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Urlaub macht gesund und glücklich

Urlaub am StrandEine Wissenschaftliche Studie belegt den positiven Effekt von regelmäßigen Auszeiten – Lieber mehrmals im Jahr verreisen als nur einen großen Urlaub unternehmen. So stellte Psychologin Dr. Jessica de Bloom ihre aktuellen Erkenntnisse auf dem ITB Berlin Kongress vor.

Urlaub trägt zur Gesundheit bei und sorgt für Erholung vom stressigen Alltag. Was viele Reisende jedes Jahr am eigenen Leib erfahren, hat eine aktuelle Studie nun bestätigt. Dr. Jessica de Bloom, Arbeits- und Organisationspsychologin an der Universität Tampere in Finnland, hat den Nutzen von Urlaub für Gesundheit und Wohlbefinden untersucht und ist dabei zu interessanten Schlussfolgerungen für die Tourismusindustrie gekommen.

Urlaub nicht vergleichbar mit materiellen Dingen

Die Ergebnisse stellte sie auf dem diesjährigen ITB Berlin Kongress im Rahmen eines Workshops der Deutschen Gesellschaft für Tourismusforschung vor. Urlaub hält demnach nicht nur gesund, sondern macht auch glücklich. Neueste Erkenntnisse aus der Glücks-Forschung zeigen, dass Menschen, die ihr Geld für Erfahrungen, wie einen Konzertbesuch, einen Familienausflug oder einen Kurzurlaub, ausgeben, kurz- und langfristig glücklicher sind als Menschen, die sich materielle Dinge, wie Schmuck, Kleidung oder elektronische Geräte zulegen. Der Grund läge in der fehlenden Vergleichbarkeit, so Dr. Jessica de Bloom: „Anders als den Designeranzug oder die teure Armbanduhr kann man seinen Tauchurlaub am Roten Meer schwerlich dem Städtetrip des Kollegen nach Barcelona gegenüberstellen. Außerdem verschleißen Erlebnisse nicht.“

Auf Dauer gesund bleiben

Auch auf die Gesundheit wirkt sich eine Auszeit vom Alltag positiv aus. So ermittelten Wissenschaftler und Ärzte im Rahmen der Framingham Heart Study, dass Menschen, die für lange Zeit nicht in den Urlaub fuhren, ein höheres Risiko hatten krank zu werden oder sogar frühzeitiger starben als Menschen, die sich regelmäßig frei nahmen. Um positive Auswirkungen auf Leib und Seele zu haben, ist dabei weniger die Dauer des Urlaubs, als vielmehr die Häufigkeit ausschlaggebend. Ob Kurzurlaub oder dreiwöchiger Wanderurlaub: In jedem der untersuchten Urlaube konnte man vergleichbare Steigerungen von Gesundheit und Wohlbefinden feststellen. Dr. Jessica de Bloom sieht eine Parallele zum Schlaf: „Genauso wie Schlaf kann man Erholung nicht aufsparen. Ein langer Sommerurlaub reicht nicht aus, um ein ganzes Jahr an harter Arbeit und Überstunden zu kompensieren.“ Vielmehr sei regelmäßige Erholung wichtig, um auf Dauer gesund zu bleiben.

Gestaltungsfreiheit im Urlaub fördert die Erholung

Ob ein Urlaub als erholsam wahrgenommen wird und als solcher in Erinnerung bleibt, beruht auf verschiedenen Faktoren. Laut de Blooms Studien fühlen sich 17 Prozent der Menschen im Urlaub schlechter als vorher. Ein Grund dafür sind negative Zwischenfälle wie Reisestress oder eine plötzlich auftretende Krankheit. Außerdem konnte sie in ihren Studien nachweisen, dass weniger die Art der Urlaubsaktivitäten, als die eigenen Entscheidungen darüber ausschlaggebend sind. Die Unternehmungen sollten den eigenen Bedürfnissen entsprechen und der Kontrolle des Urlaubers unterliegen. Die Gestaltungsfreiheit beim Urlaub ist demnach der Schlüssel zur perfekten Auszeit. Aktivitäten können aber noch mehr, sie beeinflussen auch das subjektive Empfinden der Urlaubsdauer. Für diejenige, die im Urlaub viel unternehmen, vergeht die Zeit wie im Flug. Rückblickend wird der Urlaub für den aktiven Reisenden allerdings wieder länger als für denjenigen, der seinen Urlaub im Hotel und am Strand verbringt. Der letzte Urlaubstag könne darüber entscheiden, wie die Reise in Erinnerung bleibt: „Das Kofferpacken und andere unliebsame Aktivitäten kann man also besser am vorletzten Tag erledigen, so dass man den letzten Urlaubstag nochmal richtig genießen kann“, rät de Bloom.

Stressfaktoren abbauen und Glücksgefühle wecken

Für die Tourismusindustrie können die Erkenntnisse aus der Urlaubs- und Erholungsforschung von praktischem Nutzen sein. So kann der stationäre Vertrieb laut der Psychologin den Urlaubs-Mehrwert für Kunden verstärken, wenn die Reiseverkäufer um die positiven Effekte wissen und wie man Stressfaktoren abbauen kann. Außerdem müssten touristische Produkte weiter optimiert werden, um für Touristen den größtmöglichen Urlaubsgenuss zu gewährleisten.

Dr. Martin Buck, Direktor Travel & Logistics Messe Berlin: „Dank der aktuellen Forschungsergebnisse erhalten wir einen tieferen Blick in die Bedürfnisse heutiger Reisender. Diese Erkenntnisse liefern wertvolle Inspirationen für innovative touristische Angebote und geben Unternehmen so einen Vorsprung im umkämpften Reisemarkt.“

Die Präsentation von Dr. Jessica de Bloom ist unter http://www.itb-kongress.de/DownloadCenter/KongressPraesentationen/index.jsp abrufbar.

(ITB 2013)

1 Kommentar

  1. Mailin

    Hallo – leider ist die Präsentation nicht mehr auf der Website der ITB zu finden. Liegt diese woanders ab? Ich bräuchte die recht dringend als Beleg für meine Bachelorarbeit! vielen vielen Dank! 🙂

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