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Promoting Tolerance Worldwide

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des „Promoting Tolerance Programms“ fand in der Akademie der Wissenschaften ein Diskussionsabend statt. Führende Vertreter aus Politik und Leiter verschiedener internationaler Organisationen debattierten über Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. Dreh- und Angelpunkt des Abends war das Stichwort Toleranz. Doch inwieweit spielt das Konzept eine Rolle im Tagesgeschäft? Die Friedrich-Naumann Stiftung für die Freiheit und das American Jewish Committee luden am 23.05.2012 zur Veranstaltung „Promoting Tolerance“ in der Akademie der Wissenschaften in Berlin ein.

Das Promoting Tolerance Programm wurde 1992 mit dem Ziel gegründet Toleranz, Pluralismus und Demokratie in der Gesellschaft zu fördern. Vor allem jüngeren Menschen, und damit Nachwuchskräften in den einzelnen Ländern, wird es ermöglicht durch internationale Seminare und Studienreisen neue Kulturkreise kennenzulernen. Die menschliche Begegnung soll Vorurteile abbauen und zu mehr Verständnis bei den Teilnehmern führen.

„Mehr Entspanntheit und Herz“

Für mehr Entspanntheit und Toleranz in der internationalen Gemeinschaft plädierte Markus Löning, Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe. Gerade das Promoting Tolerance Programm hat aus seiner Sicht das Potenzial mehr Verständnis in der globalen Gesellschaft zu generieren: „Der persönliche Austausch ist das zentrale Element eines jeden Kampfes gegen Intoleranz“. Toleranz solle auch in den aktuellen politischen Debatten in einem höheren Grade angewendet werden. In seiner Rede appellierte Löning daran, dass der wirkliche Kern der Eurpäischen Union die Menschenrechte und demokratischen Werte sind. So sollte trotz aller ökonomischen Probleme und Hindernisse, die EU-Erweiterung vor allem als wichtiger Schritt in Richtung Demokratisierung gesehen werden: „Es schmerzt mich, dass die Aspekte Demokratie, Menschenrechte und Rechtstaatlichkeit in den EU-Erweiterungsdebatten so gut wie keine Rolle spielen“.

Freiheit hat seinen Preis

Die anschließende Podiumsdiskussion offenbarte, dass das Promoting Tolerance Programm durchaus seine Daseinsberechtigung hat. Irina Scherbakowa, Publizistin und Leiterin der Menschenrechtsorganisation „Memorial“ in Moskau, betonte die angespannte Lage in ihrer Heimat: „In Russland werden wir momentan auf eine harte Probe gestellt“.  Sie schätzt die Lage der Menschenrechte angesichts der harten Strafen für Demonstranten und der verbreiteten Korruption äußerst kritisch ein. Dass sich die junge Generation jetzt endlich aufrafft und aktiv ihre demokratischen Rechte einfordert, stimmt sie jedoch optimistisch.

Die geografische Erweiterung des Promoting Tolerance Programms von Europa auf Russland und Zentralasien seit 2000 ist ein wichtiger Erfolg für die Organisatoren. Sie zeigt, dass Dialog und Kooperation auch in Zukunft von fundamentaler Bedeutung sind und globale Partner in unmittelbarer Reichweite warten.

 

 

Text: Katharina Horn

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