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MINT-Arbeitskräfte: Mehr Engpässe bei Facharbeitern sind Wachstumsbremse

BDA kBDA: Den deutschen Unternehmen fehlen aktuell rund 123.000 Arbeitskräfte im so genannten MINT-Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, davon jeweils die Hälfte mit akademischem und beruflichem Abschluss. Während die Engpässe bei den akademischen MINT-Qualifikationen bis zum Jahr 2020 auch durch die Erfolge bei den Studierendenzahlen beherrschbar werden dürften, entwickeln sich die Engpässe bei den beruflich qualifizierten MINT-Kräften zu einer Wachstumsbremse. Es gehen deutlich mehr Fachkräfte in Rente, als aus dem System der beruflichen Bildung nachrücken können.

Thomas Sattelberger, Vorstandsvorsitzender der Initiative „MINT Zukunft schaffen“ betont: „Wir brauchen im MINT-Bereich sowohl Akademiker als auch beruflich Qualifizierte. Wir dürfen verschiedene Engpässe beim Fachkräftenachwuchs nicht gegeneinander ausspielen. Fast 1,5 Millionen junge Menschen ohne Berufsausbildung sowie 270.000 im Übergangssystem sind ein Potenzial, das wir heben müssen. Schon in den Schulen ist ein fundierter technischer und mathematischer Unterricht nötig, um junge Menschen später beispielsweise zu guten Mechatronikern oder Chemiefachkräften ausbilden zu können.“

Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, sagt: „Akademisch und beruflich qualifizierte MINT-Arbeitskräfte sind für die Innovationskraft in Deutschland von hoher Bedeutung. Bei der Arbeitskräftesicherung von MINT-Akademikern gab es in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte. So ist allein von 2005 bis 2010 die Erwerbstätigkeit von über 55-jährigen MINT-Akademikern und von Zuwanderern jeweils um mehr als ein Drittel gestiegen. Gelingt es, die Potenziale von Älteren und Zuwanderern weiterhin zu aktivieren und die jüngsten Erfolge bei den Studienanfängerzahlen zu verstetigen, so dürften die Engpässe bis zum Jahr 2020 beherrschbar sein. Besondere Herausforderungen bestehen hingegen bei den MINT-Fachkräften mit beruflichem Abschluss.“

Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, erklärt: „Bis zum Jahr 2020 werden allein 600.000 beruflich qualifizierte MINT-Fachkräfte fehlen, um die aus Altersgründen ausscheidenden Fachkräfte zu ersetzen. Nimmt man den Zusatzbedarf für Wachstum und Innovation hinzu, fehlen insgesamt sogar 1,4 Millionen MINT-Fachkräfte. Davon ist die Metall- und Elektro-Industrie als innovationsstarke Branche besonders betroffen. Auch wenn durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine Aktivierung Älterer zusätzliche Fachkräfte gewonnen werden, reicht das noch nicht. Auch deshalb hat die Metall- und Elektro-Industrie im vergangenen Sommer einen Tarifvertrag zur Förderung von leistungsschwächeren Jugendlichen abgeschlossen und will auf diesem Weg noch weitere Potenziale erschließen.“

Der MINT-Report wird zweimal jährlich durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt. Die Studie entsteht im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“.

Quelle: BDABundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände

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