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Jeder braucht einen Mentor

Im Rahmen einer Mentoring-Konferenz vor rund 200 Teilnehmern wurde am 15. Juni 2012 in Berlin das neue Projekt „KomMENT: Kompetenzentwicklung durch Mentoring“ der „STIFTUNG: BILDUNG ! EĞİTİM !“ durch ihren Präsidenten Kemal Şahin, Vorstandsvorsitzender der Şahinler Holding A.Ş., und unter der Teilnahme von Dilek Kolat, Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen in Berlin, des Botschafters der Republik Türkei in Berlin, Hüseyin Avni Karslıoğlu, des CEO von Siemens Turkey, Hüseyin Geliş, sowie weiterer VertreterInnen aus Politik und Wirtschaft einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Das neue Projekt KomMENT, welches zunächst in Berlin und Köln an den Start geht, setzt sich zum Ziel bereits im Schuljahr 2012/2013 über den Einsatz geschulter ehrenamtlicher MentorInnen als „Education Angels“ rund 200 koordinierte Besuche vor allem in den neunten Klassen ausgewählter Haupt- und Realschulen zu organisieren. Somit sollen in einem Schuljahr über 5.000 Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, vorwiegend von erfolgreichen Migrantenvorbildern erreicht werden.

Stiftungspräsident Kemal Sahin und Herausgeber Dario Mohtachem im Türkischen Haus Berlin

Der Präsident der neuen Stiftung und Vorstandsvorsitzende der Şahinler Holding A.Ş., Kemal Şahin, unterstrich im Rahmen der Auftaktpressekonferenz des Mentoring-Projekts: „Heute haben 35% der in Deutschland neugeborenen Kinder einen Migrationshintergrund. Unsere Gesellschaft kann es sich nicht leisten, diese Kinder durch die Nicht-Mobilisierung vorhandener Potenziale von der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe auszuschließen. Im Gegenteil, jede Anstrengung ist wertvoll um die Förderung der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen sowie zur Verbesserung der beruflichen  Startbedingungen  junger Menschen mit Migrationshintergrund voran zu bringen.“

In enger Zusammenarbeit mit regionalen Partnern, darunter die Türkisch-Deutsche Studierenden und Akademiker Plattform e.V. (TD-Plattform) und die Deukische Generation e.V., will das Projekt KomMENT getreu dem Motto „Integration durch Bildung“ vernetzt vorgehen und seinen Beitrag leisten, um das Bildungsniveau und die Motivation zur Ausbildung und zum Studium bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu erhöhen, Vorurteile abbauen und die Integration weiter zu befördern.

Wie nicht zuletzt bei den Diskussionen anlässlich der unter Leitung von Bundeskanzlerin Merkel durchgeführten ‚Integrationsgipfel‘ deutlich geworden ist, weisen die Bildungsgrundlagen der Kinder mit Migrationshintergrund in Deutschland große Lücken auf, welche spätere Eintritts- und Karrierechancen auf dem Arbeitsmarkt – und damit letztlich eine Integration in die Gesellschaft insgesamt – behindern.

Es darf mittlerweile durch Studien und Untersuchungen als belegt gelten, dass Kinder mit Migrationshintergrund wegen dieser Lücken sowie ihrer migrationsgeprägten familiären Basis und fehlenden sozialen Anbindung an andere gesellschaftliche Schichten und Gruppierungen in Schule, Ausbildung und Studium im Durchschnitt schlechter abschneiden, als deutschstämmige Jugendliche und Heranwachsende.

Dieser Umstand fördert auch nicht den Abbau von Vorurteilen, die in der deutschen Gesellschaft gegenüber Mitbürgern ausländischer Herkunft immer noch anzutreffen sind. So entstehen und verfestigen sich von beiden Seiten ausgehend Integrationshemmnisse.

Diese Situation ist aus gesellschaftlichen und ethischen, aber nicht zuletzt auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht akzeptabel. Die demographische Entwicklung stellt Deutschland vor große wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme, die das Land auch im Hinblick auf die Wettbewerbssituation mit anderen etablierten oder aufstrebenden Wirtschaftsnationen zu meistern hat. Auch die tagesaktuellen Schlagworte von der ‘Überalterung’ und dem ‘Fachkräftemangel’ sind hierfür ein Beispiel.

Hüseyin Gelis – Chief Executive Officer (CEO) der SIEMENS Türkei

„Wir werden auf Grundlage der Erfahrungen aus diesem Pilotprojekt in Berlin und Köln mit unserer Stiftung ein bundesweites Mentoring-Projekt installieren, in dem wir ein großes Netzwerk von der deutschen und türkischen Seite mobilisieren. Dieses Mentoren-Netzwerk soll sowohl Schülerinnen und Schülern, Studentinnen und Studenten sowie Nachwuchsmanagern zu Verfügung stehen“, betonte Stiftungspräsident Kemal Şahin vor den zahlreich anwesenden Unternehmern, jungen Akademikern, Studenten und Schülern und rief sie auf auch als ehrenamtliche Mentoren der STIFTUNG: BILDUNG ! EĞİTİM !aktiv zu werden und als Vorbilder selbst Verantwortung zu übernehmen.

Mit dem Beginn dieses wegweisenden Projekts „KomMENT: Kompetenzentwicklung durch Mentoring“ will die Stiftung eine vielfältige Verbindungs-Klammer von den Unternehmen über die Akademiker und Fachkräfte zu den Schülern bis zu den Migranten-Familien etablieren.

Über vielfältige zusätzliche Veranstaltungen, wie Familien-Tage für alle Generationen, Kamingespräche für besonders engagierte Mentoren mit hochkarätigen Persönlichkeiten und Unternehmern sowie ein Gala-Abend mit Prominenz zum Abschluss des ersten Projektjahres, soll ein besonders großer Kreis der Gesellschaft eingebunden und für die Erreichung der Projektziele gewonnen werden.

Impressionen von dem Abend im Türkischen Haus Berlin:

Die Türkisch-Deutsche Studierenden und Akademiker Plattform e.V. (TD-Plattform) stellt sich vor

Kemal Sahin stellt das neue Projekt vor

 

 

 

 

 

 

 

Hüseyin Avni Karslıoğlu – Botschafter der Republik Türkei

Aylin Selcuk – Präsidentin der DeuKischen Generation e.V.

 

 

 

 

 

 

 

Das Podium diskutierte über Mentoringprojekte und Interkulturelles Potential

Senatorin Dilekt Kolat, Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, mit einem Grußwort

 

 

 

 

 

 

 

 

Text: PM STIFTUNG: BILDUNG ! EĞİTİM !, Fotos: Joel Cruz.

1 Kommentar

  1. Fatih Gözlerikaragil

    Hallo,
    diese gegründete „Stiftung Bildung“ ist eine super Sache aber könnte man nicht sowas wie eine „deutsch-türkische Handwerkskammer“ gründen, die für Menschen mit Migrationshintergrund sich engagiert?
    Ich selbst habe auf der Meisterschule sehr viel Mobbing, Diskriminierung und Ausgrenzung seitens der Ausbilder erlebt. Dieses Vorgehen haben mir auch viele andere in Berufen wie KFZ, Karosseriebauermeister, Physiotherapie, Frisör etc. etc. erzählt. Diese Vorgehensweise ist bei den HWK gang und gebe. Es herrschen dort mafiöse Strukturen. Bildungsabschlüsse von guten Handwerkern aus nicht-Eu-Ländern werden zudem nicht anerkannt und diese Leute werden dadurch zu Schwarzarbeit gezwungen. Werden sie dann noch erwischt, sind sie dann auch noch kriminelle.
    Man muss dagegen etwas unternehmen können.
    Gruss, Fatih

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