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Gründungscoach: pro und contra – auf die Qualifikation kommt es an

Bildquelle: crestock.de.

Bevor Existenzgründer den Sprung ins kalte Wasser wagen, sollten sie sich gründlich vorbereiten. Denn das Dickicht deutscher Behörden für eine erfolgreiche Gründung ist nicht ganz einfach zu durchdringen. Ein fundierter, gemeinsam mit einem Gründungscoach ausgearbeiteter Businessplan kann dabei eine große Stütze sein.

Wichtig ist allerdings eine solide Qualifikation des Coaches, auf die unbedingt zu achten ist. In jedem Fall sollte der Gründungscoach sein Geld wert sein, denn für seine Beratertätigkeit werden vom Gründer zu zahlende Honorare fällig.

Es gibt allerdings eine Reihe von Förderprogrammen, die die Kosten für den Gründungscoach im Einzelfall übernehmen. Welche Voraussetzungen dafür erforderlich sind und welche Fördermittel in Frage kommen können, darüber finden sich zum Beispiel im Unternehmerportal von Lexware ausführliche Informationen.

Gründungscoaching – hilfreich bei der Existenzgründung?

Für ein Gründungscoaching durch einen erfahrenen Berater spricht in jedem Fall die Orientierung und Sicherheit, welche ein erfahrener Coach einem unerfahrenen Gründer bieten kann. Ein Existenzgründer, der vorher in einem Angestelltenverhältnis tätig war oder sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig macht, steht dem Berg an Bürokratie und Papierkram vor der Gründung oft hilflos gegenüber. Ein guter Gründungscoach bringt Licht ins Dunkel und weiß auch die Chancen eines Gründungsplans realistisch einzuschätzen. So sollte ein seriöser Gründungscoach mit dem Gründer in spe Klartext reden und ihm von seiner Geschäftsidee abraten, wenn er sie nicht für tragfähig hält. Ein Vertrauensverhältnis zwischen Gründer und Gründungscoach ist daher in jedem Fall wichtig und entscheidend für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. So kann ein erfahrener Gründungscoach einen Existenzgründer auch psychologisch gut einschätzen und oft besser als dieser beurteilen, ob eine Gründungsidee zu ihm passt oder nicht. Gemeinsam können alternative Möglichkeiten für eine unternehmerische Existenz durchgespielt werden, wenn der Gründungscoach die erste Idee kritisch einschätzt.

Rechtliche Fragen, Buchhaltung und Finanzen

Die Klärung rechtlicher Fragen, die Einschätzung des Kapitalbedarfs sowie eine vernünftige Planung der Ausgaben und Einnahmen gehören ebenfalls zu den Aufgaben eines Gründungscoaches. Soll ich als Einzelkämpfer mein Geschäft gründen, als Ein-Mann-GmbH oder als Ein-Personen-AG? Nehme ich Partner mit ins Boot wie in eine GbR oder einer OHG oder gründe ich eine Kapitalgesellschaft in
Form einer Ltd. nach britischem Modell? Diese Fragen hat sich der Gründungswillige zu stellen und die Antwort hängt von Persönlichkeit und Art der Gründung, dem Inhalt des Unternehmens sowie dem Kapitalbedarf ab. Hier sollte ein Gründungscoach wie eine Art Hebamme helfen, das Gründungskind wohlbehalten aus der Taufe zu heben. Denn auch wer mit Eigenkapital, etwa durch eine Erbschaft, finanziell unbelastet in die Existenzgründung startet, kann sich dank eines zielführenden Coachings ganz auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

Auf solide Qualifikation des Gründungscoaches achten

Was gegen die Inanspruchnahme von Gründungscoaching spricht, ist die Unsicherheit bei der Qualifizierung des Beraters. Eine geschützte Berufsbezeichnung „Gründungscoach“ gibt es nicht und im Prinzip darf sich jeder so nennen und entsprechende Beratung anbieten. Das ruft natürlich auch jede Menge Scharlatane auf den Plan und solche „Berater“, die von den Basics und Feinheiten dieses Berufs keine oder nur wenig Ahnung haben. Zudem gibt eine unübersichtlich hohe Anzahl von Akademien, die Ausbildungen zum Gründungscoach anbieten, selbst die Organisierung in Berufsverbänden ist nicht einheitlich. Gründer blicken bei einem derart verwirrenden Angebot oft nicht durch. Daher sollte sich jeder Gründungswillige mit Coachingbedarf ganz genau anschauen, wen er als Coach in Anspruch nimmt und welcher sein Geld wirklich wert ist, denn schließlich kosten die Berater Honorare. Unter 100 Euro pro Stunde wird Gründungscoaching selten von seriösen Anbietern angeboten. Die Honorare sind, anders als etwa bei Rechtsanwälten, nicht in einer verbindlichen Tabelle für alle gesetzlich festgeschrieben.

Es empfiehlt sich daher, auf solche Gründungscoaches zurückzugreifen, die nach einer empfohlenen Gebührentabelle arbeiten und die zertifiziert sind, etwa von der IHK oder der KfW-Bank. Auch die Arbeitsagenturen arbeiten mit Gründungscoaches zusammen, die auf Herz und Nieren geprüft wurden.

Fördermittel für Finanzierung von Gründungscoaching

Wer als Gründer öffentliche Fördergelder etwa von der KfW-Bank beantragen möchte, muss in jedem Fall einen Businessplan vorlegen. Bei der Erstellung hilft der Gründungscoach und berät, wie ein solcher Businessplan optimal abgefasst wird, um die Kreditvergeber zu überzeugen. Die Kosten dafür übernimmt auf Antrag ebenfalls die KfW-Bank aus dem Sozialfonds der EU, und zwar für die ersten 5 Jahre nach der Gründung. Die KfW-Bank arbeitet dabei mit qualifizierten Gründungscoaches aus der eigenen Beraterbörse zusammen. Voraussetzung ist, der Firmensitz des zu gründenden Unternehmens befindet sich in der Bundesrepublik Deutschland. Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit heraus erhalten eine erhöhte Fördersumme für ihr Gründungscoaching.

 

Text: Jakob Ludwig.

Jakob Ludwig ist studierter Volkswirt und arbeitet derzeit als freischaffender Autor und Berufsberater im Onlinebereich für verschiedene Marketingagenturen und Firmenportale.

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