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Die Welt kommt nach Berlin-Dahlem

Thea Santangelo studiert Literaturwissenschaft an der FU Berlin und begeistert sich für die italienische und französische Kultur.

Vom 29. Oktober bis zum 9. November 2012 verwandeln sich die Rost- und Silberlaube der Freien Universität Berlin ein einem einzigartigen Schauplatz für interkulturelle Begegnung und Austausch. Zum siebten Mal finden die Internationale Filmwochen statt, auch dieses Jahr mit einer besonderen Auswahl an Filmen aus aller Welt.

Große Vielfalt

Die Universität ist ein Ort, an dem man nicht nur mit Texten, Aufgaben, Leistungspunkten und Klausuren konfrontiert wird, sondern vor allem auch Menschen begegnet. Menschen aus nahen oder fernen Orten, die unterschiedlich essen, beten und sprechen.

Hörsäle werden zu Kinos

Die Initiatoren der Internationalen Filmwochen haben sich von der Vielfalt der Kulturen, die die verwirrenden Gänge der FU bevölkern, inspirieren lassen und ihr einen Filmfestival gewidmet. Seit sieben Jahren verwandelt das Festival die Hörsäle in Kinosäle und zeigt teils ausgezeichnete, teils noch unbekannte Dokumentar- und Spielfilme aus der ganzen Welt.

Es ist für jeden Geschmack etwas dabei

Von bereits etablierten Filmen wie „Die Reise des jungen Che“ (Walter Salles), über die neuesten Kinoerfolge wie „Le Havre“ (Aki Kaurismäki), bis hin zu kleineren, aber deshalb nicht weniger unterstützungswerten Produktionen wie der Spielfilm „Press“ (Sedat Yilmaz) und der Dokumentarfilm „Lost Children“ (Ali Samadi Ahadi und Oliver Stoltz).

Fast jeder Kontinent ist in der Filmauswahl vertreten. So reihen sich deutsche und französische Regisseure neben Produktionen aus Brasilien, Kurdistan, Uganda und Malaysia auf, für eine höchstinteressante Mischung, die voll und ganz das diesjährige Motto der Veranstaltung „cross-roads, cross-borders, cross minds“ auslebt.

Was einen Menschen prägt

Was sich hinter der Fassade des Roadmovie, des historischen Kriegsfilms oder des Familiendramas verbirgt sind menschliche Schicksale. Jeder einzelne Mensch hat eine eigene Geschichte, die aber nicht ganz unabhängig ist, von dem Stück Erde in dem man aufwächst, von der Familie in der man erzogen wird und von der Kultur die man in sich trägt, egal wohin man geht. Aber es geht vor allem auch darum, die innere Kraft weiterzugehen, den eigenen Willen zu verändern und die Hoffnung, das Gewünschte erreichen zu können. Das sind die Eigenschaften, die das Schicksal eines einzelnen Menschen ausmachen. Und genau diese Kombination aus Zugehörigkeit zu einer Kultur auf der einen Seite und Individualität auf der anderen Seite wird in den Filmen sehr deutlich.

Den Menschen die Augen öffnen

Das Motto der Internationalen Filmwoche lädt zum Austausch und Dialog zwischen den Kulturen ein. Man soll keine Angst haben, Grenzen zu überschreiten, man soll immer durstig sein nach neuen Begegnungen, auf neue Abenteuer und neugierig bleiben andere Welten zu entdecken. Die Filme zeigen aber auch die zum interkulturellen Verständnis gehörende, oft grausame und gnadenlose Realität, die in vielen Ländern der Welt noch sehr aktuell ist, und öffnen uns die Augen für traurige Wahrheiten.

Die Internationale Filmwoche ist somit ein einzigartiges Ereignis, das eine Kulturbrücke schafft, zwischen Studenten aller Nationalitäten und Herkunft, menschliche Geschichten aus der Welt erzählt aber vor allem auch unterhält und eine begrüßte Abwechslung zum alltäglichen Campusleben anbietet. Uns bleibt nur noch die Entscheidung überlassen, welchen Film wann gehen.

 

Text: Thea Santangelo.

 

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