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Vorsicht Busengrapscher on Tour

Die beiden Entertainer Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt, auch bekannt als ehemalige MTV-Moderatoren durch „Das Duell um die Welt“ auf ProSieben letzten Sommer, arbeiten jetzt für die Öffentlich-Rechtlichen. Ihre Späße sind deftig, zuweilen derb, ohne jegliche Hemmschwelle und meist auf Kosten anderer.

„Grapschen“ für das ZDF

Für das ZDF nano wetten diese beiden nun, dass Joko als „Grapscher“ einer jungen Dame an die „Moppelklampen“ – hierbei ist der Busen der Dame gemeint, und an den „Arsch“ fassen möge. Joko zögert anfänglich, ein Funken Anstand keimt in ihm hoch, verliert jedoch den inneren Kampf und „grapscht“ die verunsicherte junge Frau an ihre sekundären Geschlechtsteile. Alles geschieht vor laufender Kamera. Dabei hält Joko in der anderen Hand ein Mikrofon. Der Druck etwas Geniales, Außergewöhnliches oder aber besonders Dreistes zu machen scheint groß zu sein bei dem ungleichen Paar „Pat & Patachon“. Joko (groß und hager etwas weichlich, Klaas klein und verbissen).

Nun mag es den einen oder anderen geben, der diesen Vorfall als ziemlich lustig empfinden mag. Das muss man wohl akzeptieren, verstehen muss man das nicht. Ganz sicher gehört es nicht zum „guten Ton“ und ist auch kein Beispiel für respektvollen Umgang miteinander.

Was allerdings bestürzend ist, ist die Aussage von Klaas Hefer-Umlauf: „Der war das so unangenehm. Die stand da und hat sich richtig
entwürdigt gefühlt. Die fährt jetzt gleich nach Hause und dann wird die schön heulen unter der Dusche. Die steht jetzt sechs Stunden unter der
Dusche.“

Stehen geblieben auf der Strecke zwischen Gewissen und Anstand

Wie soll man diese Aussage deuten? Frauenfeindlich? Nein, das würde alle Frauenfeinde adeln! Dies ist menschenverachtend! Sich an der Entwürdigung eines Menschen zu ergötzen und darin zu suhlen, wie dieser Mensch wohl mit der Beleidigung klarkommt. Dazu noch die Gefühle dieses Menschen in den Dreck zu ziehen. Das zeugt nicht nur davon, dass Klaasen keine Kinderstube genossen hat, sondern er scheint auf der Strecke zur Menschwerdung stehen geblieben zu sein – irgendwo zwischen Gewissen und Anstand!

Ich hätte da eine Theorie über kleine „Wadenzwicker“ ……. aber lassen wir das!

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und viele schöne Begebenheiten und hoffe, dass Sie nicht den beiden über den Weg laufen.

 

Text: Fulya Sonnenschein.

Fulya Sonnenschein ist Freie Trainerin für Interkulturelle Kommunikation und moderne Umgangsformen und Eigentümerin der Firma Knigge in Berlin. Sie trainiert sowohl multikulturell zusammengesetzte Teams in international aufgestellten Unternehmen, als auch Schüler an Berliner Grundschulen oder Privatpersonen in Fragen der Etikette und Internationalen Do’s & Don’ts. Sie selbst ist Migrantin, lebt in Berlin und ist in zwei Kulturen zuhause. Für migration-business schreibt sie jeden zweiten Freitag die Knigge-Kolumne und informiert die Leserinnen und Leser anhand von Beispielen über Do’s und Dont’s in Sachen Knigge und interkulturelle Kompetenz.

Mehr Informationen über Frau Sonnenschein finden Sie unter: www.knigge-in-berlin.de

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