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„In Berlin entdeckt man oft, wie groß das eigene Entfaltungspotential ist“

Internethaupstadt, Silicon Valley Europas – Berlin ist spätestens im letzten Jahr zur Gründermetropole aufgestiegen, wenn es um Internet-Geschäftsmodelle geht. Aber wie international ist die ganze Szene eigentlich? In unserer Reihe stellen wir alle zwei Wochen “Internationale” in Berliner Startups und Online-Unternehmen vor. Heute im Gespräch: Vera Lisitsyna, 26, Produktmanagerin Mobile, Berlin Friedrichshain.

1.   Wie bist du nach Berlin gekommen?

Es hat sich so ergeben. Ich hatte schon als Kind mit meinen Eltern einige Jahre in Berlin verbracht und habe hier angefangen Deutsch zu lernen. Zurück in Moskau war es mein großer Traum in Deutschland zu studieren. Und so hatte mir Berlin vor 10 Jahren zurückgeholt: hier habe ich die russische Schule abgeschlossen, Feststellungsprüfung gemacht (Abi für Ausländer außerhalb der EU Staaten) und dann zu dem absoluten Traumstudium gefunden: Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. So habe ich fast den größten und durchaus den spannendsten Teil meines Lebens hier verbracht. Berlin und ich haben uns gesucht und gefunden. Obwohl natürlich nicht immer alles so glatt läuft zwischen uns, ist es meine Heimatstadt.

2. Was bedeutet Heimat für dich?

Heimat ist für mich ein Synonym für Wohlbefinden aber auch für meine Wurzeln. Wie sehr die eigene Kultur und Sprache einen prägt, egal wie europäisch man sich fühlt, habe ich erst in Berlin verstanden. Meine Heimat ist die Kultur, in der ich aufgewachsen bin, meine Kindheit. Aber sie ist auch überall dort, wo meine Freunde und meine Familie sind. Mittlerweile sind es ganz schön viele Städte geworden.

3. Was gefällt dir an Deutschland?

Also deutsches Essen ist sehr lecker. Auch das Prinzip des Sozialstaates finde ich großartig, so was sieht man selten. Ich finde es auch toll, dass die Deutschen sehr idealistisch und rebellisch sind. Sie glauben noch oft fest an ihre Ideale. Also zumindest hier in Berlin. Was ich an Berlin mag, ist, dass man Teil eines ständigen künstlerischen und kulturellen Treibens ist. Hier entdeckt man oft, wie groß das eigene Entfaltungspotential ist – ob beruflich oder was Freizeitinteressen angeht.

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4. Was vermisst du vielleicht?

Schwierig zu sagen. Es sind, glaube ich, ganz persönliche Momente, die ich mit Russland und Moskau verbinde. Diese sind eher Gefühle als etwas Konkretes. Und Freunde und Familie natürlich.

5. Was machst du in deinem Beruf?

Ich mache Produktmanagement für die Produktpalette der kaufDA mobile Apps und seiner internationalen Ableger. Um genau zu sein, kümmere ich mich um die Konzeption der Apps, die Entwicklung der Produktstrategie, sowie die Planung und Umsetzung der einzelnen Projekte.

6. Welche Fähigkeiten bringst du dafür mit?

# Deutsch-, Englisch-, Russischkenntnisse

# Erfahrung im Produktmanagement (Projekführung, Markt- und Wettbewerbsanalyse, Usability Testing, Konzeption, Prototyping, UX Gestalung, etc.)

# Interesse an Kommunikation- und User Interface Design

# Ganzheitliches und analytisches Denkvermögen

# Interkulturelle Kompetenzen

# organisatorische Fähigkeiten

# Leidenschaft für mobile Kommunikation

7. Was magst du an deinem Beruf besonders?

Ich fühle mich sehr wohl im Bereich Produktmanagement und vor allem in der mobilen Welt. Mir macht es Spaß, gestalterisch tätig zu sein, statt am Telefon zu hängen und Sachen zu verkaufen. Projektmanagement ist ja auch ein kommunikativer, gestalterischer Prozess. Es ist also in vielerlei Hinsicht ein kreativer Beruf.

 

Das Interview führte Franziska Pohl.

 

 

Franziska Pohl ist seit November 2011 als Trainee „Karriereagentur Management“ bei i-potentials. Hinter der Bezeichnung verbirgt sich ein Programm, bei dem sie alle drei Bereiche von i-potentials (Recruiting, Publishing und Academy) kennenlernt. i-potentials ist eine Agentur, die Einsteiger, Young Professionals und Spezialisten an Internetunternehmen vermittelt und in Sachen Karriere berät. Schon während ihres BWL-Studiums an der HTW Berlin konnte Franziska bei der hochschuleigenen Zeitschrift „uni:que“ genügend Erfahrungen im Bereich Text, Layout und Bild sammeln.

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