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Die neue Einwanderer-Elite

Fast unbemerkt hat sich Deutschland zu einem Einwanderungsland für Hochqualifizierte aus aller Welt entwickelt. Laut der OECD Studie von 2011 liegt Deutschland für Hochqualifizierte Zuwanderer auf Platz 30 unter 36 Industrienationen.

„Ich dachte erst, da hat sich jemand verrechnet“, sagt Herbert Brücker skeptisch gegenüber ZEIT Online. Es war im April des vergangenen Jahres, als die Zahl des Statistischen Bundesamtes auf dem Schreibtisch des Nürnberger Migrationsforschers landete. Rund 40 Prozent – so hoch sei der Anteil der Hochqualifizierten an allen Einwanderern im Jahr 2009 gewesen, schätzten die Statistiker aus Wiesbaden. Dass das Bildungsniveau der Einwanderer steigen würde, hatte Brücker zwar vorher gesehen. 40 Prozent aber sei „ein enormer Sprung“.

Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass der Trend sich fortsetzt. Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik waren neue Einwanderer so gut ausgebildet wie den vergangenen zwei Jahren. Wenn in Deutschland von Einwanderern die Rede ist, denken viele noch immer an den Arbeiter aus Anatolien – nicht an den Ingenieur aus Spanien oder den Architekten aus Polen. Dabei ist die letzte Gruppe mittlerweile fast in der Mehrheit.

Rund 44 Prozent der Menschen, die im Krisenjahr 2010 ins Land kamen, hatten einen Hochschulabschluss – der Anteil lag damit fast doppelt so hoch als noch im Jahr 2002. Fast die Hälfte der Einwanderer hat mittlerweile Abitur. Zum Anfang des Jahrhunderts lag die Quote noch unterhalb der 30-Prozent-Marke. Deutschland entwickelte sich zu einem „Magnet für Hochqualifizierte“, sagt Holger Kolb, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration.

 

Text von Aylin Graf.

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