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„Wir wollen Karriere machen“ – neue Forschungsergebnisse zu Mädchen mit Migrationshintergrund

Roboterprogrammierung_leicht_gemacht„Junge Frauen mit Migrationshintergrund interessieren sich für viele verschiedene Berufe und wollen Karriere machen“, erklärt Wenka Wentzel vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit in Bielefeld. „Wenn sie dann tatsächlich aus der Schule in die Arbeitswelt wechseln, landen sie in nur wenigen, den immer gleichen Berufsgruppen. Die Hälfte der jungen Frauen ohne deutsche Staatsangehörigkeit macht Ausbildungen in nur fünf Berufen wie Arzt- bzw. Zahnarzthelferin und Friseurin. Bei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit sind dies nur 30 Prozent“.

Der Grund dafür sei aber nicht, betont die Wissenschaftlerin, dass sich die Mädchen nur für ein eingeschränktes Berufsspektrum interessieren. Diese jungen Frauen haben viele Wünsche in Bezug auf ihr Berufsleben und – sie träumen mehr als Mädchen ohne Migrationshintergrund von „klassischen Karriereberufen“ wie Ärztin oder Juristin! Sobald sie aber mit der konkreten Suche nach Ausbildungsmöglichkeiten beginnen schränken sie ihre Wünsche drastisch ein und passen sie an wahrgenommene Arbeitsmarktrealitäten an. Diese und andere Ergebnisse stellt der neueste Band der Forschungsreihe Girls’Day“ vor. Darin werden relevante Befragungsergebnisse aus der Evaluation des Girls’Day – Mädchen-Zukunftstags veröffentlicht.

Für die Untersuchung wurden mehr als 10.000 Mädchen befragt und die Antworten von Haupt-, Realschülerinnen und Gymnasiastinnen ausgewertet. Davon haben insgesamt 24 Prozent einen Migrationshintergrund. Diese Mädchen legen hohen Wert auf Bildung und beschäftigen sich intensiv mit ihrer beruflichen Zukunft. 14 Prozent der befragten Mädchen mit Migrationshintergrund können sich vorstellen, Ärztin zu werden. Auch Lehramt und kaufmännische Berufe (jeweils mit 6 Prozent) stehen bei ihnen hoch im Kurs. Mädchen mit Migrationshintergrund haben geringere Chancen, Ausbildungsplätze zu bekommen als junge Männer mit Migrationshintergrund, obwohl die Mädchen in der Schule deutlich erfolgreicher sind. Im Vergleich zu Frauen und Männer ohne Migrationshintergrund haben sie noch weniger Chancen, eine Ausbildungsstelle zu finden.

„Die Einstellungspraxis der Unternehmen könnte hier viel verändern“, betont Wenka Wentzel. „Weil diese jungen Frauen in vielen Berufen kaum präsent sind, nehmen wir an, dass viele Personalverantwortliche, die Einfluss auf die Einstellungspraxis haben, keine Erfahrungen mit weiblichen Beschäftigten mit Zuwanderungsgeschichte haben. Es ist wichtig, Kontakte zwischen Unternehmen und interessierten
Migrantinnen herzustellen, um mögliche Vorbehalte auf beiden Seiten abzubauen.“

Und dazu bietet auch der Girls’Day eine gute Gelegenheit! Bitte beachten Sie: Der nächste Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag findet 2014 aufgrund der Osterferien bereits am 27. März statt.

(Girls Day)

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