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Verband der Migrantenwirtschaft schreibt offenen Brief an Merkel

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v.l.n.r.: Joel Cruz (VMW-Vorsitzender), Ferry Pausch und Nihat Sorgec (stellv. VMW-Vorsitzende)

BERLIN 28.05.2013: Anlässlich des 6. Integrationsgipfels der Bundesregierung fordert der Verband der Migrantenwirtschaft (VMW) das Thema Migration wirtschaftlich zu betrachten. „Integration immer nur auf die sozial- oder innenpolitische Ebene zu reduzieren, kostet Arbeitsplätze in Deutschland“, sagt der Vorsitzende des Verbands der Migrantenwirtschaft Joel Cruz.

Der Vorsitzende des Verbands der Migrantenwirtschaft, Joel Cruz und die beiden stellvertretenden Vorsitzenden, Ferry Pausch und Nihat Sorgec haben anlässlich des 6. Integrationsgipfels der Bundeskanzlerin und der Staatsministerin Frau Prof. Dr. Böhmer einen offenen Brief geschrieben:

„Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
Sehr geehrte Frau Staatsministerin Böhmer,

wir freuen uns, Ihnen den VMW – Verband der Migrantenwirtschaft I Ethnische Unternehmer I Ausländische Arbeitgeber, der am 9. April 2013 gegründet wurde, vorstellen zu dürfen. Der VMW  ist die Interessensvertretung von Unternehmern mit Migrationshintergrund, ausländischen Arbeitgebern, Selbstständigen, Gewerbetreibenden, Fach- und Führungskräften mit Migrationshintergrund in Deutschland.

„Kulturelle Vielfalt schafft Arbeitsplätze“ ist das Leitmotiv des freiwilligen, parteipolitisch neutralen und unabhängigen Verbandes der Migrantenwirtschaft. Der VMW tritt für soziale Marktwirtschaft, Integration durch Bildung, Ausbildung, Arbeit und Unternehmensgründung ein.  Er wird sich für eine moderne und weltoffene Einwanderungsgesellschaft, für ein besseres Bild und Image von Zuwanderern und für ein freies Unternehmertum in Deutschland, das Mitverantwortung für das Gemeinwesen trägt, engagieren.

Als wichtigster Migranten-Unternehmerverband möchte der VMW die Interessen der über 700.000 Betriebe mit Zuwanderungsgeschichte, der über 1,2 Millionen Freiberufler und Selbständigen und der rund 2,5 Millionen Führungskräfte mit Migrationshintergrund in unserem Land vertreten. Die Deutschen anderer Herkunft sorgen in Deutschland für Millionen von Arbeitsplätze. Durch die Kontakte zu ihren Herkunftsländern sorgen Unternehmer mit Migrationshintergrund für internationale Wirtschafts- und Handelsbeziehungen und sind damit die besten Brückenbauer für Deutschland. 

Der VMW ist bemüht das Thema Migration aus einer wirtschaftlichen Perspektive in der Gesellschaft und Politik zu etablieren. Zuwanderer stets im Zusammenhang mit der sozial- und innenpolitischen Diskussion, sollte der Vergangenheit angehören. Die gesellschaftliche, globale und ökonomische Realität weist seit Langem in eine ganz andere Richtung.

Wir fordern eine reformierte und aktivierende Arbeitsmarktpolitik, bei der Menschen mit Migrationshintergrund durch ihre kulturelle Prägung und Bildungsdefizite keiner Benachteiligung ausgesetzt sind

Das vorhandene Gleichbehandlungsgesetz ist weiterhin nicht ausreichend, um die ethnische Diskriminierung zu bekämpfen. Es sind weitere Maßnahmen notwendig, um die Lücken im gesetzlichen Diskriminierungsschutz  zu schließen. Politik, Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften, Verwaltungen und die Medien müssen sensibilisiert werden, vorhandene unwirtschaftliche und diskriminierende Elemente zu bekämpfen.

Der VMW fordert  Anerkennung für die Leistungen von Deutschen anderer Herkunft und Zuwanderern

Der Facharbeitermangel kostet Deutschland jährlich Milliarden. Um dem Fachkräftebedarf gerecht zu werden, fordert der VMW die Verbesserung der Anerkennung von ausländischen und internationalen Abschlüssen. Für Akademiker anderer Herkunft ist dies ein wichtiger Schritt, um im deutschen Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können.

Damit Deutschland für Hochqualifizierte aus aller Welt attraktiv wird, fordert der VMW ein Punktesystem im Zuwanderungsgesetz nach dem Vorbild der klassischen Einwanderungsländer. Darüber hinaus muss die Visavergabe für qualifizierte Zuwanderung liberalisiert werden.

Im Interesse der deutschen Wirtschaft fordert der VMW eine höhere Wertschätzung anderer Sprachen. Neben guten Kenntnissen der deutschen Sprache, darf die Herkunftssprache von Zuwanderern nicht abgewertet, sondern sollte als Bereicherung für die Arbeits- und Wirtschaftswelt betrachtet werden. In einem immer mehr zusammenwachsenden Europa, in Zeiten der Globalisierung und in der internationalen Wirtschaft ist Mehrsprachigkeit ein Vorteil.  

Der VWM fordert die deutsche Politik auf, die Rahmenbedingungen für den Mittelstand zu verbessern und die vielfältige Unternehmenskultur noch stärker durch Steueranreize zu fördern

Die Deutschen anderer Herkunft und Zuwanderer, insbesondere solche, die unternehmerisch tätig sind, wollen eine Vorbildfunktion übernehmen und die Vielfalt Deutschlands repräsentieren. Wir wollen Deutschland als ein Land der kulturellen Vielfalt und als Land der Leistungsgerechtigkeit präsentieren. Wir sind davon überzeugt, dass jeder, der sich anstrengt, das eigene Glück in der Bundesrepublik Deutschland verwirklichen kann.

Wir sind auch bereit einen Eid auf die deutsche Verfassung zu schwören, so wie es in den klassischen Einwanderungsländern beim Erhalt der Staatsbürgerschaft praktiziert wird. Jedoch sollte man nach einem Eid auf die deutsche Verfassung die gleiche offene Gesellschaft in Deutschland vorfinden dürfen, wie in den klassischen Einwanderungsländern“, so Cruz, Pausch und Sorgec.

(Quelle: Verband der Migrantenwirtschaft)

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