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Baba Jaga – ein geheimnisvolles Märchen

Natalia Volk

Natalia Volk, migration business Kolumnistin

Unzählige altertümliche Geheimnisse und Rätsel – das ist die aufregende und anziehende Welt der slawisch-heidnischen Legenden. Diese Welt ist einfach zauberhaft und real, denn wer glaubt – der sieht. Ob verführerische Nixen, tückische Hexen, Wundervögel, sprechende Tiere, kräftige Riesen,  schöne Schwanenjungfrauen, Werwölfe und Götter. Absolut jedem Kind in Russland ist eine Dame bekannt, die mit einem  Besen fliegt – sie heißt Baba Jaga.

 

 

 

Die leuchtenden Schädel

Es lebte einst ein Mädchen. Ihre  Stiefmutter war nicht recht freundlich und beabsichtigte sie umzubringen. Stets dachte die Großmutter darüber nach, wie sie dies tun könnte.

Einmal sagte sie zum Mädchen: „Schluss jetzt mit kostenlosem Brot! Geh zu meiner Waldalten, sie braucht deine Hilfe. Folge einem Licht im Wald, dort lebt sie.“ Im Wald aber war es sehr finster – stockfinster. Wildtiere waren zu der Zeit auf der Jagd.

Dies machte dem Mädchen Angst und es rannte, rannte sehr schnell, wusste jedoch nicht wohin… Plötzlich sah es einen Lichtstrahl, je näher sie ihm kam, desto leuchtender wurde dieser. Es sah so aus, als hätte jemand ein Feuer im Wald gezündet. Als das Mädchen aber näher kam, war es kein Feuer, sondern es waren leuchtende Schädel, die auf  Pfähle gepflanzt waren! Das Mädchen schaute sich um. Überall waren die leuchtenden Schädel und in der Mitte stand eine Hütte auf Hühnerbeinstelzen.

Baba Jaga

Bild aus dem Märchen Baba Jaga

Plötzlich sah sie Tränen bei einem der Schädel. Er schien geweint zu haben und sprach zu dem Mädchen: „Ich war ein tapferer Kämpfer, aber ich bin Baba Jaga auf meinem Weg begegnet.“ Plötzlich sprachen alle Schädel zum Mädchen.

Und so tat das Mädchen folgendes: Sie nahm ein Ästchen und grub unter der Birke eine Grube auf. Dorthin legte sie alle Schädel zusammen und beerdigte sie. Und sie sprachen zum Mädchen: „Wir sind so dankbar zu Dir, gute Seele, und helfen Dir auch! Nimm etwas Erde mit, sie wird Dir deinen Weg ins Glück zeigen.

So tat sie es und ging. Die Baba Jaga hörte Geräusche draußen vor der Hütte, ging raus, konnte jedoch nichts sehen. Es war zu dunkel ohne die Schädel. Baba Jaga trauerte und musste die ganze Nacht darüber nachdenken und sich am Ende eingestehen: Das Gute gewinnt doch immer. Es ist nicht immer günstig böse zu sein.

Zur gleichen Zeit ging das Mädchen durch den Wald und früh morgens als die Sonne aufging, traf es einen sympathischen jungen Mann, den es später heiratete. So lebten sie lang und glücklich zusammen und auch Baba Jaga steht ihnen ab und an zur Seite.

Baba Jaga: Das Weib-jaga (Jaga-Jaginischna, Jagibicha, Jagischna) — die altertümlichste handelnde Person der slawischen Mythologie. Früher glaubte man, dass das Weib-jaga in einem beliebigen Dorf lebt und sich als gewöhnliche Frau verkleidet. Aber Baba Jaga ist viel mehr als nur eine Hexe… Sie hat viel Kraft und verschiedene außergewöhnliche Fähigkeiten und lebt im Wald zwischen zwei Welten.

 

Text: Natalia Volk.

Natalia Volk wurde in Russland geboren und hat dort Journalistik studiert. Seit 2003 lebt sie in Deutschland.  Im Sommer 2011 hat sie die Ethnoagentur für Information und Kommunikation Die BRÜCKE gegründet, weil sie sich dafür begeistert im interkulturellen Bereich tätig zu sein und Ihre interkulturelle Kompetenz beruflich nutzen möchte. Seitdem versteht sie sich als Kommunikationsmanagerin und hat sich zur Aufgabe gemacht, als Brücke zwischen zwei Kulturen zu wirken. Ihre Prioritäten liegen in der Förderung der Kooperationen im wirtschaftlichen Bereich zwischen Russland und Deutschland und dem Ethnomarketing in Deutschland.

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