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Wie übersetze ich grün? – Die Sprachwerkstatt Berlin

Karina Maria Borowiak kam vor acht Jahren aus Polen nach Deutschland und sprach kein Wort Deutsch. Heute leitet sie ihr eigenes Übersetzungsbüro „Sprachwerkstatt Berlin“. Sprachen sind ihr Arbeitswerkzeug und sie hantiert erfolgreich mit dem.

„Mein Vater hat immer gesagt, wenn du keine Arbeit hast, muss du dir selber eine Arbeit schaffen.“ Als Karina Maria Borowiak (33), selbst diplomierte Polinistin, arbeitslos wurde, hat sie den Rat ihres Vaters beherzigt und ihr eigens Unternehmen „Sprachwerkstatt Berlin“ im Frühjahr gegründet.

Klein angefangen

Am Anfang wollte die junge Unternehmerin ein Übersetzungsbüro und eine Sprachschule gründen. Bald musste sie aber ihren Traum etwas verkleinern, weil sie nicht genügend Startkapital hatte, um passende Räumlichkeiten zu mieten. „So, habe ich klein angefangen“ – erzählt Karina Maria Borowiak bescheidend und fügt hinzu: „Die ersten Aufträge habe ich bereits erfolgreich abgeschlossen und das Geschäft läuft langsam an.“ Karina Maria Borowiak hat bei der Existenzgründung Unterstützung von der Agentur für Arbeit bekommen und hofft, dass ihr Geschäft bald größere Umsätze erwirtschaftet, sodass sie keine weitere Unterstützung braucht.

Was ist die „Sprachwerkstatt Berlin“?

Die „Sprachwerkstatt Berlin“ ist ein Zusammenschluss von Sprachprofis mit langjähriger Erfahrung im Übersetzen und Dolmetschen in verschiedenen Fachbereichen, wie Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Umwelt − nicht zuletzt auch auf dem zukunftsweisenden Gebiet der erneuerbaren Energien. „Als Übersetzerin habe ich viel auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien Erfahrungen gesammelt und als ich zu der Initiative Selbständiger Immigrantinnen ISI e.V. gekommen bin, haben alle Dozentinnen mir gesagt, dass ich ein Alleinstellungmerkmal brauche. Und so haben wir gemeinsam meine Idee von dem Übersetzungsbüro weiterentwickelt und uns entschieden, dass sich die Sprachwerkstatt Berlin auf alle Bereiche der Green Economy spezialisiert“.

Am Ende ist man allein

Karina Maria Borowiak ist eine Einzelunternehmerin, die in der Zwischenzeit ein breites Netz an erfahrenen und qualifizierten Dolmetscher und Übersetzer aufgebaut hat. Aber alle Entscheidungen muss sie doch alleine treffen. Die alleinerziehende Mutter sagt, dass dies manchmal ein Vorteil, aber auch ein Nachteil sein kann.“ Ich verfüge alleine über meine Zeit und damit kann ich mehr Zeit mit meinem Sohn verbringen, aber wenn ich Entscheidungen treffe, bin ich auf mich alleine gestellt,  ich bin für alles verantwortlich – von der Organisation bis zum Marketing – und dies ist eine große Verantwortung“.

Aller Anfang ist schwer – nicht aufgeben!

Karina Maria Borowiak bereut aber ihre Entscheidung eigene Chefin zu sein nicht. Sie sagt, dass die Selbständigkeit auf jeden Fall eine richtige Entscheidung war, auch wenn manchmal ihr Arbeitstag spät in der Nacht endet. Sie hat durch die Selbständigkeit mehr an wertvollen Erfahrungen und Selbstbewusstsein gewonnen und ihr Tipp an alle Migrantinnen, die sich selbständig machen wollen lautet: „Geduld, Geduld und nochmal Geduld.  An Anfang ist es immer schwierig, aber man muss an sich selbst glauben. Man darf sich nicht verunsichern lassen und muss immer positiv denken.“

 

Text und Bild: Renata Sikic.

Renata Sikic, gebürtige Bosnierin, ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei der Initiative Selbständiger Immigrantinnen. Die erfahrene Radiojournalistin und gelernte Bildredakteurin begleitet in ihrer Arbeit Migrantinnen, die sich selbständig gemacht haben oder dabei sind diesen wichtigen Schritt zu machen. Seit 1991 fördert die Initiative Frauen unterschiedlicher ethnischer oder nationaler Herkunft in Berlin in ihrem Wunsch nach wirtschaftlicher Selbständigkeit. ISI e.V. bietet ein einzigartiges Model – Migrantinnen für Migrantinnen! Erfahrene und kompetente Dozentinnen und Coachs können dank der eigenen Migrationsgeschichte und Integrationserfahrungen Migrantinnen gegenüber mehr Verständnis aufbringen und Entgegenkommen zeigen.

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