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Russisches Leben in Europa hautnah

Bald erscheint eine deutschsprachige Version Ruslife. Die Internetplattform informiert die russische Gemeinschaft über Vorkommnisse in der Heimat. migration-business führte mit dem Erfinder von Ruslife ein Gespräch.

Der russische Journalist Dmitrij Grebenschikov wohnt inzwischen seit mehr als 20 Jahren in Berlin und errichtete eines der größten russisch-sprachigen Internetportale Deutschlands. „Russisches Leben in Europa – Ruslife.eu.“ Unter diesem Motto wurde das Portal 2010 ins Leben gerufen, um die russische Community in Deutschland mit interessanten Heimat-bezogenen Informationen rund um Wirtschaft, Kultur und Sport zu versorgen.

Was ist Ruslife?

Das Konzept von Ruslife beruht darauf, die russisch-sprachigen Bürger in Deutschland und Westeuropa mit zielgruppengerechten und exklusiven Texten, Bildern und Videos anzusprechen. Innerhalb von zwei Jahren entstand eine neuartige Internetplattform für Unternehmen, Organisationen und Geschäftsleute.

Dmitrij Grebenschikov arbeitet schon seit mehreren Jahren für diverse russische Zeitungen. Er begleitete die Boxkarriere des „russischen Riesen“ Nikolaj Valuev und programmierte für ihn sein Internetportal. Valuev hat mittlerweile Erfolg in der Politik und Dmitrij Grebenschikov mit seinem Internetportal. Die migration-business Kolumnistin Natalia Volk sprach mit dem Gründer über die Idee und den Erfolgsweg von Ruslife.

N. Volk: Dmitrij, wer ist die Zielgruppe von Ruslife? Wen wollen Sie ansprechen?

GREBENSCHIKOV: Im Fokus stand zu Beginn die russische Community in Deutschland. Nach verschiedenen Schätzungen leben in Deutschland zwischen 3 und 4 Millionen russisch-sprachige Bürger. Es ist eine interessante Herausforderung, für diese Menschen eine Themen-übergreifende Plattform zu schaffen, auf der unseren Lesern die bekanntesten und namhaftesten Persönlichkeiten vorgestellt werden. Mit meinem Partner Artem Sergienko aus Köln versuchten wir zuerst, unser Portal in zwei Regionen zu teilen – Berlin und NRW. Mittlerweile haben wir aber Leser aus ganz Europa. Auch die Menschen aus Russland, der Ukraine und Kasachstan versuchen bei uns, Informationen über das Leben in Westeuropa zu bekommen.

N. Volk: Wie sind Sie zur Idee gekommen, so eine Plattform ins Netz zu stellen? Es gibt in Deutschland schon mehrere russische Medien.

GREBENSCHIKOV: Von allen Migranten in Deutschland stellen die Russen eine der größten und vielversprechendsten Zielgruppen dar. Wir wollten eine neuartige Internetplattform schaffen, die es in dieser Form in Deutschland noch nie gab. Ein Internetportal bietet sehr viele Möglichkeiten. Man kann Textinhalte, Fotos und Videos sehr gut miteinander verbinden. Einige Videos von uns wurden auf YouTube mehr als 250.000 Mal aufgerufen. Ruslife versucht, sehr viele Themenbereiche abzudecken: von Wirtschaft, Musik, Literatur, Sport, Rechtsfragen bis hin zu Tourismus und Bildung. Diese Vielfalt, viele exklusive Berichte und Reportagen heben uns von den anderen Portalen ab. Was auch ganz wichtig ist: Man sollte das Portal ständig weiterentwickeln! Demnächst planen wir zum Beispiel eine deutschsprachige Version.

N. Volk: Außer der Internetplattform werden von Ihnen auch sogenannte „Business-Treffen“ für russisch-sprachige Unternehmer organisiert. Stattgefunden haben diese bereits in verschiedenen Städten Deutschlands. Wie entwickelt sich Ihre Business-Gruppe?

GREBENSCHIKOV: Es war von Anfang an so gedacht, dass wir rund um das Portal eine erfolgreiche Business-Gruppe aufbauen. Die ersten Treffen fanden in Berlin statt. Danach folgte ein Treffen in Frankfurt am Main und im Sommer 2012 war Köln an der Reihe. Mittlerweile bekommen wir viele Anfragen und viel Zuspruch aus ganz Deutschland.

N. Volk: Was ist für Sie wichtig bei Ihrer Arbeit? Woher ziehen Sie Ihre Inspiration?

GREBENSCHIKOV: Wir dürfen bei unserer Arbeit viele interessante und kreative Menschen kennenlernen. Das motiviert und inspiriert einen zugleich! Der Ausbau eines solchen Portals, das so viele Themenbereiche umfasst, führt immer wieder zu neuen Herausforderungen. Auch die Organisation von Businesstreffen ist ein sehr spannendes Thema, das wir unbedingt weiter verfolgen und ausbauen wollen.

 

Das Interview führte Natalia Volk.

Natalia Volk wurde in Russland geboren und hat dort Journalistik studiert. Seit 2003 lebt sie in Deutschland.  Im Sommer 2011 hat sie die Ethnoagentur für Information und Kommunikation Die BRÜCKE gegründet, weil sie sich dafür begeistert im interkulturellen Bereich tätig zu sein und Ihre interkulturelle Kompetenz beruflich nutzen möchte. Seitdem versteht sie sich als Kommunikationsmanagerin und hat sich zur Aufgabe gemacht, als Brücke zwischen zwei Kulturen zu wirken. Ihre Prioritäten liegen in der Förderung der Kooperationen im wirtschaftlichen Bereich zwischen Russland und Deutschland und dem Ethnomarketing in Deutschland.

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