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Nicht die Nase putzen!

Fulya_SonnenscheinWie wir gelernt haben, sollten wir ein Taschentuch benutzen, wenn die Nase läuft und uns beim Putzen höflichst umdrehen. Sie stimmen sicherlich mit mir überein, dass das richtig ist. Sicher. In unserem Kulturkreis. Aber machen Sie das Mal bei einem Geschäftsessen mit Chinesen, Türken oder Ukrainern.

Sie werden den Deal nie machen, denn in diesen Kulturkreisen gilt Schnäuzen als höchst unhöflich.

Die Chinesen ziehen gerne hoch. Dies ist gesund und natürlich. Es wird als abstoßend empfunden, nachdem Sie sich die Nase geputzt und das volle Taschentuch in die Hosentasche gesteckt haben, mit diesen Händen weiter am gemeinsamen Essen teilzunehmen.

Die Türken wären schockiert, wenn Sie sich bei Tisch die Nase putzten und anschließend weiter essen. Auch wenn Sie sich höflichst zur Seite gedreht hätten.

Die Ukrainer würden nur verständnislos mit dem Kopf schütteln und Sie für sehr ungehobelt halten. Und der weitere Verlauf des Gespräches wäre negativ geprägt.

In diesen Kulturkreisen gilt: Hochziehen ist elegant.

Da uns dies schwer fällt, ist es ratsam in solchen Momenten sich bei den Gesprächspartnern zu entschuldigen, den Tisch oder Raum zu verlassen, um die Waschräume aufzusuchen. Nach verrichteter Arbeit kann man dann wieder am Geschehen teilnehmen, ohne Jemanden brüskiert zu haben.

Andere Länder andere Sitten!

 

Text: Fulya Sonnenschein.

Fulya Sonnenschein ist Freie Trainerin für Interkulturelle Kommunikation und moderne Umgangsformen und Eigentümerin der Firma Knigge in Berlin. Sie trainiert sowohl multikulturell zusammengesetzte Teams in international aufgestellten Unternehmen, als auch Schüler an Berliner Grundschulen oder Privatpersonen in Fragen der Etikette und Internationalen Do’s & Don’ts. Sie selbst ist Migrantin, lebt in Berlin und ist in zwei Kulturen zuhause. Für migration-business schreibt sie jeden zweiten Freitag die Knigge-Kolumne und informiert die Leserinnen und Leser anhand von Beispielen über Do’s und Dont’s in Sachen Knigge und interkulturelle Kompetenz.Mehr Informationen über Frau Sonnenschein finden Sie unter: www.knigge-in-berlin.de

Das ist heute der letzte Artikel unserer Kolumnistin Fulya Sonnenschein. Wir wünschen ihr weiterhin viel Erfolg, Glück und Gesundheit auf ihrem Weg und hoffen, dass Euch die Kolumne gefallen hat.

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