«

»

Le Parkour – Die Kunst der Fortbewegung

Wie der Sohn eines Vietnam-Veterans dessen Flucht-Technik durch den Urwald übernahm und an das Stadtbild von Paris anpasste.

Raymond und David Belle

Raymond Belle musste schneller sein als seine Gegner in Vietnam. Im Einklang mit der Natur und den örtlichen Gegebenheiten entwickelte er eine Methode um effizient und ohne Hilfsmittel zu flüchten. Es schien zu funktionieren, denn einige Jahre später passte sein Sohn, David Belle, die Technik an die urbanen Verhältnisse des Pariser Vororts Lisses an. Zusammen mit einigen Freunden, darunter Sebastien Faucon, der im James Bond Film „Casino Royal“ sein Können zur Schau stellt, erfand er eine elegante und zugleich dynamische Sportart.

Der Weg ist das Ziel“

In jeder Stadt gibt es ausgewiesene Wege und Pfade. Parkour befreit sich von den vorgeschriebenen Wegen; Hindernisse werden kreativ überwunden und damit neue Wege geschaffen. Die Wege, die es zu absolvieren gilt, entspringen eigenen Ideen und vorhandenen Möglichkeiten. Oberstes Ziel ist es, den urbanen Raum möglichst elegant und flüssig zu durchqueren. Den Lauf beenden alleine reicht nicht, es gilt das Motto „Der Weg ist das Ziel“. Wenn der Lauf zufriedenstellend verlief, ist das Ziel erreicht.

Safety first!

Der Sinn von Le Parkour ist nicht, möglichst waghalsige Kunstücke zur Schau zu stellen. Zu der Grundvoraussetzung gut trainiert zu sein, muss der Traceur (Läufer) über eine gesunde Selbsteinschätzung verfügen. Sobald er sich unsicher ist, ob er eine Übung schafft, wird er sie nicht ausführen oder sich dieser nur ganz langsam annähern. Ziel ist niemals ein Wettrennen oder eine Show – vielmehr eine persönliche und respektvolle Anpassung an die Umgebung.

Quelle: Flickr, Jakuza

Jugend- und Lauf-Kultur

Parkour ist ein junger Sport, genießt allerdings bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad. Nicht nur in Filmen wie James Bond ist Parkour präsent – auch in anderen Filmen, Musikvideos oder diversen Computerspielen spielt der Sport eine Rolle. Gerade in Jugendkreisen findet Parkour viele Interessenten. Artikel werden verfasst, Internet Foren erstellt, Videos online gestellt. Auch in Deutschland genießt der Trend großen Zulauf. Vereine und Organisationen wurden gegründet und es werden stetig mehr. Mit „Freerunning“ hat sich sogar schon eine Sportart entwickelt, die an Le Parkour angelehnt ist. Sofern der Trend sich hält, kann man bei Parkour sicherlich nicht mehr von einer „Nischen-Sportart“ reden.

 

 

 

 

Text von Timo Becker.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>