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Heimat? „Mir geht es eher darum, mich an meinem Ort zu fühlen“

Internethaupstadt, Silicon Valley Europas – Berlin ist spätestens im letzten Jahr zur Gründermetropole aufgestiegen, wenn es um Internet-Geschäftsmodelle geht. Aber wie international ist die ganze Szene eigentlich? In unserer Reihe stellen wir alle zwei Wochen “Internationale” in Berliner Startups und Online-Unternehmen vor. Heute im Gespräch: Dr. Luca Criscuolo, 38, Head of Publisher Platform Development, Berlin.

1.    Wie bist du nach Berlin gekommen?

Nach der Uni in Italien bin ich für mein PhD-Studium nach Hamburg gezogen. In dieser Zeit habe ich Berlin entdeckt und mir war sofort klar: Die Mischung aus Kultur, Geschichte und Kreativität war genau das Richtige für mich. Ein Jahr nach meiner Promotion habe ich eine interessante Product Manager Stelle in Berlin bekommen und bin endlich nach Kreuzberg gezogen. Fünf Jahre später wohne ich immer noch dort und meine Karriere hat sich gut entwickelt.

2.    Was bedeutet Heimat für dich?

Für mich ist „Heimat“ nicht unbedingt der Ort, wo ich wohne oder woher ich herkomme. Mir geht es eher darum, mich an „meinem“ Ort zu fühlen. Berlin ist für mich Heimat geworden – hier fühle ich mich wohl und habe die Lebensart, die ich mag.

3.    Was gefällt dir an Deutschland?

Deutschland war schon immer das Land für Technik und Forschung – das finde ich sehr spannend. Die technische Entwicklung ist heute immer noch wichtig, besonders hier in Berlin, wo eine dynamische und erfolgreiche Startup-Szene aufgeblüht ist. Außerdem sind die Arbeitsbedingungen in Deutschland sehr gut, die Gesellschaft ist respektvoll und hat ein starkes demokratisches Bewusstsein.

4.    Was vermisst du vielleicht?

Was ich in Deutschland vermisse, ist die Art, das Leben zu nehmen, wie es kommt, ohne alles zu planen und sich ständig Sorgen um die Zukunft zu machen. Und selbstverständlich sind das Wetter und das Essen für einen Italiener auch wichtige Punkte.

5.    Was machst du in deinem Beruf?

Ich bin verantwortlich für die Produktentwicklung im Online-Bereich. Das bedeutet praktisch, Menschen aus verschiedenen Bereichen zusammenzubringen, um das Endprodukt zu erschaffen  – von der Konzeption über die Entwicklung bis zur Markteinführung.

6.    Welche Fähigkeiten bringst du dafür mit?

Dank meiner zehnjährigen Erfahrung in der Forschung habe ich eine analytische und „hands-on“ Herangehensweise. Zusätzlich helfen mir mein technischer Background und meine Mehrsprachigkeit bei meiner täglichen Arbeit.

7. Was magst du an deinem Beruf besonders?

Ich muss Konzepte von vielen verschiedenen Standpunkten aus betrachten – das gefällt mir. Die technische Entwicklung ist besonders aufregend, weil sie eine starke analytische Komponente hat. Ich mag auch die Designarbeit, bei der wir das Produkt verständlich und einfach für die Nutzer entwerfen müssen.

 

Das Interview führte Franziska Pohl.

 

Franziska Pohl ist seit November 2011 als Trainee „Karriereagentur Management“ bei i-potentials. Hinter der Bezeichnung verbirgt sich ein Programm, bei dem sie alle drei Bereiche von i-potentials (Recruiting, Publishing und Academy) kennenlernt. i-potentials ist eine Agentur, die Einsteiger, Young Professionals und Spezialisten an Internetunternehmen vermittelt und in Sachen Karriere berät. Schon während ihres BWL-Studiums an der HTW Berlin konnte Franziska bei der hochschuleigenen Zeitschrift „uni:que“ genügend Erfahrungen im Bereich Text, Layout und Bild sammeln.

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