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Ich führe mein Unternehmen nach deutschen Maßstäben

Wenn man mit sich selbst unzufrieden ist, dann sind die anderen schuld? Nicht bei Frau Vararat Feth. Ihre damalige berufliche Unzufriedenheit ist heute ihr Erfolgskonzept. Das machte uns von migration business neugierig und wir trafen die Unternehmerin im Café.

Was macht eine Thaischwäbin in Berlin?

Ich bin in Nordrhein-Westfahlen aufgewachsen und habe in Remscheid zunächst meine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau gemacht. Anschließend habe ich in Stuttgart Modedesign studiert und lebte dort zehn Jahre lang. Aus persönlichen Gründen zog ich damals nach Berlin. Durch das Kellnern in Gastronomien und durch einen glücklichen Zufall habe ich meine heutigen Kooperationspartner kennengelernt. Wenn man beruflich unzufrieden ist, dann ist man immer offen für neue Herausforderungen. Sie erzählte mir über ihre Tätigkeiten. Das hat mich inspiriert und so bin ich zum Coaching (Akquiseplattform) gekommen.

Was verbindet eine Modedesignerin mit Coaching?

Ebenfalls durch Zufall. Meine heutigen Kooperationspartner haben mir damals alles über Internet und Coaching (Akquiseplattform) erzählt. Ich fing dann an Internetportale zu gründen. Zunächst mit DetektivScout. Dort ging es um die Beschattung von Liebespartnern. Ja, eine spannende Sache. Zum Zeitpunkt hatte ich viele Anfragen. Mein Traum wurde letztendlich doch noch zu einem Erfolg! Heute betreue ich drei Akquiseplattformen im Internet – eine für Detektive, eine für Heilpraktiker und natürlich mein Netzwerk für Coaches. Diese Idee kam mir übrigens als ich im Zuge meiner neu erworbenen Selbstständigkeit mit Hindernissen selbst für einige Tage einen Coach engagierte. Von Frau Schwarz-Schilling ließ ich mich dann coachen.

Wann haben Sie sich selbstständig gemacht?

Genau vor vier Jahren im November 2006 fing ich mit meiner Selbstständigkeit an. Und heute kann ich sagen, ich bin erfolgreich.

Was ist Ihr Antrieb und Ihre Motivation Unternehmerin zu werden?

Das hat viele Gründe. Zum einen spielt die heutige Wirtschafts- und Arbeitsmarktsituation natürlich eine Rolle und ich wollte damals mehr aus meinem Leben machen. Als alleinerziehende Mutter will ich meinem Sohn ein besseres Leben bieten und zeigen, dass er eine starke Mutter hat. Da ich keine finanzielle Unterstützung bekomme, blieb nur die Selbstständigkeit. Mein Sohn ist Antrieb und Motivation genug für mich als Unternehmerin.

Fühlen Sie sich als Thailänderin, Nordrhein-Westfälin, Schwäbin oder als Deutsche?

Ein Freund von mir hat es mal auf dem Punkt gebracht. Er sagte zu mir, ich sei eine Deutsche in einem asiatischen Körper. Das komische daran ist, dass er recht hat. Ich lebe in Deutschland, ich denke deutsch und führe mein Unternehmen auch nach deutschen Maßstäben.

Für Business-Networking ist Berlin die richtige Stadt. Hilft Ihr kultureller Hintergrund in Ihrem Alltagsgeschäft?

Nein, Unternehmer und die Marktwirtschaft sind in dieser Frage weiter als die Politik oder einige Gesellschaftsgruppen. Es geht nicht um den kulturellen Hintergrund, sondern um erfolgreiche Geschäfte und da spielt die Herkunft keine Rolle.

Wie viele Coaches mit Migrationshintergrund haben Sie in Ihrem Pool?

Das kann ich nicht genau sagen. Es sind jedoch leider viel zu wenige. Noch mangelt es am Bewusstsein für den richtigen und kompetenten Führungsstil bei den Führungskräften mit Migrationshintergrund. Es geht bei Einwandererunternehmen meist um das schnelle Geld und selten um eine nachhaltige Personalpolitik bzw. um die Mitarbeiterbindung an die Firma.

Was wünscht sich eine Frau Feth persönlich und beruflich für die Zukunft?

Privat wünsche ich mir mehr Freizeit und mehr Zeit für meinen Sohn, der übrigens einen kroatischen Vater hat. Ich bin kein Fan von Stillstand und wünsche mir beruflich, dass meine kleine Firma wächst. Ohne Coaching wäre ich heute nicht so weit gekommen. Meine Angestellten machen mir Komplemente und sagen mir nach, dass ich eine gute und lockere Geschäftsführerin bin. Ich will in Zukunft noch mehr Arbeitsplätze schaffen. Mit Wachstum sorgt man ja auch für neue Steuereinnahmen. Mein Fokus ist jedoch, dass mein Betrieb wächst und nicht darauf zu achten, ob ich nun zu wenig oder zu viel Gewerbesteuer zahle. Gedanken über unser Steuersystem kostet mich zu viel Lebensenergie. Diese Lebensenergie brauche ich für den Wachstum und die Zukunft meines Unternehmens.

 

Das Interview führte Joel Cruz.

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