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Eigenwilliger Traveler

Kunst kann provozieren und die Werke des mexikanischen Malers Daniel Lezama gehen definitv in eine provokante Richtung. Sein eigenwilliger und einzigartiger Stil, hat ihn über die Landesgrenzen Mexikos hinaus bekannt gemacht.Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die schwierige Erforschung der Frage, was die heutige mexikanische Identität ausmacht: „Mexiko ist eine unglaublich komplexe Kultur voller Widersprüche, die sich am besten in der Malerei ausdrücken lassen“.  Am 06. Juni 2012 präsentierte der Künstler seinen Bildband „Travelers“ in der Mexikanischen Botschaft und diskutierte sein Werk mit Kunstkritiker Harald Kunde, Galerist Hilario Galguera und Verleger Jürgen Krieger.

Der Mexikanische Botschafter Francisco N. González Diaz leitete die Veranstaltung ein und unterstrich den Einfluss der Kunst in seinem Heimatland: „Die Malerei spielt im Leben der Mexikaner eine sehr bedeutende Rolle“. Es ist bereits das zweite Mal, dass er Daniel Lezama in der Botschaft als Gast begrüßt. Der in Mexiko City geborene Künstler ist einer der bekannsteten jungen Maler Mexikos und durch seine Herkunft stark geprägt. Er hat eine amerikanische Mutter und einen mexikanischen Vater und verkörpert zwei sehr unterschiedliche Traditionsstränge. Auch seine Bilder sind von Gegensätzlichkeiten und Widersprüchen gezeichnet: „In meinen Bildern schlage ich meine persönliche Vision der Welt vor“. Gerade die Kombination von unterschiedlichen Stilrichtungen machen die Faszination für sein Werk aus. Lezama hat bereits mehrmals in Deutschland ausgestellt und seine Arbeiten sind Bestandteil bedeutender Sammlungen in aller Welt.

Bildband "Travelers"

Chaotische Energie

In Lezamas Bildband „Travelers“ wird vor allen das Thema der Explorer und Traveler in der alten und neuen Welt aufgegriffen. Mexikos bewegende Geschichte wird eindrucksvoll in den Gemälden verarbeitet. Die indigene Kultur, europäische Eroberer, die Revolutionen im 20. Jahrhundert und das heutige brodelnde System werden zu einem spannenden Erlebnis zusammengefügt. Harald Kunde erklärt, gerade „aus dieser chaotischen Energie wächst ein fantastisches Lebensgefühl, was Daniel in seinen Bildern eingefangen hat“. Er betont jedoch, dass Lezama nicht vorschnell in orthodoxe Kunstkategorien und Schubladen eingestuft werden darf: „Er sollte nicht in einer folkloristischen Ecke stehen, sondern mit aktuellen Tendenzen der heutigen Malerei, auch in Europa und Amerika, zusammengedacht werden“. Für ihn ist Lezama also kein Künstler, der in der Vergangenheit seines Landes festsitzt, sondern, der aus „dem Atem der Gegenwart heraus arbeitet“.

 

Text: Katharina Horn.

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