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betterplace.org – die Weltverbesserer

Frisch und unkonventionell – Kristen Mieves und Christina Wegener vor dem „betterpace-Besprechungs-Häuschen“

„Geiz ist geil“ – so lautet eine beliebte Losung der krisengeschüttelten Bundesrepublik. Wenn es jedoch um das Thema Spenden geht, sitzen die Brieftaschen der Deutschen weiterhin erfreulich locker. Mit durchschnittlich 128 Euro pro Spender lag die Spendenhöhe im Jahr 2011 so hoch wie nie zuvor. Seit 2007 nutzt  betterplace.org – Teil der gemeinnützigen Aktiengesellschaft „gut.org“ – dieses enorme Potential: Mit einer einzigartig transparenten Plattform ermöglicht betterplace.org Spendern, mehr als 4000 Projekte in 140 Ländern weltweit zu unterstützen – und das mit wenigen Klicks und ohne Gebühren für Spender und Projekte.

 

Warum ist betterplace.org so erfolgreich und so beliebt? Wie funktioniert  eine gemeinnützige Firma überhaupt? In einem Gespräch mit zwei Mitgliedern der betterplace.org-Familie, Kirsten Mieves (PR und Storytelling) und Christina Wegener (Regionalisierung), bin ich diesen Fragen auf den Grund gegangen.

Was unterscheidet betterplace von anderen Spendenplattformen?

BETTERPLACE.ORG : Das Besondere an betterplace.org ist, dass im Prinzip jeder ein soziales Projekt einstellen kann, eine Organisation oder auch einzelne Personen. Es profitieren davon insbesondere kleinere Organisationen, die sogenannten Graswurzelprojekte, die selbst nicht über die notwendigen Infrastrukturen verfügen, um effektives Fundraising zu betreiben. betterplace bietet den Organisationen außerdem unterschiedliche Möglichkeiten, sich zu präsentieren. Wir raten unseren Partnern dazu, kleine konkrete Projekte einzustellen. Der Nutzer kann so besonders zielgerichtet spenden und nachvollziehen, wie sein Geld verwendet wird. Er kann bei Fragen den Projektverantwortlichen direkt kontaktieren – es ist nah, es ist transparent, es entsteht ein echtes Teilhabegefühl.

Wie ist eigentlich die Idee zu betterplace entstanden?

BETTERPLACE.ORG: Hier fanden zwei separate Geschichten zueinander. Zum einen war da Till Behnke, der als Profi-Rugby-Spieler einige Jahre in Südafrika gelebt und sich dabei stark in den Slums von Kapstadt für soziale Projekte engagierte hatte. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland arbeitete der Wirtschaftsinformatiker bei Daimler Chrysler Financial Services. Er merkte jedoch bald, dass er seine Fähigkeiten für andere Zwecke einsetzen wollte. Er wollte das Internet nutzen, um anderen zu helfen. Er hatte Ideen und Erfahrung – was ihm fehlte, war ein Team. Schnell fanden sich motivierte Mitstreiter und die Umsetzung von betterplace.org konnte beginnen. Gleichzeitig war es so, dass Joana und Stephan Breidenbach eine Weltreise unternahmen und dabei sahen, wie viele kleine lokale Projekte Finanzierungsbedarf hatten und zugleich über keinerlei Infrastruktur verfügten, irgendwie Zugang zu Spendengeldern zu finden. Auch sie entwickelten ein Projekt. Als das Team der Breidenbachs 2006  auf Till Behnke und seine Mitstreiter traf, war schnell klar, dass sie die selbe Vision teilten. 2007 gründeten sie betterplace. Mit Erfolg.

Wie wurde das Ganze anfänglich finanziert?

BETTERPLACE.ORG : Die Finanzierung erfolgte vorrangig durch private Förderer, Menschen, die von der Idee überzeugt waren. Es waren keine Investoren, die auf finanzielle Renditen hofften, sondern Menschen, die die Vision teilten. Es gab also keine finanziellen Hoffnungen, dafür aber die Aussicht auf ein positives Karma, versteht sich (Heiterkeit).

Wie finanziert Ihr euch heute?

BETTERPLACE.ORG:  Es gibt die gut.org  gemeinnützige Aktiengesellschaft. Sie betreibt die  Plattform betterplace.org und noch weitere Marken wie das betterplace lab. Tochter der gut.org gAG ist die betterplace Solutions GmbH, die Unternehmen im Bereich Corporate Social Responsability berät. Der Erlös ihrer Aktivitäten fließt zu 100% in die Muttergesellschaft und dient dem Betrieb und der Weiterentwicklung der Plattform. Zudem gibt es noch die Option der freiwilligen Mitspende: Über einen Regler kann jeder Spender individuell entscheiden, ob er auch betterplace.org einen Teil spenden will und wieviel. Seine Spende an das Projekt wird in jedem Fall zu 100% weitergeleitet.

Wo seht ihr betterplace in der nahen Zukunft?

BETTERPLACE.ORG: Überall! (Lachen). Vor kurzem haben wir in Berlin das erste Städteportal eröffnet. Wir wollen uns stärker lokal verwurzeln, reale Anlaufstellen schaffen. In Zukunft wollen wir weitere Portale eröffnen, in Deutschland und, perspektivisch, weltweit.

Vielen Dank für das Gespräch!

Von: Maximiliane Schwerdt.

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