«

»

Exzellente Qualifizierungsangebote sind der Grundstein für eine erfolgreiche Internationalisierung

Prof. Dr. Ingmar GeigerHeute wird die Interviewreihe „5 Fragen an Experten“ mit Prof. Dr. Ingmar Geiger fortgesetzt. Er ist Juniorprofessor für unternehmensbezogenes Dienstleistungsmarketing und Leiter des Weiterbildungsstudiengangs Executive Master in Business Marketing (ExecMBM) an der Freien Universität Berlin, Experte für industrielle Verhandlungen.

mb: Professor Geiger, Sie leiten am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Freien Universität Berlin den Weiterbildungsstudiengang ExecMBM. Welche Rolle spielt darin das Thema Internationalisierung?

Der ExecMBM bietet Führungskräften und Führungsnachwuchs aus Unternehmen seit nunmehr 28 Jahren eine exzellente praxisorientierte Weiterbildung im Bereich des Business-to-Business-Marketings. Unsere Absolventen kommen zu einem großen Teil aus international agierenden großen oder mittelständischen Unternehmen. Internationalisierung und damit zusammenhängende Fragestellungen des Internationalen Managements und Marketings sind daher wichtige Aspekte innerhalb unseres Studiengangs. Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang natürlich Wachstumsmärkte wie z. B. China. Für die Etablierung und Unterhaltung von Geschäftsbeziehungen mit chinesischen Firmen und die Vermarktung der eigenen Produkte im chinesischen Markt bedarf es neben profunden Kenntnissen relevanter Konzepte und Instrumente vor allem auch interkulturellen Know-hows. Denn in den seltensten Fällen können die heimischen Strategien eins zu eins auf den chinesischen Markt übertragen werden.

mb: Ist das auch der Grund, weshalb es ab 2014 zusätzlich einen speziellen China-Europe EMBM geben wird?

Ja, zum einen. Denn nahezu jedes europäische Großunternehmen sowie viele Mittelständler sind heute schon in China aktiv. Nicht wenige mussten zu Beginn ihrer China-Aktivitäten so einiges an Lehrgeld zahlen. Daher ist der Bedarf an einer wissenschaftlich fundierten und praxisnahen Qualifizierung im Business-to-Business-Marketing mit speziellem China-Fokus enorm.

Zum anderen streben immer mehr chinesische Unternehmen nach Europa – sei es im Export, durch Joint-Ventures oder gar Firmenübernahmen und Neuansiedlungen. Die Erfolgsrate dieser Aktivitäten fällt bislang aber noch eher bescheiden aus. Speziell mittelständische chinesische Unternehmen passen sich häufig zu wenig an den europäischen Markt an. Große Unternehmen hingegen agieren sehr professionell, müssen aber auch einiges an Aufbauarbeit in ihr Image und ihren Bekanntheitsgrad stecken. In der Folge gibt es auch auf chinesischer Seite Bedarf an einer spezialisierten Weiterbildung.

Daher haben wir den China-Europe EMBM konzipiert, bei dem die Peking-Universität im Rahmen der strategischen Partnerschaft mit der FU Berlin das KnowHow zum „Doing Business in China“ liefert. Der Studiengang bietet europäischen und chinesischen Führungskräften die Möglichkeit, innerhalb eines Jahres in einer Mischung aus Fern- und Präsenzstudium eine fundierte Zusatzqualifikation im Bereich des chinesische-europäischen B2B-Marketings zu erlangen. Das hilft den Absolventen und ihren Unternehmen, Hürden im europäisch-chinesischen Geschäft zu überwinden und Fehler zu vermeiden.

mb: Und was können Unternehmen, deren Mitarbeiter nicht über eine solche Zusatzqualifikation verfügen, tun, um Fehler zu vermeiden?

In erster Linie sollten diese Unternehmen natürlich auf öffentliche und private Beratungs- und Unterstützungsangebote zurückgreifen. Bei der Planung und Umsetzung einzelner Projekte stellt die Zusammenarbeit mit externen Beratern häufig den sinnvollsten Weg dar, da kurzfristig auf hochspezialisiertes Expertenwissen zurückgegriffen werden kann. Mittel- bis langfristig sollte die benötigte Kompetenz jedoch im eigenen Unternehmen auf- und ausgebaut werden. Hierfür bedarf es einer auf die internationale Geschäftstätigkeit abgestimmten Personal- bzw. Personalentwicklungsstrategie.

mb: Welchen Part spielen hierbei die Hochschulen bzw. die Hochschulausbildung?

Einen sehr wichtigen Part, schließlich soll der Hochschulabschluss die Absolventen für den Beruf qualifizieren. So wie die Wirtschaft allgemein muss sich also auch die Hochschulausbildung weiter internationalisieren und dafür Sorge tragen, dass die Absolventen von morgen neben ihrem erworbenen Fachwissen auch zunehmend über internationale Erfahrungen und interkulturelle Kompetenz verfügen. In unserem neuen Studienprogramm tragen wir dieser internationalen Komponente nicht nur durch unsere Studieninhalte Rechnung, sondern auch indem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der verschiedenen Kulturkreise gemeinsam an Problemstellungen arbeiten. So entstehen auch über das Studium hinweg bestehende persönliche Netzwerke. Die Freie Universität Berlin mit ihrem Konzept der Internationalen Netzwerk Universität legt hierauf bereits heute großen Wert und ist stetig dabei, die internationale Ausrichtung ihrer grundständigen und weiterbildenden Studienangebote auszubauen.

mb: Das ist auch eines der Ziele des Market Entry Advisory Monitors, dessen Expertenbeirat Sie angehören…

Ja, das ist richtig. Neben den Erfahrungen, Erwartungen und der Zufriedenheit der befragten Unternehmen mit ihren Internationalisierungsberatern werden die Studienergebnisse vor allem Optimierungspotenziale bei den existierenden Beratungsangeboten, aber auch in der Qualifizierung der Berater und Manager aufzeigen. Davon profitieren dann letztlich alle: Berater, Unternehmen, Verbände und natürlich auch die Hochschulen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>