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Einblicke in die chinesische Kultur

Buddhistischer Tempel inmitten der indonesischen Hauptstadt Jakarta

Ende der 90er Jahre wurde China als politsches System wahrgenommen – als sogenanntes „Rotchina“. Zehn Jahre später änderte sich jedoch das Bild vom Reich der Mitte, das zu der Zeit durch Wolkenkratzer und eine schnelle wirtschaftliche Entwicklung geprägt war. Heutzutage ist der bevölkerungsreichste Staat der Welt omnipräsent und zählt in vielen Bereichen zu den Global Playern. Oftmals tritt jedoch in den Hintergrund, was die Volksrepublik noch auszeichnet.

 

 

 

Seit 1949 regiert die kommunistische Regierung im Reich der Mitte – doch sowohl in China als auch überall in der Welt ist das althergebrachte Denken noch in den Köpfen der meisten Chinesen verankert. Bis zum heutigen Tag pflegen Millionen von Auslandschinesen über die Landesgrenzen hinaus ihre alte traditionelle Kultur. Weltweit gibt es heute unzählige Konfuzius-Institute, die die chinesische Sprache und Kultur vermitteln. Pulsierende Städte wie Peking und Shanghai, chinesische Heilkunst, fernöstliche Kampfsportarten – immer mehr Menschen in der westlichen Welt sind von China und seiner facettenreichen Kultur fasziniert.

5000 Jahre alte Kultur

Yin und Yang Symbol

Die chinesische Kultur zeichnet das Land mindestens genauso aus wie seine ökonomischen Erfolge. Neben der ägyptischen und der Maya-Kultur zählt die chinesische zu einer der ältesten Kulturen der Welt, deren Geschichte 5000 Jahre zurückgeht. Auf der Reise in die Gegenwart haben die verschiedenen Dynastien, ethnische Gruppen und Kriege ihre Spuren in Form von Lebensweisen und Sitten hinterlassen.

 

 

 

 

Die drei Säulen

Die „Drei Lehren“ – Daoismus, Konfuzianismus und Buddhismus – prägen die chinesische Kultur und bilden ihr Fundament. Letzteres wurde aus Indien importiert. Ihre Vertreter legen großen Wert auf Barmherzigkeit und Mitgefühl.

Aus dem Dao (chinesisch für „Weg“) geht das sogenannte Yin-und-Yang-Prinzip (Bild) hervor, das uns aus der östlichen Kunst und modernen westlichen Illustrationen vertraut ist. Aus der Wechselbeziehung des negativen Yin und dem positiven Yang ist alles Existierende entstanden.Yin und Yang steht für den den Dualismus, der allem Leben und auch der menschlichen Psyche zugrundeliegt. Die Daoisten, deren Lehrmeister Laozi (im Westen auch bekannt als Lao-Tse) war, schätzen Wahrhaftigkeit im großen Maße, da sie davon ausgehen, dass man erst durch ehrliches Handeln ein wahrer Mensch wird.

Anhänger der konfuzianischen Philosophie appellieren hingegen an moralische Werte in der Familie und Gesellschaft. Die fünf Tugenden Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Ethisches Verhalten, Weisheit und Güte prägen auch heute noch zutiefst das chinesische Denken. Die Verehrung der Eltern und Ahnen, sowie der Vorrang der Gemeinschaft vor das Individuum sind höchstwahrscheinlich auf die konfuzianische Lehre zurückzuführen.

Der Mensch als Teil vom Himmel

Konfuzius-Statue in Singapur, im sogenannten „Chinese Garden“

Eine weitere Grundlage der chinesischen Kultur, die in der Literatur oftmals zu finden ist, formt die Einheit von Mensch und Himmel. Der Kaiser nannte sich selbst „der Sohn des Himmels“ (chinesisch Tien zi) und stand zwar somit über seinem Volk, aber unter dem Himmel. Über dem irdischen Gesetz herrschte das himmlische Gesetz. Die Menschen fragten sich, wie sie als Teil des Himmels ohne Verbindung nach oben hochsteigen könnten. Diesen Prozess bezeichnet man als „Kultivierung“. Im chinesischen Sinne bedeutet dies, dass man an sich selbst arbeitet, um ein besserer Mensch zu werden. „Das ist wie mit der Kultivierung von Pflanzen: Man bricht manche Zweige ab, damit der Hauptstamm besser wachsen kann“, kommentiert Lea Zhou, Chefredakteurin der Epoch Times bei einem ihrer Vorträge in Berlin.

Neben der Einheit von Mensch und Himmel ist auch der Glaube an eine Reinkarnation schon immer unter den verschiedensten Sozialschichten im ganzen Lande weit verbreitet gewesen.

 

 

Text: Maggie Yeh

migration-business ist Medienpartner der größten und reichweitenstärksten Karriere- und Weiterbildungsmesse mit China-Fokus – den SinoJobs Career Days, die 2012 in Berlin, Essen und München stattfinden werden.

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