erfolg und werden Sie im nächsten Jahr wieder auf der Messe dabei sein?

Unsere Teilnahme an der ITB 2013 steht außer Frage. Das ist mit Abstand die wichtigste Messe, um aktuelle Stimmungen und Trends im Markt einzufangen, direkte Kontakte zu pflegen und zukunftsweisende Gespräche zu führen. In Zusammenarbeit mit dem Namibia Tourist Board (NTB) können wir uns und das Land gemeinsam als Team Namibia einer breiten Masse an Fachbesuchern und Endkunden vorstellen. Ein Konzept, das sich seit Jahren in dieser Form erfolgreich bewährt. Die Teilnahme an der diesjährigen ITB war für uns super und hat uns sehr positive Reaktionen gebracht – nicht zuletzt auch wegen der intensiven Umstrukturierungsmaßnahmen Air Namibias und der damit verbundenen positiven Tendenzen.

Das Interview führte Joel Cruz

 

    

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