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Auf Sizilien ist ein blondes Mädchen eine Attraktion

Laura-Lorella Schmeiduch studiert Kulturwissenschaften und Italienisch an der Universität Potsdam. Um ihre theoretischen Kenntnisse des Studiums in der Praxis anzuwenden, entschied sich die 25-jährige Berlinerin für ein Austauschsemester in Palermo, Italien. Ihre Reise begann jedoch zunächst in Siena.

mb: Wie hast du dich auf deinen Auslandsaufenthalt vorbereitet?

LAURA: Von der Universität Potsdam, speziell von der Fakultät, an der ich studiere, bekam ich die meiste Hilfe. Meine Koordinatorin setzte sich mit der Gastuniversität Università degli studi di Palermo in Italien in Verbindung und informierte mich über die wichtigsten Schritte. Auch das Onlineportal „Uprepare“ der Universität Potsdam hat mir geholfen. Außerdem erhielt ich Auslandsbafög und musste dafür im Auslandsbafögamt in Berlin die nötigen Formulare einreichen. Zur weiteren Vorbereitung nahm ich vor meinem eigentlichen Antritt des Auslandssemesters an einem vierwöchigen EILC-Sprachkurs für Erasmusstudenten in Siena teil, der mir sehr half.

mb: Warum hast du dich gerade für dieses Land entschieden?

LAURA: Ich studiere Italienisch, daher bot es sich an, nach Italien zu gehen. Da ich den Norden des Landes schon kannte, entschied ich mich für Sizilien. Vor Ort bewarb ich mich für ein Praktikum am Goethe-Institut, was ich anschließend durchführte.

mb: Hattest du sprachliche Vorkenntnisse oder musstest du eine neue Sprache lernen?

LAURA: Ich hatte bereits Vorkenntnisse durch mein Studium. Sprachlich Fuß zu fassen war durch den örtlichen Dialekt schwierig, dennoch glaube ich, Fortschritte gemacht zu haben.

mb: Wie hast du gelebt – wie sah dein Alltag im Ausland aus?

LAURA: Zuerst lebte ich mit Italienern, später allein und zuletzt mit anderen Erasmusstudenten zusammen. Der Alltag bestand aus Treffen mit Freunden, vor allem mit anderen deutschen Erasmusstudenten, zum Meer fahren, kochen, über Märkte schlendern. In der Uni gab es keine Anwesenheitspflicht, daher waren ich und die anderen Deutschen kaum da. Jeden Abend trafen wir uns noch auf den alten Märkten mit anderen internationalen Studenten und Einheimischen.

mb: Wie hast du deinen Auslandsaufenthalt finanziert?

LAURA: Durch Auslandsbafög und ein Erasmusstipendium.

mb: Welche Unterschiede hast du zu Deutschland wahrgenommen? Wie wurdest du als „Deutscher“ aufgenommen?

LAURA: Auf Sizilien ist man als blondes Mädchen eine Attraktion. Ein entspanntes Vor-die-Tür-gehen gab es nicht. Man wurde durchgehend angesprochen, angehupt oder angefasst. Als „Deutscher“ wurde man oft mit dem Begriff „Oktoberfest“ in Verbindung gebracht und zu Zeiten der EM auch oft auf die Nationalmannschaft angesprochen.

mb: Was hast du während deines Auslandsaufenthaltes vermisst?

LAURA: Während meines Auslandsaufenthaltes habe ich die deutsche Ordnung vermisst: Funktionierende öffentliche Verkehrsmittel, eine funktionierende Organisation an der Uni, Straßen zu überqueren ohne fast zu sterben, die Ruhe, deutscher Smalltalk und deutsches Essen.

 

Das Interview führte Sabrina Daubitz.

Impressionen aus Sizilien:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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