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Die ethnische Wirtschaft ist das Spiegelbild der Gesellschaft

BAREX – „Die Berliner Arbeitgeber und Existenzgründer e.V.“ lud am 19. November 2012 wie die Jahre zuvor ins Steigenberger Hotel in Berlin zum Jahresempfang ein. Wie jedes Jahr wurden innovative Unternehmerinnen und Unternehmer gekürt. Zur Preisverleihung kamen auch Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Die Eröffnungsrede wurde vom BAREX-Vorsitzenden Vedat Güney eröffnet. In einem Kurzinterview und auf die Frage wie wichtig die ethnische Wirtschaft für Deutschland sei, sagte Güney: „Unternehmer mit Migrationshintergrund sorgen für zahlreiche Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze und Innovationen in Deutschland. Durch ihre wirtschaftlichen Aktivitäten werden hohe Umsätze erzielt, das bedeutet für Bund und Länder beachtliche Steuereinnahmen. Man vergisst leider, dass Migranten für den Wohlstand Deutschlands beitragen. In Zeiten der Globalisierung, sind Unternehmer anderer Herkunft die besten Wirtschaftsbrücken. Gerade in Berlin erleben wir als BAREX e.V., dass Investoren aus der Türkei in der deutschen Hauptstadt in Unternehmen und Arbeitsplätze investieren und die sogenannten Deutschtürken darin die Brückenfunktion übernehmen. Kurzum: Unternehmen anderer Herkunft sind wichtig für Berlin und Deutschland!“

Die Wichtigkeit der Unternehmer und ihr Beitrag zum Gemeinwesen kamen an diesem Abend wieder voll zur Geltung. Prominente Gäste und Politiker stellten die verschiedenen Preisträger vor. Im Anschluss an die Preisverleihung folgte ein reichhaltiges Angebot an kulinarischen Köstlichkeiten, vom Fischfilet mit Fetakäse und Reis bis hin zu türkischen Baklava als Nachtisch.

Stimmen und Meinungen zur ethnischen Wirtschaft:

Fatma Güccük ist Vorstandsmitglied der Türkisch-Deutschen Unternehmervereinigung Berlin-Brandenburg e.V. (TDU) und Rechtsanwältin. Gegenüber migration business sagte sie: „Die ethnische Wirtschaft ist das Spiegelbild der Gesellschaft. Leider wird das immer noch nicht richtig von der Mehrheitsgesellschaft wahrgenommen. Deutsche Arbeitgeber mit einer anderen Herkunft geben allen Menschen verschiedener Nationen die Chance, sich in ihrem Unternehmen einzubringen. Sie stellen ohne Vorurteile Deutsche, Deutschstämmige und Andere gleichermaßen ein. Sie haben mehr Verständnis für andere Kulturen; sind offener, kontaktfreudiger  und bieten insbesondere Menschen mit einer anderer Herkunft bessere Berufschancen an.“

Der TDU-Geschäftsleiter, Herr Ergin, fügt hinzu: „Wenn Migranten Unternehmen gründen, dann ist das ein Ausdruck für Anerkennung und Akzeptanz. Ethnische Gruppen haben jeweils eigene Wirtschaftskulturen und Deutschland bietet den Freiraum und gute Rahmenbedingungen dafür. Die deutsche Gesellschaft wäre daher besser beraten, wenn Sie andere Kulturen als wirtschaftliche Bereicherung betrachten und nicht ständig als soziale Last. Das ist unklug und wirtschaftsschädigend!“ Ergin ist auch der Auffassung, dass die ethnische Wirtschaft bereits der drittgrößte Arbeitgeber in Deutschland sei. Allein die türkischen Unternehmer sorgen für mehr als 400.000 Arbeitsplätze. Abgesehen von den ausländischen Konzernen, schätzt Herr Ergin, dass die ethnische Wirtschaft für rund zwei Millionen Arbeitsplätze in Deutschland sorgt.

Text von Joel Cruz

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