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Enhbold Neuhaus: Kaschmir & mehr

Enhbold Neuhaus_ISI e.V.Kuschelwarm, pudelweich und naturfreundlich sind Adjektive, die am besten zu Produkten des Unternehmens „Kashmir & mehr“ passen. Schals, Mützen oder Pullover kommen direkt aus der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar nach Berlin und werden von Enhbold Neuhaus verkauft. Sie macht das aus Liebe und wegen der Liebe.

Liebe führte sie nach Deutschland

„Mein Mann ist der Grund, dass ich heute in Berlin lebe und Produkte aus Kaschmir verkaufe. Alles begann in Ulaanbaatar als ich dort meinen heutigen Ehemann kennengelernt habe“ – erzählt Enhbold Neuhaus, die eigentlich von Beruf Russisch-Lehrerin ist. Nach der Hochzeit entschied sich Familie Neuhaus ihren Lebenspunkt nach Deutschland, der Heimat von Herrn Neuhaus, zu verlegen.

Eine neue Idee wird geboren

Hier angekommen, hat Enhbold neue berufliche Herausforderungen gesucht: „Ich brachte meinem Mann immer Kaschmirpullover aus der Mongolei mit. Aber er hat nur ein Model, und zwar das mit dem Rundkragen, getragen. Die anderen Sachen lagen lange Zeit im Kleiderschrank. Ich habe sie dann an die Freunde verschenkt und die Modelle gefiel ihnen. So kamen dann auf einmal Bestellungen und die Idee vom Kaschmir & mehr war geboren.“ Enhbold Neuhaus engagierte noch ein Familienmitglied im Unternehmen – ihre Schwester. „Meine Schwester ist Designerin. Deswegen haben wir uns entschieden zusammen zu arbeiten“ – erzählt Enhbold und fügt hinzu: „In Ulaanbaatar haben wir eine Strickerei mit sechs Mitarbeitern gegründet. Dort wird das beste Kaschmir hergestellt und alles wird nach Deutschland exportiert.“ Und hier in Deutschland können Kunden von „Kaschmir & mehr“ ihre eigenen Designwünsche erfüllt bekommen und nach Maß Kleidungsstücke bestellen.

Mit einem Business-Plan zum Kredit

Das Marketingkonzept hat Enhbold Neuhaus bei der Initiative Selbständiger Immigrantinnen ISI e.V. geschrieben: „Ich habe einen Existenzgründungskurs besucht und gemeinsam mit meinen Dozentinnen habe ich den Businessplan geschrieben, der für mich sehr wichtig war. Dank des guten Businessplans habe ich einen Bankkredit bekommen und seit drei Jahren wächst meine Firma kontinuierlich.“

Bei ISI e.V. hat Enhbold auch neue Seiten ihrer Persönlichkeit entdeckt:

„Bevor ich zu ISI e.V. gekommen bin und unternehmerisch tätig geworden bin, wusste ich nicht, dass ich auch eine gute Verkäuferin bin. Ich kann problemlos auf Menschen zugehen und meine Produkte vorstellen.“ Im nächsten Jahr möchte Enhbold Neuhaus dies in ihrem eigenen Geschäft tun. Bis jetzt war sie mit ihren Produkten auf Wochenmärkten und Ausstellungsmessen unterwegs. Die neue Geschäftadresse soll in Berlin-Mitte sein: „Ich habe hochwertige Produkte, einen festen Kundenstamm und noch viele neue Ideen. Am besten kann ich dies im eigenen Geschäft vereinen und präsentieren.“ Enhbold Neuhaus hofft auf ein gutes neues Geschäftsjahr für „Kaschmir & mehr“ und wir drücken ihr ganz fest die Daumen.

 

Text und Bild: Renata Sikic.

Renata Sikic, gebürtige Bosnierin, ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei der Initiative Selbständiger Immigrantinnen. Die erfahrene Radiojournalistin und gelernte Bildredakteurin begleitet in ihrer Arbeit Migrantinnen, die sich selbständig gemacht haben oder dabei sind diesen wichtigen Schritt zu machen. Seit 1991 fördert die Initiative Frauen unterschiedlicher ethnischer oder nationaler Herkunft in Berlin in ihrem Wunsch nach wirtschaftlicher Selbständigkeit. ISI e.V. bietet ein einzigartiges Model – Migrantinnen für Migrantinnen! Erfahrene und kompetente Dozentinnen und Coachs können dank der eigenen Migrationsgeschichte und Integrationserfahrungen Migrantinnen gegenüber mehr Verständnis aufbringen und Entgegenkommen zeigen.

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