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Ausländische Investoren und Arbeitgeber sind nun gewarnt

Die aktuelle Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung kommt zu alarmierenden Ergebnissen. Die Wissenschaftler stellen fest, dass 39 Prozent der Ostdeutschen und 22 Prozent der Westdeutschen ausländerfeindlich sind. Auch sei der Judenhass in Ostdeutschland ausgeprägter als in den alten Bundesländern. Als erschreckend beurteilen die Wissenschaftler auch die zunehmende Zustimmung vom rechtsextremen Gedankengut unter den ostdeutschen Jugendlichen im Alter von 14 bis 30 Jahren. Der Fremdenhass bei den jungen Ostdeutschen liegt der Erhebung zufolge bei mehr als 38 Prozent. Die Experten warnen daher vor einer neuen „Generation des Rechtsextremismus“.

Fremdenfeindlichkeit und seine wirtschaftlichen Folgen

Ursache für die alarmierenden Ergebnisse sehen die Forscher vor allem in der schwachen Wirtschaft in den neuen Bundesländern. Fremdenfeindlichkeit verstärkt die schlechte wirtschaftliche Lage. „Mit Fremdenfeindlichkeit lässt sich schwer ausländische und inländische Investoren und Arbeitgeber gewinnen. Das sei nur abschreckend“, meint der Unternehmensberater Inho Chu, der koreanische Investoren für das Deutschlandgeschäft berät. Chu weiter: „Ich kann mir schwer vorstellen, dass Samsung mit seinen 750 Mitarbeitern seine Deutschlandszentrale in Frankfurt am Main nach Ostdeutschland verlagert“.

Unternehmer mit Migrationshintergrund verlagern schon seit Jahren sukzessiv ihre Betriebe in den Westen oder in Großstädte wie Berlin oder Leipzig. Die Politik in Ostdeutschland sei jedoch auf dem rechten Auge blind und nimmt diese Auswanderungswelle von Migrantenunternehmen nicht wahr.

„Für ausländische Investoren, Arbeitgeber und Unternehmer mit Migrationshintergrund ist Ostdeutschland nicht attraktiv genug und das hat sich leider seit der Wiedervereinigung nicht geändert. In Westdeutschland ist das Investitionsklima, abgesehen von wenigen Ausnahmen, freundlicher. Das liegt auch daran, dass die westdeutsche Gesellschaft vielfältiger ist als die Ostdeutsche“, sagt der Unternehmer Phu Nguyen, der seinen Handelsbetrieb mit 27 Mitarbeitern vor drei Jahren von Mecklenburg-Vorpommern nach Hamburg verlagert hat. Nguyen sagt weiter: „Vietnamesen sind wirtschaftlich stark aktiv und Vietnam selbst ist eine aufstrebende Wirtschaftsnation, dass kann Ostdeutschland wirtschaftlich nutzen, wenn politischer Wille da ist“. Aber in einer fremdenfeindlichen Umgebung kann er nur davon abraten in Ostdeutschland zu investieren und für Arbeitsplätze zu sorgen. Das Klima, die Politik und die Menschen müssen sich zunächst ändern, meint Nguyen.

Ausländische Unternehmen geben Politik und Wähler die Schuld

Ausländische Wirtschaftsverbände und Unternehmervereinigungen mit Migrationshintergrund geben auch der Politik die Schuld. Man wirft der SPD und der Linkspartei vor sich nur auf ihre „sozialistische Ideologie“ zu konzentrieren anstatt für mehr Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum in Ostdeutschland zu sorgen. Schuld haben aber auch die Ostdeutschen selbst. Die Menschen können nicht von der SPD, Linkspartei oder sogar von der verfassungsfeindlichen NPD eine florierende Wirtschaft und Vollbeschäftigung erwarten, dafür stehen andere Parteien, so die allgemeine Meinung von ausländischen Unternehmerverbänden.  Antisemitismus oder Ausländerfeindlichkeit gibt es der Studie zufolge auch unter Deutschen mit Migrationshintergrund, vor allem gegenüber Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Die Studie belegt  auch, dass Migranten sich insgesamt sozial und politisch ausgegrenzt fühlen.


Text von Joel Cruz

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